Thiem fordert den "König von Australien"

Dominic Thiem bei den Australian Open

Herrenfinale in Melbourne

Thiem fordert den "König von Australien"

Als erster österreichischer Tennisspieler steht Dominic Thiem im Endspiel der Australian Open. Jetzt will der 26-Jährige auch gegen Novak Djokovic bestehen. Der Rekordsieger zeigt größten Respekt vor dem Herausforderer.

Thiem hat nun die Chance, die Serie der großen Drei der Tennis-Szene - Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal - zu beenden. "Er gehört ja nicht zur Next Generation, er ist längst ein etablierter Spitzenspieler. Er hat alle Mittel, die Erfahrung, die Kraft, große Titel zu gewinnen", sagte Djokovic bereits und hob die Klasse seines Final-Gegners an diesem Sonntag (02.02.2020, 09.30 Uhr MEZ) mit einem Wort hervor: "Sagenhaft."

Thiem ist der klare Herausforderer. Djokovic der Topstar. Anders als es für Alexander Zverev gewesen wäre, tritt Thiem allerdings nicht zu seinem ersten Grand-Slam-Endspiel an. Zweimal schon versuchte der Weltranglisten-Fünfte jedoch vergeblich, den Spanier Nadal bei den French Open zu stoppen. Ob er auch daraus für Sonntag gelernt hat?

Australian Open - Thiem gegen den König Australiens

Sportschau 01.02.2020 00:59 Min. Verfügbar bis 01.02.2021 ARD

Endgültig in der Schwergewichtsklasse

Wie bei Zverev steht auch beim hoch gehandelten griechischen Shootingstar Stefanos Tsitsipas die Bilanz der Grand-Slam-Endspiele noch bei Null. Der Russe Daniil Medwedew hat ein Finale erreicht. Wem es glückt und wann, die Vorherrschaft der drei Anführer zu brechen, ist eine der spannendsten Fragen für diese Saison. Thiem wäre der erste Grand-Slam-Sieger seit den US Open 2016 (Stan Wawrinka), der nicht zu den "Big Three" zählt.

Spätestens seit seinen phänomenalen Kraftakten bei den ATP Finals in London zählt Thiem endgültig zur Tennis-Schwergewichtsklasse, dort bezwang er Federer und Djokovic nacheinander. Ein Indiz, dass Thiem bereit ist für den Coup. Natürlich spricht die Erfahrung für den Weltranglisten-Zweiten Djokovic: Er gewann die Australian Open sieben Mal, entschied alle sieben Endspiele in Melbourne für sich.

"Immer in absoluter Topform"

Der Serbe Novak Djokovic feiert seinen Finaleinzug in Melbourne.

Für Djokovic ist die Rod Laver Arena von Melbourne, was für Nadal die rote Asche von Roland Garros ist. "Es ist natürlich nicht ganz so extrem, aber er spielt hier immer in absoluter Topform", sagte Thiem: "Er ist der Tenniskönig von Australien." Wie Nadal in Paris.

Aber: Der in der Wiener Neustadt geborene und in Lichtenwörth lebende Profi hat Djokovic nicht nur in vier der vergangenen fünf Partien besiegt, sondern ihn auch zweimal bei Grand Slams über drei Gewinnsätze geschlagen. Und vom Sandplatzspezialisten hat er sich zu einem der besten Hartplatzspieler entwickelt.

Auf den Spuren von Thomas Muster

Als erst zweiter österreichischer Grand-Slam-Sieger nach Thomas Muster möchte sich Thiem jetzt in der Tennis-Geschichte verewigen. Aber ohne dessen Ratschläge. Kurioserweise startete er mit dem French-Open-Sieger von 1995 als Mitglied in seinem Trainer-Team ins Turnier. Muster sollte ihm helfen, eben diesen letzten Schritt zum Grand-Slam-Champion zu gehen. Nach dem Achtelfinale gab Thiem das Ende der Zusammenarbeit bekannt, nach nur zwei Wochen. Thiem trennte sich, weil es von der internen Stimmung nicht gepasst habe. "Ich bin 26", sagte er. Er sei alt genug, lange genug auf der Tour: "Ich bin erfahren, ich muss die richtigen Entscheidungen treffen."

red/dpa/sid | Stand: 01.02.2020, 13:20

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