Fan-Trouble und Legenden in Melbourne

Griechische Fans

Tagebuch, Tag 8 bei den Australian Open

Fan-Trouble und Legenden in Melbourne

Von David Vorholt, Melbourne

Die Tennis-Elite ist zu Gast in Melbourne. Sehe viele bekannte und unbekannte Gesichter. Interessantes auf beiden Seiten. Außerdem laufe ich den griechischen "Supportern" über den Weg, die hier für Stress und Schlagzeilen sorgen. Danach folgt ein besonderer Moment der Entschleunigung.

Kapitel 1: Melbourne, die 18.  

Im National Tennis Center ist immer was los. Profis schlagen sich ein. Junioren trainieren. Kinder, Jugendliche, Erwachsene - hier hat fast jeder einen Tennisschläger in der Hand. Einer nicht: Currado Tschabuschnig unterhält sich mit verschiedenen Leuten. Handshake hier. Kleiner Plausch da. Spricht deutsch. Gesprächseinladung nimmt er gerne an. Plaudern über Spieler, die er managt, und über Melbournes Strände. 

Tennis-Manager Tschabuschnig: "Vom Strand zur Arbeit" Sportschau 27.01.2020 03:29 Min. Verfügbar bis 27.01.2021 Das Erste

Kapitel 2: Stress mit der Polizei

Diese Thema ploppt hier immer wieder auf: Einige griechische "Fans" sorgen immer wieder für Ärger. Bei Tsitsipas’ Erstrundenmatch rausgefolgen. Griechischer Top-Star verglich sie anschließend mit Fußball-Fans. Nach dem Match der Griechin Maria Sakkari verbale Auseinandersetzung zwischen Polizei und Gruppe "Hellas Supporters Melbourne" am Ausgang. 

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Sind wohl rausgeflogen. Tragen alle das gleiche schwarze Shirt mit dem gleichen Aufdruck: 15 Jahre Hellas Supportes Melbourne. Wirkt optisch in der Tat wie beim Fußball. Beleidigungen auf Englisch und Griechisch. Wortführer der Gruppe provoziert den ranghöchsten Polizisten, Kollegen filmen. Ziehen irgendwann ab und skandieren Parolen. Dabei wird immer wieder der rechte Arm in eindeutiger Pose gehoben. Unangenehm. 

Kapitel 3: Aboriginie-Gesang auf der Brücke 

Zur Pause vom Gelände runter. Nehme anderen Weg als sonst. "Hellas Supporters" kommen hinterher. Weiß nicht, ob sie mir folgen oder zufällig den Weg nehmen. Mulmiges Gefühl. Spiegelfunktion des Smartphones als "Rückspiegel" durchgehend im Einsatz. Vorbei am Melbourne Cricket Ground über William Barack Bridge Richtung City. Gruppe weg. Dafür Geräusche. Gesang? Radio? Ungewohnt und zunächst undefinierbar. 

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Quelle identifiziert:. Auf der Brücke dutzende Lautsprecher installiert. Beschallen Weg mit interessanten Klängen, Tonfragmenten und Sprechgesang. Sicher aboriginal Musik. Google hilft mal wieder. Tatsächlich. William Barack war Stammesführer eines Aboriginie-Tribes. Brücke ist nach ihm benannt und Soundinstallation ihm und seinem Schaffen gewidmet. Blick auf MCG, Rod Laver Arena und Außencourts. Leichter Wind geht. Kurze Auszeit vom ganzen Trubel. Augen geschlossen. Aus der Ferne schwappt leise der Applaus von den Plätzen rüber.

Was heißt eigentlich "G'day"?

"Guten Morgen!" oder auch "G'day!" - so hört man es nämlich in Melbourne, dem Austragungsort der Australian Open. Im australischen Slang wird das morgendliche "Good Day" etwas verschluckt. In diesem Sinne: G'day und viel Spaß bei unserer täglichen Kolumne!

Kapitel 4: Teatime mit Legenden  

Barty hat am Abend zuvor souverän geliefert. Viertelfinale. Perfekter Abschluss für Australia Day. Feuerwerk in Docklands angekündigt. Luftlinie etwa drei Kilometer vom Gelände. Sehe nichts. "Vielleicht abgesagt wegen dem Wind", mutmaßt Frau im Barty-Shirt. Aussies ist es egal. Barty-Party geht weiter. Das zählt. 

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Zähle die bekannten Gesichter. Am späten Nachmittag des 8. Turniertages: Einladung zum Pressegespräch mit Tennis-Legenden. Tea Time. Ohne Tee. Dafür Ivanesevic, Wilander, Muster, Haas. Dazu Mark Philippoussis, der über Kyrgios spricht. Sehr interessant. Traut ihm viel zu. Nicht aber gegen Nadal. Und Martina Navratilova. Mit Abstand meistgefragt hier. Geht um Margarete Court. Schwulen- und Lesben-Feindin wird heute auf Rod Laver geehrt. Vor 50 Jahren alle vier Grand Slams binnen eines Jahres gewonnen. Respekt dafür. Nur dafür. Werde im Stadion sein. Morgen vielleicht mehr.

Stand: 27.01.2020, 09:47

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