ATP Finals - Zverev zwingt Nadal in die Knie

Alexander Zverev gibt sich nach einem Punktgewinn gegen Rafael Nadal die Faust

ATP Finals, Tag zwei

ATP Finals - Zverev zwingt Nadal in die Knie

Deutschlands bester Tennisprofi Alexander Zverev hat zum Auftakt der ATP Finals in London einen Premierensieg gegen Rafael Nadal gefeiert. Auch Kevin Krawietz und Andreas Mies haben ihr erstes Gruppenspiel gewonnen.

Vorjahressieger Zverev setzte sich am Montagabend (11.11.2019) gegen den Weltranglisten-Ersten aus Spanien mit 6:2, 6:4 durch und gewann im sechsten Duell mit dem Linkshänder aus Mallorca zum ersten Mal.

"Das war großartig. Es war vom Beginn der Saison an mein Ziel, wieder nach London zu kommen. Das bedeutet mir sehr viel", sagte Zverev, der im vergangenen Jahr hier den bislang größten Titel seiner Karriere gefeiert hatte. Für ihn sei der Sieg "ein kleines Highlight des Jahres". Damit hat der Deutsche vor seinen weiteren beiden Vorrundenspielen gegen Griechenlands Jungstar Stefanos Tsitsipas und den Russen Daniil Medwedew am Mittwoch und Freitag gute Chancen auf das Weiterkommen. Die beiden Erstplatzierten der Gruppe "Andre Agassi" erreichen das Halbfinale bei dem Eliteturnier der acht Saisonbesten.

Nervenstark, mit starken Aufschlägen

Nadal, der beim Masters in Paris zuletzt mit einer Bauchmuskelverletzung vor dem Halbfinale zurückgezogen hatte, zeigte zu Beginn zumindest körperlich keine Anzeichen von Schwäche. Den besseren Start erwischte dennoch Zverev, der stark servierte und sich nach einem Break zum 3:2 absetzte. Der erste Satz war letztlich eine klare Angelegenheit für den Deutschen.

Auch im zweiten Durchgang erwischte Zverev einen Traumstart und nahm Nadal direkt dessen Service ab. Vor allem bei eigenem Aufschlag agierte der Weltranglistensiebte weiter extrem souverän, ließ bis zum Ende keinen einzigen Breakball zu und durfte nach 1:24 Stunden verdient jubeln. "Er hat sehr, sehr gut gespielt, und ich habe schlecht gespielt", sagte Nadal. Seine Verletzung wolle er nicht als Entschuldigung gelten lassen.

Lange um Teilnahme gezittert

Im Vorjahr hatte Zverev als dritter Deutscher nach Boris Becker (3 Mal) und Michael Stich (1) bei dem Event am Jahresende triumphiert und den bislang größten Titel seiner Karriere gewonnen. In diesem Jahr hatte er nach einer durchwachsenen Saison lange um die Qualifikation zittern müssen, in den vergangenen Monaten jedoch aufsteigende Form gezeigt. Zverev bezeichnete seine Saison selbst als "hart". Doch nun scheint es, dass Zverev die Turbulenzen außerhalb des Platzes mit der Trenung von Trainer Ivan Lendl oder dem Rechtsstreit mit seinem Ex-Manager pünktlich zu den ATP Finals in London verarbeitet hat. "Ich habe wieder mehr Ruhe und Ordnung", sagte der Weltranglisten-Siebte, der nun vom gleichen Management wie Roger Federer betreut wird.

Krawietz/Mies gewinnen auch

Mies (r.) im ersten Spiel der ATP Finas am Netz

Auch das deutsche Doppel Kevin Krawietz und Andreas Mies feierte einen Auftaktsieg. Die French-Open-Sieger setzten sich gegen Jean-Julien Rojer/Horia Tecau (Niederlande/Rumänien) nach Match-Tiebreak 7:6 (7:3), 4:6, 10:6 durch. Damit hat das deutsche Duo den ersten Schritt Richtung Halbfinale gemacht.

Die weiteren Aufgaben haben es allerdings in sich. In der Gruppe "Max Mirny" treffen Krawietz/Mies auf die anderen Grand-Slam-Gewinner des Jahres: Dies sind die Kolumbianer Juan Sebastian Cabal und Robert Farah, aktuelle Wimbledon- und US-Open-Sieger sowie Weltranglistenerste, und die Franzosen Nicolas Mahut und Pierre Hugues-Herbert, die im Januar bei den Australian Open triumphiert hatten.

Tsitsipas besiegt Medwedew

Im ersten Einzel der Gruppe "Andre Agassi" hatte Stefanos Tsitsipas etwas überraschend das Duell der Turnier-Neulinge für sich entschieden. Der 21 Jahre alte Grieche setzte sich gegen seinen zwei Jahre älteren russischen Kontrahenten Daniil Medwedew mit 7:6 (7:5), 6:4 durch. Medwedew und Tsitsipas sind zum ersten Mal beim Turnier der besten acht Spieler der Saison dabei.

sid; red | Stand: 11.11.2019, 22:39

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