Turmspringer Sereda – mit 13 in der Weltspitze

Aleksei Sereda auf dem Zehn-Meter-Turm bei der WM

Rekord bei der Heim-EM

Turmspringer Sereda – mit 13 in der Weltspitze

Der Ukrainer Alexej Sereda verblüfft mit 13 Jahren aktuell die Wassersprungszene. Mit gerade einmal 1,51 Meter Körpergröße triumphierte er am Sonntag (11.08.19) vom großen Zehn-Meter-Turm bei seiner Heim-EM in Kiew.

Im Jahr 2005 fuhr Patrick Hausding seinen ersten großen internationalen Titel im Wasserspringen ein. Er wurde Jugendeuropameister im Einzel mit 16 Jahren. Noch nicht miterleben konnte das Alexej Sereda, der erst im Dezember des gleichen Jahres auf die Welt kam. Knappe 14 Jahre später ist Hausding Deutschlands bester Wasserspringer und zwölfmaliger Europameister. Gerade erst hat er vier Medaillen von der Europameisterschaft mit nach Hause gebracht. Und dennoch war der Star dieser EM ein anderer: Sereda.   

Mit 13 schon Weltklasse

Der erste internationale Titel des "Wunderkindes" vom Zehn-Meter-Turm am Sonntag (11.08.2019) ist der vorläufige Höhepunkt eines kometenhaften Aufstiegs, der bei der Schwimm-Weltmeisterschaft in Gwangju im Juli begann. Dort katapultierte sich Sereda in der Königsdisziplin in die absolute Weltspitze und sorgte damit für Staunen in der ganzen Sprungszene. Als Vierter verpasste er das Podest nur knapp. Drei Wochen später stand der gerade mal 1,51 Meter große Jugendliche das erste Mal ganz oben.

13-Jähriger Wasserspringer verblüfft bei der EM Sportschau 12.08.2019 01:21 Min. Verfügbar bis 12.08.2020 Das Erste

Es ist aber nicht nur irgendein EM-Triumph: Das Jahrhunderttalent bricht damit den Rekord für den jüngsten Sieger vom Turm in der Geschichte des kontinentalen Wettkampfes - mit 13 Jahren und sieben Monaten. Vorher hatte diesen der Brite Tom Delay inne, als er im Jahr 2008 drei Monate älter als Sereda aktuell war. Der Brite verblüffte damals ebenso die Sprungszene wie Sereda.

Deutsches Wunderkind wegen Jugendschutz nicht möglich

Solche Ausnahmen sind im Wasserspringen der Männer, anders als bei Frauen, eher selten. Das liegt an den Kräften, die bei den Männern durch stärkeres Absprungverhalten deutlicher als bei den Frauen in der Eintauchphase wirken. Mit 60 Stundenkilometern treffen die Turmspringer aus zehn Metern auf die Wasseroberfläche. "Da muss man in so jungen Jahren technisch schon sehr sauber springen", erläutert Wassersprung-Bundestrainer Lutz Buschkow.

Zu jung dürfen die Athleten allerdings nicht sein: In manchen Ländern verbieten gewisse Restriktionen Starts von zu jungen Sportlern. "Ein Springer wie Sereda wäre in Deutschland aufgrund des Jugendschutzes gar nicht möglich", macht Buschkow deutlich. Deswegen sei es in Europa schwerer, junge Talente im Wassersprung zu finden und zu fördern. So wurde beispielsweise auch Hausding als Ausnahmetalent gesehen, startete aber erst mit 18 Jahren seine internationale Karriere. In anderen Ländern wie Russland, der Ukraine oder der dominanten Wassersprung-Nation China wird der Schutz nicht so eng gesehen. Die Verbände stellen Nachwuchsathleten international dementsprechend früh auf - so jung wie Sereda sind diese dennoch selten.

Kein Konkurrent für Hausding

Ein Konkurrent vom siebzehn Jahre älteren Deutschen wird der Ukrainer allerdings nicht mehr werden. Denn Hausding tritt inzwischen nur noch bei den Brettwettbewerben an und lässt den großen Zehn-Meter-Turm aus.

Ganz anders als Lou Massenberg, der mit Tina Punzel Silber im Mixed-Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett gewann und mit achtzehn Lenzen ebenfalls noch zu den Nachwuchsathleten gehört. Beim Sieg Seredas landete er auf dem elften Rang und schaute neidisch zum kommenden Sprungstar: "Seine Endphasen sind schon phänomenal."

Mitfavorit bei Olympia

Massenberg hofft bei Olympia im kommenden Sommer wie bei der EM auf Sereda zu treffen. Der Deutsche hat seinen Startplatz noch nicht sicher. Ganz im Gegensatz zum Ukrainer: Sereda gilt nun als Mitfavorit vom Turm und Herausforderer der chinesischen Topspringer.

dpa/red | Stand: 12.08.2019, 12:14

Darstellung: