Alexander Zverev begibt sich in Quarantäne

Alexander Zverev auf der Adria Tour

Negativer Corona-Test bei deutschem Tennis-Profi

Alexander Zverev begibt sich in Quarantäne

Von Jörg Strohschein

Alexander Zverev und sein Team wurden im Rahmen der Adria Tour negativ auf das Corona-Virus getestet. Dennoch begibt sich der 23-Jährige in Quarantäne - und bedauert sein Verhalten. Andy Murray stellt seine Teilnahme an den US Open in Frage.

Die Adria-Tour für Tennis-Profis sorgt für immer neue Schlagzeilen. Nun hat sich auch Deutschlands Nummer eins, Alexander Zverev, am Montagnachmittag (22.06.2020) via sozialer Medien zu Wort gemeldet und bekannt gegeben, dass seine Teilnahme an dieser von Nowak Djokovic veranstalteten Turnierserie auch für ihn Konsequenzen haben wird.

Zverev und sein Team werden sich in Abstimmung mit seinen Ärzten trotz eines negativen Corona-Tests in eine Selbst-Quarantäne begeben. Das teilte der gebürtige Hamburger per Twitter-Meldung mit.

Bester deutscher Tennisprofi entschuldigt sich

Doch nicht nur das: Zverev zeigte zudem Reue für sein Verhalten. "Ich möchte mich bei jedem entschuldigen, den ich mit meiner Teilnahme an dieser Tour in ein mögliches Risiko versetzt habe", so Zverev.

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Die Adria Tour ist, wohl auch aufgrund des laxen Umgangs der Teilnehmer mit den Hygienevorschriften im Umgang mit dem Virus, außer Kontrolle geraten. Neben dem Bulgaren Grigor Dimitrov, dessen Testergebnis bereits am Samstag öffentlich wurde, haben auch der Kroate Borna Coric sowie Djokovics Fitnesstrainer Marko Paniki und Dimitrovs Trainer Christian Groh positive Befunde mitgeteilt bekommen. Am Montagabend wurde zudem das positive Testergebnis des Serben Viktor Troicki publik.

Der Kroate Marin Cilic nahm ebenfalls an dem Turnier teil, wurde aber negativ getestet. Das Turnier wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Die Kritik an Djokovic wächst.

Andy Murray stellt Fragen

Nun meldete sich auch der Schotte Andy Murray zu Wort, der seit langer Zeit freundschaftlich mit der Nummer eins der Welt verbunden ist und eigentlich in Erwägung gezogen hatte, bei den auf Ende August verschobenen US Open anzutreten. In New York sollten sich die Spieler lediglich zwischen einem Hotel in Flughafennähe und der Tennisanlage in Flushing Measdows bewegen und keinen Kontakt zur Außenwelt haben.

"In einer Seifenblase - wenn es das ist, was die Leute tun - was ist die Strafe für Leute, die sich nicht an die dort aufgestellten Regeln halten?" sagte Murray der englischen Zeitung "Guardian" und stellte die Frage, was passieren würde, wenn sich jemand aufgrund von mangelnder Disziplin infiziert und dann womöglich nicht an einem Viertel- oder Halbfinale teilnehmen könnte. "Das wäre extrem frustrierend. Wie kontrollieren sie das also genau? Ich weiß nicht, wie sie das machen", so Murray.

Dennoch meinte der 33-Jährige: "Die Grand-Slam-Turniere zu spielen, hat für mich Priorität. Der Zeitplan ist kompliziert, aber ich verstehe natürlich, warum das so ist". Nach der Corona-Zwangspause wäre es ihm "egal, wie die Situation ist, vorausgesetzt es ist sicher", so der Brite. Er würde also auch leere Zuschauerränge in Kauf nehmen.

Grand Slam in New York: Tennisszene ist gespalten Sportschau 21.06.2020 03:51 Min. Verfügbar bis 21.06.2021 Das Erste

Stand: 22.06.2020, 18:17

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