French Open: Nur 1.000 Zuschauer pro Tag

Fernando Verdasco

Tennis in Paris

French Open: Nur 1.000 Zuschauer pro Tag

Die Veranstalter der French Open müssen ihre Zuschauerpläne immer weiter nach unten korrigieren. Nach Behördenangaben dürfen nun nur noch 1.000 Zuschauer pro Tag auf die Anlage. Die deutschen Topspieler haben unterdessen machbare Gegner zugelost bekommen. Für neue Unruhe vor dem Start sorgte aber der Ausschluss von Fernando Verdasco.

Der spanische Tennisprofi darf nach einem positiven Corona-Test nicht bei den French Open starten und hat die Organisatoren des Grand-Slam-Turniers in Paris heftig kritisiert. Er sei "absolut frustriert", schrieb der ehemalige Top-Ten-Spieler am Freitagabend (25.09.2020) in den sozialen Netzwerken. Im August sei er positiv auf Covid-19 getestet worden, habe aber keine Symptome gehabt.

Er habe sich in Quarantäne begeben und sei anschließend zweimal negativ getestet worden. Nun sei er vor dem Turnierstart am Sonntag einmal positiv getestet worden, woraufhin die Organisatoren ihn disqualifiziert hätten, so Verdasco. Weitere Tests, denen er sich eigenständig zusätzlich unterzogen habe, seien allesamt negativ gewesen, schrieb der 36-Jährige in einer ausführlichen Stellungnahme. Auch seine Familie und seine Betreuer seien negativ getestet worden.

Verdasco: Organisatoren verweigerten weitere Tests

Die French-Open-Veranstalter hätten ihm jedoch weitere Tests verweigert, sagte Verdasco und äußerte seine "völlige Frustration und Verachtung". Ihm sei "das Recht genommen worden, an diesem wichtigen Event teilzunehmen". Verdasco stand 2009 im Halbfinale der Australian Open und ist mittlerweile auf Platz 58 der Weltrangliste notiert.

Nur noch 1.000 Zuschauer pro Tag

Zuschauer auf dem Gelände der French Open

Zuschauer auf dem Gelände der French Open

Der Umgang der Organisatoren mit der Corona-Pandemie bleibt damit das beherrschende Thema vor dem Start der French Open. Schon am Donnerstag hatten die Veranstalter von Roland Garros die erlaubten Zuschauerzahlen erneut nach unten korrigieren müssen. Die französischen Behörden gaben bekannt, dass nur 1.000 statt 5.000 Personen pro Tag auf die Anlage kommen dürfen.

Zuvor hatte die Regierung bereits angekündigt, dass ab Samstag eine Obergrenze von 1.000 Personen für Großveranstaltungen auch in der Hauptstadt gilt. Einen Tag später beginnt das in den Herbst verlegte Grand-Slam-Turnier.

"Die Situation verschlechtert sich weiter"

"Die Situation verschlechtert sich weiter", sagte der Gesundheitsminister Oliver Veran im französischen Fernsehen: "Vor allem der Druck auf die Krankenhäuser erfordert es, dass wir zusätzliche Maßnahmen ergreifen."

Zuletzt gingen die Veranstalter von 5.000 Fans pro Tag auf der Anlage aus, zuvor hatten sie mit 11.500 Zuschauern gerechnet. Die Zahlen neuer Coronainfektionen sind im deutschen Nachbarland zuletzt deutlich in die Höhe gegangen, Frankreich zählt zu den von der Pandemie stark betroffenen Ländern in Europa.

Alexander Zverev bei der Vorbereitung für die French Open

Alexander Zverev bei der Vorbereitung für die French Open

Zverev gegen die Nummer 91

Unterdessen hat die Auslosung bei dem Turnier den deutschen Topspieler machbare Aufgaben beschert. US-Open-Finalist Alexander Zverev und die dreimalige Grand-Slam-Gewinnerin Angelique Kerber haben bei den French Open in Roland Garros lösbare Aufgaben zum Auftakt erwischt. Zverev (Hamburg/Nr. 6), Viertelfinalist des Vorjahres, trifft in der ersten Runde erstmals auf den Österreicher Dennis Novak, die Nummer 91 der Weltrangliste.

Kerber trifft auf Juvan aus Slowenien

Die deutsche Topspielerin Kerber (Kiel) war vergangenes Jahr in der ersten Runde an der Russin Anastassija Potapowa gescheitert. Diesmal wird die Nummer 18 der Setzliste zum Auftakt von der jungen Slowenin Kaja Juvan herausgefordert, gegen die sie noch nie gespielt hat.

In der dritten Runde droht ein Duell mit Madison Keys (USA/Nr. 12), Zverev könnte im Viertelfinale auf den zwölfmaligen Paris-Champion Rafael Nadal (Spanien/Nr. 2) treffen.

Altmeier erstmals bei einem Grand Slam dabei

Daniel Altmaier hat sich am Donnerstagabend ebenfalls für das Hauptfeld qualifiziert. Der 22 Jahre alte Kempener setzte sich in Paris in der letzten Qualifikationsrunde gegen den Belgier Ruben Bemelmans mit 6:3, 1:6, 6:3 durch und schaffte damit als einziger der insgesamt elf gestarteten deutschen Herren den Sprung ins Grand-Slam-Turnier.

Die Erstrundenmatches der deutschen Damen
Angelique Kerber (Kiel/Nr. 18)Kaja Juvan (Slowenien)
Julia Görges (Bad Oldesloe)Alison Riske (USA/Nr. 19)
Tamara Korpatsch (Hamburg)Amanda Anisimiova (USA/Nr. 25)
Andrea Petkovic (Darmstadt)Zwetana Pironkowa (Bulgarien)
Anna-Lena Friedsam (Neuwied)Alexandra Sasnowitsch (Belarus)
Laura Siegemund (Metzingen)Kristina Mladenovic (Frankreich)
Die Erstrundenmatches der deutschen Herren
Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 6)Dennis Novak (Österreich)
Jan-Lennard Struff (Warstein/Nr. 30)Frances Tiafoe (USA)
Philipp Kohlschreiber (Augsburg)Cristian Garin (Chile/Nr.20)
Dominik Koepfer (Furtwangen)Antoine Hoang (Frankreich)
Daniel Altmaier (Kempen)Feliciano Lopez (Spanien)

dpa/sid | Stand: 25.09.2020, 23:15

Darstellung: