Australian Open - Djokovic nach harter Arbeit im Viertelfinale

Novak Djokovic

Achtelfinale in Melbourne

Australian Open - Djokovic nach harter Arbeit im Viertelfinale

Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hat mit etwas Mühe das Viertelfinale der Australian Open erreicht. Zuvor war Alexander Zverev im Achtelfinale chancenlos ausgeschieden.

Djokovic gewann nach 3:15 Stunden gegen den russischen Herausforderer Daniil Medwedew mit 6:4, 6:7 (5:7), 6:2, 6:3. Um 0.43 Uhr Ortszeit am Dienstagmorgen (22.01.2019) verwandelte Djokovic seinen dritten Matchball. Djokovic hatte mit dem formstarken Medwedew, der in Melbourne bis dato ohne Satzverlust war, mehr Probleme als erwartet.

In seinem insgesamt zehnten Viertelfinale in Melbourne trifft der sechsmalige Turniersieger nun am Mittwoch auf den Japaner Kei Nishikori, der in seinem Achtelfinale gegen den Spanier Pablo Carreno Busta sogar 5:05 Stunden auf dem Platz stand. Nishikori setzte sich in seinem dritten Fünfsatzmatch im Turnierverlauf mit 6:7 (8:10), 4:6, 7:6 (7:4), 6:4, 7:6 (10:8) durch.

Krachende Niederlage für Zverev

Nach Wimbledonsiegerin Angelique Kerber war zuvor auch die zweite und letzte deutsche Tennishoffnung in Melbourne krachend aus dem Turnier geflogen. Mit 1:6, 1:6, 6:7 (5:7) unterlag Alexander Zverev dem Kanadier Milos Raonic. Höhepunkt am Rande war ein Wutausbruch Zverevs, der seinen Schläger mit derben Hieben im Verlauf des zweiten Satzes zertrümmerte.

Zverev: "Es gibt solche Tage, an denen nichts läuft"

Sportschau 21.01.2019 01:07 Min. Verfügbar bis 21.01.2020 ARD

In nicht einmal zwei Stunden lief beim Jungstar aus Hamburg zuerst nichts, dann nicht viel zusammen. "So hätte er auch in der Qualifikation in der ersten Runde verloren. Das ist unglaublich schlecht", sagte Tennis-Ikone John McEnroe. "Als ich das Match angefangen habe, wusste ich, dass es ein schwerer Tag wird", sagte Zverev: "Es gibt solche Tage einfach, man hat es schon bei Angie gesehen."

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Zverev erlebte damit die nächste Grand-Slam-Enttäuschung. Nach dem Triumph beim ATP-Saisonfinale im November und der Vorbereitung mit Coach Ivan Lendl hatte er auf den Durchbruch gehofft. Der muss nun mindestens bis zu den French Open im Frühjahr warten.

Ballkind bringt sich in Sicherheit

Alexander Zverev

Alexander Zverev

Dabei hatte die Partie gegen Raonic (28), der sich nach vielen Verletzungen erst auf dem Weg zurück zu alter Klasse befindet, ganz nach Zverevs Geschmack begonnen. Dem 21-Jährigen gelang gegen den gefürchteten Aufschläger Raonic sofort ein Break - doch dann brach er völlig ein. Nach den ersten fünf Spielen schmiss er zum ersten Mal frustriert seinen Schläger, Lendl beobachtete die Szene ohne sichtbare Regung. Nach den Doppelfehlern Nummer sechs und sieben zum 1:4 im zweiten Satz rastete Zverev dann völlig aus, ein Ballkind brachte sich lieber in Sicherheit, Lendl nippte kurz an seiner Wasserflasche. Die beiden ersten Sätze gingen klar verloren. "Das hätte ich vielleicht nach dem ersten Satz machen sollen. Dann wäre es vielleicht anders gelaufen", meinte er.

Zehn Doppelfehler

Immerhin fand der Weltranglisten-Vierte später etwas besser in die Partie und war Raonic im dritten Durchgang ein ebenbürtiger Gegner. Zverev brachte seine Aufschläge sicher durch, Raonic schlug mit Assen und Servicewinnern zurück.

Diesmal war Zverev jedoch weit von seiner Bestform entfernt, noch weiter sogar als die Kielerin Kerber, die beim 0:6, 2:6 von der US-Amerikanerin Danielle Collins überrollt worden war. Zwar wehrte Zverev beim Stand von 4:5 im dritten Durchgang noch Raonics erste Matchbälle ab, führte im Tiebreak 4:2, verpasste jedoch die Wende. Zehn Doppelfehler und zahllose Unkonzentriertheiten waren an diesem Tag in Melbourne zu viel. Das weiß auch Zverev: "Dass ich in den Tiebreak gekommen bin, war wie ein Wunder. Ich glaube nicht, dass ich das Match trotzdem gewonnen hätte."

Im Viertelfinale steht auch der Franzose Lucas Pouille, der den Kroaten Borna Coric mit 6:7 (4:7), 6:4, 7:5, 7:6 (7:2) bezwang.

Williams bezwingt Halep

Bei den Damen  ist Serena Williams mit einem hart erarbeiteten Sieg über die Weltranglisten-Erste Simona Halep ins Viertelfinale eingezogen. Die 37-jährige Amerikanerin bezwang die Vorjahresfinalistin aus Rumänien am Montag in Melbourne 6:1, 4:6, 6:4. "Es war ein intensives Match mit einigen unglaublichen Punkten", sagte Williams. "Ich bin eine so unglaubliche Kämpferin, ich gebe niemals auf", sagte Williams.

Nächste Gegnerin ist am Mittwoch die frühere US-Open-Finalistin Karolina Pliskova aus Tschechien. Die frühere Nummer eins der Welt gewann 6:3, 6:1 gegen Garbiñe Muguruza aus Spanien.

US-Open-Siegerin Naomi Osaka erreichte zum ersten Mal in ihrer Karriere das Viertelfinale in Melbourne. Die 21 Jahre alte Japanerin gewann gegen die an Position 13 gesetzte Lettin Anastasija Sevastova nach 1:47 Stunden 4:6, 6:3, 6:4. In der Runde der besten Acht trifft Osaka auf Jelena Switolina. Die Ukrainerin, die im vergangenen Jahr beim WTA-Saisonfinale in Singapur triumphiert hatte, setzte sich gegen Madison Keys (USA/Nr. 17) nach 1:36 Stunden mit 6:2, 1:6, 6:1 durch.

sid/dpa | Stand: 21.01.2019, 14:30

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