Abschluss-Wochenende ohne deutsche Beteiligung

Deutsche Fans in Melbourne - Susanne und Hendrik zitterten mit Zverev Sportschau 01.02.2020 03:01 Min. Verfügbar bis 01.02.2021 Das Erste

Australian Open 2020 Tagebuch

Abschluss-Wochenende ohne deutsche Beteiligung

Von David Vorholt, Melbourne

Ab auf die Zielgerade. Leider ohne Alexander Zverev und Alexandra Vecic. Alles Zittern und Anfeuern hat nichts geholfen. Weder im großen Halbfinale in der Rod Laver Arena, noch auf Court 7, wo die 18-Jährige einen großen Kampf vor den Augen der Bundestrainerin liefert.

Kapitel 1: Zverev-Fanklub Melbourne eine Frage der Zeit 

Susanne und Hendrik stammen ursprünglich aus Hamburg und leben in Melbourne

Vier Sätze. Einen gewonnen. Drei verloren. Zwei davon im Tiebreak. Knappe Kiste. "Dominic war in den entscheidenden Situationen besser", so das Fazit von Alexander Zverev nach dem ersten Grand-Slam-Halbfinale seines Lebens gegen Dominic Thiem. Hat eben nicht gereicht. Sehr zum Leidwesen der Zverev-Fans Susanne und Hendrik. 

Familie am Tag von Zverevs Viertelfinale gegen Wawrinka erstmalig getroffen. Damals auch Papa Hauke dabei. Dieses Mal nur Mama und Sohnemann. Haben spontan Karten fürs Halbfinale gekauft. "Teuer, tat kurz weh, aber wir mussten Sascha sehen", sagt Susanne. Sie brennt für den 22-Jährigen. Emotion pur. Sohn Hendrik deutlich analytischer angehaucht. So auch nach dem Halbfinale. Treffe die beiden unmittelbar nach Spielende auf Rod Laver. Hände zittern noch. 

Kapitel 2: Vecic “bald auf der Tour” 

Gezittert haben auch Alexandra Vecic und ihr Team. Während auf Rod Laver das große Match läuft, spielt die 18-Jährige auf Court 7. Am Ende in drei Sätzen verloren. Beim Stand von 1:3 im dritten das entscheidende Spiel. Vecic mit einer ganzen Reihe an Breakbällen. Einstand, Vorteil, Einstand, Vorteil. Geht fast eine viertel Stunde lang so. Am Ende macht Gegnerin Baszak aus Polen das Ding zu und gewinnt das Match. 

Wow, hier war alles drin. Besonders bei der ersten deutschen Aus-Open-Halbfinalistin seit 1997: Jubel und Frust. Selbstmotivation und Zweifel. Auf und Ab. "Es war sehr ausgeglichen. Entscheidend war am Ende der Aufschlag", sagt Bundestrainerin Barbara Rittner, die das gesamte Match über an der Linie gesessen hatte, im anschließenden Gespräch mit der Sportschau: "Hier war die Gegnerin heute besser." Rittner trotzdem positiv: "Alex muss defensiv noch besser werden, in der Offensive passt schon vieles." Sehen wir Alex denn bald auf der WTA-Tour? "Auf jeden Fall", sagt die Bundestrainerin. 

Kapitel 3: Dem Ende entgegen 

Aus Open gehen spürbar dem Ende entgegen. Regen, nichts als Regen am Samstag. Von morgens bis zum späten Nachmittag. Public Viewing am Federation Square leergefegt. In der Taxi Bar direkt daneben spielt am Nachmittag eine Liveband erdigen Bluesrock. Auf Großleinwand das Quad-Rollstuhl-Finale zwischen Dylan Alcott und David Wagner. Läuft aber ohne Ton. Hier eher Randnotiz. Melbourne und seine Menschen scheinen rund um das Turniergelände schon langsam in den "Post-Aus-Open-Modus" zu schalten. Auf der großen Bühne am Gelände: Max Frost auf der Bühne. Amerikanischer Singer/Songwriter spult Programm runter und gibt sich Mühe, die paar Leute, die bei dem Wetter gekommen sind, bestens zu unterhalten. Gelingt. Die, die da sind, genießen Musik, Zigaretten und Bier im Matsch. Mancher auch barfuß. Hat was von Woodstock. Aber auch nur rein optisch. 

Am Abend das Damen-Finale zwischen Garbiñe Muguruza und Sofia Kenin auf Rod Laver. Vorher erledigt hier Alcott seine Sache gegen Amerikaner Wagner souverän. 6:0, 6:4. Klare Kiste. Nach Doppel-Titel auch Einzeltitel für den Melbournian. Sechster Titel hier für ihn. Großer Bahnhof bei der Ehrung, große Worte von allen Beteiligten. Anschließend rüber zu Channel 9 zum Liveinterview. Alcott ist der Djokovic, Nadal und Federer des Quad-Rollstuhl-Tennis in Personalunion. “Echter” Djokovic morgen im Einsatz. Wetter soll ähnlich bescheiden werden wie heute.

Was heißt eigentlich "G'day"?

"Guten Morgen!" oder auch "G'day!" - so hört man es nämlich in Melbourne, dem Austragungsort der Australian Open. Im australischen Slang wird das morgendliche "Good Day" etwas verschluckt. In diesem Sinne: G'day und viel Spaß bei unserer täglichen Kolumne!

Stand: 01.02.2020, 09:20

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