Vendée Globe: Boris Herrmann Spitzenreiter auf den Fersen

NDR-Sport

Vendée Globe: Boris Herrmann Spitzenreiter auf den Fersen

Der Weltumsegler aus Hamburg hat den Rückstand auf den führenden Franzosen Charlie Dalin verkürzt.

Boris Herrmann darf bei der Weltumseglung Vendée Globe weiterhin vom Sieg träumen. Der Hamburger ist Spitzenreiter Charlie Dalin dicht auf den Fersen.

Lediglich rund 130 Kilometer hat der 36-Jährige derzeit noch Vorsprung vor Herrmann, der als erster Nicht-Franzose die härteste Solo-Regatta des Segelsports gewinnen könnte. Da war es für den gebürtigen Oldenburger auch verkraftbar, dass er Dalins französischen Landsmann Louis Burton an sich vorbeiziehen lassen musste. "Ich bin der Jäger, und die sind die Gejagten - das ist eine gute Position", sagte Herrmann am Freitagmittag erstaunlich relaxt in einer Livekonferenz von Bord der Seaexplorer.

Der 39-Jährige wirkt in seiner konzentrierten Aufmerksamkeit bereit für das große Finale, das sich bis in die Nacht zum 28. Januar ziehen könnte. Noch rund 1.750 Seemeilen (circa 3.230 Kilometer) hat Herrmann vor sich. Experten rechnen mit einer Ankunft schon am 27. Januar. NDR.de wird die Zielankunft der Vendée Globe im Video-Livestream übertragen.

Vendée Globe: Birte Herrmann - "Boris geht über seine Grenzen" Verfügbar bis 21.04.2021

Auch Zeitgutschriften werden entscheidend sein

Entscheidend werden für die vorderen Boote auch die Zeitgutschriften sein, die drei Skipper seit ihrem Engagement bei der Rettungsmission für Kevin Escoffier Anfang Dezember im Südatlantik erhalten haben. Wie sie sich in der Endabrechnung konkret niederschlagen, wird sich erst nach den Zieldurchfahrten genau ermitteln lassen. Der Franzose Jean Le Cam, derzeit Achter, hatte seinerzeit eine Gutschrift von 16 Stunden und 15 Minuten erhalten, sein Landsmann Yannick Bestaven (Platz sechs) zehn Stunden und 15 Minuten. Herrmann darf sechs Stunden von seiner Gesamtsegelzeit abziehen.

Herrmanns Yacht noch gut in Schuss

Für den Hamburger spricht, dass er seine Hightech-Yacht im Verlaufe des Rennens vor Schäden bewahrt hat und noch immer schnell ist. Aber die anstehenden, noch einmal kniffligen Passagen mit starkem Seegang könnten auch der Konkurrenz liegen. Es gilt den Wind bestmöglich zu deuten, die Route entsprechend zu planen und das Segels auszuwählen. Eine hochkomplexe Angelegenheit. "Ich fixiere mich nicht zu sehr auf die ganze Platzierungsgeschichte. Trotzdem versuche ich natürlich alles", sagte Herrmann.

Dieses Thema im Programm:
Hamburg Journal | 22.01.2021 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 23.01.2021, 10:37

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