G'Day Melbourne - Zverev heißt hier "German Wunderkind" 

G'day Melbourne Tag 10

Australian Open Tagebuch

G'Day Melbourne - Zverev heißt hier "German Wunderkind" 

Von David Vorholt, Melbourne

Deutsche Fans sind bei den Australian Open viele anzutreffen. Und viele sind noch da. Zverev spielt im Viertelfinale - und begeistert. Mit vielen komme ich ins Gespräch, einige hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Genau wie die Rollstuhl-Tennisspieler. 

Kapitel 1: Grand-Slam-Weltreise

Grand Slam - Flitterwochen bei den Australian Open Sportschau 21.01.2020 06:02 Min. Verfügbar bis 21.02.2021 Das Erste Von David Vorholt

Kapitel 2: Zverev-Fans sind da, Glaube auch

Im Programm auf den Screens in der Rod Laver Arena: Ein Beitrag zum "German Wunderkind". War das nicht Nowitzki? Karriere vorbei, Titel wohl neu vergeben. Zverev jetzt das "Wunderkind" - und auf dem Court. Zuvor unterwegs gewesen. Massig deutsche Fans auf dem Gelände, Schweizer-Fans in Unterzahl. Federer-Drama von gestern verarbeiten? "Alman"-Dresscode, "Schland"-Fahne und/oder Fußball-Trikot. Viel Nationalmannschaft. Aber nicht nur. 

Was heißt eigentlich "G'day"?

"Guten Morgen!" oder auch "G'day!" - so hört man es nämlich in Melbourne, dem Austragungsort der Australian Open. Im australischen Slang wird das morgendliche "Good Day" etwas verschluckt. In diesem Sinne: G'day und viel Spaß bei unserer täglichen Kolumne!

Ulf steht an einem Handlauf. Muss kurz verschnaufen, Schluck Wasser. Sonne heute gnadenlos. Gladbach-Auswärtstrikot und Cap. Kommt aus Thüringen. Drei, vier Mal im Jahr nach Gladbach. Früher Bökelberg, heute Borussia-Park. Neben Gladbach- auch Jena-Fan. "Traurig, wenn man ins Stadion geht und da 1.000 Seelen sind", sagt Ulf und wünscht sich mehr Zuschauer in den unteren Ligen: "Wenn es gegen Erfurt geht, sind mal die 10.000 da, dann kommt die Kohle rein." Verhaltener Optimismus bezüglich Zverev. 

Zuvor bei Zverevs Practice-Session anders: Hauke, Susanne und Hendrik feuern "Sascha" an. Alle drei tennisbegeistert und Zverev-Fans. Ursprünglich aus Hamburg. Vor neun Jahren beruflich nach Australien gegangen. Mama und Papa mittlerweile Deutsche und Australier. Sohnemann Hendrik bald auch. "Wir haben Sascha schon oft hier angefeuert", erzählt Susanne: "Und natürlich Angie Kerber. Wir sind zum achten Mal hier." Fans, weil Zverev Hamburger ist? "Sicher auch, aber das ist nicht entscheidend", sagt Hauke. "Wir mögen seine Art, Tennis zu spielen sehr." Große Fahne mit Hamburger Stadtwappen trotzdem dabei. Anfeuern auf "hamburgisch". Herrlich! Sehen uns nach dem Match.

Kapitel 3:  Faszinierende Athleten 

In Australien ist heute die Schule gestartet. Etwas weniger los. Zverev gegen Wawrinka läuft. Bevor Match in entscheidende Phase geht, beim Rollstuhl-Tennis vorbeischauen. Qualifikation läuft. Wahnsinnig beeindruckend. Schnelligkeit und Beweglichkeit auf unfassbarem Niveau. Grenzen sind da, um überwunden zu werden. Was für Athleten. Top-Spieler Dylan Alcott kommt aus Melbourne. Die Australian Open vier Mal gewonnen, zuletzt 2018. Rollstuhl-Tennis ist hier richtig groß. 

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Allison wartet auf das Match des Amerikaners David Wagner. "Er ist ein Freund von Bekannten von mir", sagt sie. Fragt nach Herkunft. Deutschland. "Mein Mädchenname ist deutsch", sagt sie: "Wertheim." Wikipedia-Check ergibt: Nördlichste Stadt Baden-Württembergs. Fragezeichen bei Allison. Area of Frankfurt. "Ah." Empfiehlt Besuch beim Kooyong-Tennis-Club im Osten der Stadt. Ist eh auf der Bucketlist. "Ich bin schon zu den Australian Open gegangen, als noch da gespielt wurde", sagt Allison und nippt an ihrer Coke light. Kooyong, von 1972 bis 1988 Heimat der Australian Open. Werde hinfahren. Vor oder nach dem Halbfinale mit Zverev, the "Wunderkind".

Stand: 29.01.2020, 08:30

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