Djokovic hofft auf Jubiläumssieg gegen Federer

Novak Djokovic

Australian Open

Djokovic hofft auf Jubiläumssieg gegen Federer

Von Jörg Strohschein

Novak Djokovic und Roger Federer bestreiten eines der beiden Halbfinale bei den Australian Open. Die beiden Tennis-Weltstars werden ihr 50. Duell auf der ATP-Tour austragen. Eigentlich spricht derzeit viel für den Serben, der bislang schier mühelos durch das Turnier gerauscht ist.

Der Sieg gegen Milos Raonic rückte schnell in den Hintergrund. Aber nicht, weil Novak Djokovic das Viertelfinal-Match bei den Australian Open gegen Raonic so leicht von der Hand gegangen war, ein deutlicher Dreissatzsieg (6:4; 6:3; 7:6) heraussprang und der Serbe schnell zur Tagesordnung übergehen wollte.

Beim obligatorischen Interview nach den Spielen in der Rod Laver Arena stellte Interviewer und Ex-Tennisstar John McEnroe eine Frage zum Tod von US-Basketballstar Kobe Bryant. Djokovic stockte kurz, schluckte und musste sichtlich mit sich ringen, um ein paar Worte zu finden.

"Er war einer der größten Athleten seiner Zeit. Er hat mich und viele andere Menschen inspiriert. Wir hatten in den letzten zehn Jahren eine persönliche Beziehung. Immer wenn ich einen Rat brauchte, habe ich mich an ihn gewendet", sagte Djokovic mit stockender, leiser Stimme. "Er war da für mich, er war mein Mentor und mein Freund. Es ist hart zu verstehen, was ihm und seiner Tochter passiert ist." Dann liefen die Tränen.

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Ein Duell, auf das die Fans gewartet haben

Es war einer dieser Momente, in denen Djokovic erkennen ließ, dass er nicht diese schier unglaubliche und fehlerfreie Tennis-Maschine ist, für die ihn viele halten. Ohnehin engagiert er sich seit vielen Jahren sozial, hat zudem eine eigene Stiftung gegründet. Großes öffentliches Aufheben macht er darum nicht.

Die Öffentlichkeit kennt ihn vor allem als knallharten Athleten, der jede Chance nutzt, um sich sportlich durchzusetzen. Und anders als andere Sportler wird Djokovic auch nicht nervös, wenn nun ein Duell ansteht, auf das so gut wie alle Tennisfans gewartet haben. Am Donnerstag (30.01.2020, ab 9.30 Uhr) trifft der 32-Jährige auf den 38 Jahre alten Schweizer Roger Federer. Und selbst weniger an Tennis interessierte Menschen haben von den atemberaubenden Duellen zwischen diesen beiden Weltstars gehört.

"Er ist definitiv einer meiner zwei größten Rivalen in meiner Karriere. Die Aufeinandertreffen mit Roger und Rafa (Rafael Nadal; Anmerk. d. Red.) haben mich erst zu dem gemacht, der ich jetzt bin", sagte Djokovic. Der Serbe und Federer werden sich in Melbourne das 50. Duell auf der ATP-Tour liefern. Djokovic liegt derzeit mit 26:23 in Führung. Auf Hartplätzen ist die Bilanz zwischen den beiden Tennisstars noch knapper: Mit 19:18 führt Djokovic dort. Und: Seit dem Wimbledon-Halbfinale im Jahr 2012 hat der Serbe kein Match mehr über drei Gewinnsätze gegen den Schweizer verloren.

Episches Match in Wimbledon

Roger Federer und Novak Djokovic 2019

Roger Federer und Novak Djokovic 2019

Eigentlich spricht alles für einen Sieg von Djokovic und einen erneuten Finaleinzug bei seinem "Lieblingsturnier". Aber: Beim jüngsten Finale in Wimbledon - im Sommer 2019 - lieferten sich die beiden Kontrahenten einen geradezu epischen Kampf und Djokovic musste zwei Matchbälle abwehren, ehe er die Sieger-Trophäe in die Höhe recken konnte. Das längste Finale (7:6 (7:5), 1:6, 7:6 (7:4), 4:6, 13:12 (7:3)) der Turniergeschichte dauerte 4:57 Stunden.

Dass der siebenmalige Sieger in bestechender Form ist, hat er allerdings in Melbourne eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Lediglich einen Satzverlust gegen den deutschen Profi Jan-Lennard Struff in Runde eins musste er hinnehmen. Ansonsten bereitete ihm kein Gegner bislang ernsthafte Sorgen.

Ganz anders Federer- sechsmaliger Melbourne-Champion - der das drohende Aus gleich zweimal in letzter Sekunde gegen John Milman und Tennys Sandgren noch ganz knapp und mit einer schier unglaublichen Ruhe jeweils in fünf Sätzen und Matchbällen gegen sich verhindern konnte. "Man weiß, dass Roger immer auf sehr hohem Level spielt. Egal auf welchem Untergrund. Lass den besseren Spieler gewinnen", sagte Djokovic.

Stand: 30.01.2020, 06:00

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