G’day Melbourne - Australia Day!

G'day Melbourne

Australian Open 2020 Tagebuch

G’day Melbourne - Australia Day!

Von David Vorholt, Melbourne

Das Wochenende steht im Zeichen des National-Feiertags. Für den "Australia Day" werfen sich die Aussies in Schale. Die Fanlieblinge Nick Kyrgios und Ash Barty sollen für den sportlichen Rahmen sorgen.

Kapitel 1: Kyrgios-Party heizt ein

Kyrgios spielt Night session. Lange Schlangen vor Melbourne Arena und Kiosken im Inneren. Alkohol wird reichlich konsumiert. Dazu Hot Dogs, Burger und sonstiges Fastfood. Gebrüll, Gesang, nackte Haut, Volksfeststimmung. Fächer, Sonnenschirm und vornehm am Drink nippen ist Wimbledon. 

Mann mit Schlagseite fragt nach Kopfschmerztablette. Am Treppenaufgang zum Oberrang eine Gruppe. Weiße Tennis-Montur, grüne Stirn- und Schweißbänder. Haben etwas für den Mann. Überlassen nichts dem Zufall, sagen sie. Männerausflug aus Sydney. Wollen interviewt werden. So wie viele andere Fans in schrägen Outfits. Bildfundus wird stetig erweitert.  

Was heißt eigentlich "G'day"?

"Guten Morgen!" oder auch "G'day!" - so hört man es nämlich in Melbourne, dem Austragungsort der Australian Open. Im australischen Slang wird das morgendliche "Good Day" etwas verschluckt. In diesem Sinne: G'day und viel Spaß bei unserer täglichen Kolumne!

Kapitel 2: Countdown zum großen Tag 

Stadion leert sich. Müll und Essensreste überall. Möwen kreisen. Auch für sie gibt es was zum Festtag. Pub "Duke of Wellington" hat noch auf. Cricket, Südafrika - England und Leicester im FA-Cup gegen Brentford auf den Schirmen. Keiner schaut hin. Retro-Plakate von Aus Open an der Wand. Wird das hier gezeigt? "Klar. Aber ist schon vorbei", sagt Barkeeper.  

Jenny und Brayden aus Canberra

Jenny und Brayden aus Canberra fiebern bei den Australian Open mit Nick Kyrgios.

"Kyrgios made it Kyrgios way", sagt Jenny. Show, Drama, Tiebreak im fünften. Kyrgios, wie man ihn kennt und Down Under liebt. Jenny und ihr Mann Brayden kommen aus Canberra. Sie berichtet mit leuchtenden Augen vom Krimi. Er abgeklärter. Knurrt mehr, als dass er spricht. Nicht unfreundlich, aber rau. "Canberra ist wunderschön, da solltest du unbedingt mal hin", sagt Jenny. Habe gehört, dass es sich nicht so lohnen soll. Aber den Aussies geht "beautiful" und "amazing" eh sehr leicht über die Lippen. Kyrgios auch aus Canberra. Lassen wir heute also mal gelten. 

Jenny und Brayden sind schon oft hier gewesen. Haben Freunde hier. Karten für die nächsten Tage aber nicht. "Kannst du uns nicht welche besorgen?", fragt sie. Schwierig. "Dann nehmen wir halt die." Greift nach Akkreditierung. Lachen und posieren für ein Foto. Australia Day hat begonnen. 

Kapitel 3: Sport-Tips vom Taxifahrer 

Vor der Tür ein Taxi. "Guten Abend", sagt Gurwinder. Nachnahme Singh. Stammt aus Indien. Seit Ende der 70er hier zu Hause. Viele Australian-Open-Gäste, klar. "Aber ich fahre nie an den Taxistand direkt am Haupteingang", sagt Gurwinder: "Da wartet man viel zu lang." Interesse am Tennis ja. Fan nein. Erzähle von Kyrgios-Sieg. Freut ihn. 

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Hat seine eigene Sport-Geschichte. "Ich sah mal anders aus", sagt Gurwinder. Am Ende der Fahrt will er ein Foto zeigen. Scrollt durch seine Galerie. Unmengen an Bildern. Dann das, was er gesucht hat. "Ich habe 28 Kilo abgenommen", sagt der Endvierziger und zeigt stolz das "Vorher-/Nachher-Bild". Erfolgsrezept? "Ganz einfach: Jeden Tag Sport, am Wochenende Regeneration, kein Reis und kein Brot." Wie lange hat das Abnehmen gedauert? "Etwas mehr als ein Jahr."

Kapitel 4: Warten auf  Barty-Party

"Round Robin" beginnt. Könnte auch "Altherren-Turnier" sagen. Aber klingt nicht gut. Außerdem deutsch. In der Rod Laver Arena McEnroe/McEnroe gegen Muster/Wilander. Haben Spaß. Ränge mäßig besetzt. Muster probiert einen Lob nach dem anderen. Alle weit im Aus. Dann gelingt ihm doch einer. Melbourne Arena: Thommy Haas im Doppel mit Mark Philippoussis. Das Duo gewinnt in zwei Sätzen. 

Nicht nur die Altgedienten spielen, auch das Junioren-Turnier startet. Court 12. Sengende Sonne. Gestriger Interview-Parnter Benito Sanchez im Einsatz. Verliert seine Premiere gegen die Nummer 1 der Setzliste. Danach der andere Schützling von Trainer Friedrich Klasen. Max Wiskandt. Macht seine Sache gut. Gewinnt ersten Satz gegen den Italiener Vincent-Ruggeri 6:4. "Sehr gut Max", ruft der Coach nicht nur einmal. 

Kunstflieger-Staffel über der Stadt. Ziehen ihre Runde immer näher und tiefer in Richtung Anlage. Leute begeistert. Australia Day halt.

Stand: 26.01.2020, 09:48

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