Coronafälle bei Charterflügen

Trotz Quarantäne-Chaos: Keine Verschiebung der Australian Open

Obwohl mittlerweile 72 Tennisprofis in Corona-Quarantäne sitzen, denken die Organisatoren der Australian Open in Melbourne nicht an eine Verschiebung.

Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres werde wie geplant ab dem 8. Februar über die Bühne gehen, sagte Turnierdirektor Craig Tiley dem TV-Sender "Channel Nine". "Wir wussten immer, dass es in der Pandemie ein gewisses Risiko gibt", sagte Tiley: "Aber die Australian Open werden gespielt, und wir werden alles dafür tun, den Profis akzeptable Umstände zu schaffen."

Wie die Veranstalter mitteilten, befinden sich insgesamt 72 Tennisprofis in strikter Quarantäne und dürfen damit 14 Tage ihr Hotelzimmer nicht verlassen. Ursprünglich war geplant, dass die Sportlerinnen und Sportler während dieser Zeit für maximal fünf Stunden am Tag trainieren dürfen, um sich auf den Start in Melbourne vorzubereiten.

Auch Angelique Kerber muss in Isolation

Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber war am Freitag (15.01.2021) in Melbourne angekommen und twitterte am Samstagmittag, dass auch sie in Isolation muss. Grund waren positive Testergebnisse von Fluginsassen auf insgesamt drei Charterflügen. Nach den Flügen aus Abu Dhabi mit Kerber und aus Los Angeles teilten die Organisatoren am Sonntag mit, dass auch ein Flug aus Doha betroffen ist. Damit sind inzwischen insgesamt fünf Personen positiv getestet worden. Unter den Infektionsfällen sind keine Tennisprofis.

Erste Verstöße gegen die Quarantäne-Regeln

Australian Open: Spieler und Trainer vor Hoteleingang | Bildquelle: AFP /William West

Erste Profis haben offenbar bereits gegen die lokalen Quarantäne-Regeln verstoßen, weil sie ihre Zimmertür unter anderem geöffnet hatten, um sich mit anderen Spielern auf ihrem Hotelflur zu unterhalten. Nach Behördenangaben drohen Geldstrafen in Höhe von bis zu 20.000 Australischen Dollar (rund 12.700 Euro). Wer wiederholt die Vorschriften missachte, könne demnach in ein anderes Hotel mit Polizisten vor den Zimmertüren geschickt werden.

Der Aufwand der australischen Organisatoren ist enorm, um das Turnier inmitten der Pandemie über die Bühne zu bringen. Spieler und Begleitpersonen werden derzeit mit insgesamt 18 Chartermaschinen eingeflogen. Über 25 Millionen Euro soll das strenge Bubble-Konzept kosten.