Schwimmer Marius Kusch - willkommen in der Weltspitze

Schwimmen, EM: Marius Kusch reckt die Faust nach oben

Schwimm-EM in Glasgow

Schwimmer Marius Kusch - willkommen in der Weltspitze

Von Jens Mickler

Marius Kusch hat mit dem Gewinn der Goldmedaille bei der Kurzbahn-EM der Schwimmer für einen Paukenschlag gesorgt. Für seinen Ex-Trainer Henning Lambertz zählt er nun auch zu den Medaillenkandidaten bei den Olympischen Spielen.

Als Marius Kusch am Donnerstag (5.12.2019) über die 100 Meter Schmetterling im International Swimming Centre von Glasgow als Erster anschlug und dem Deutschen Schwimm-Verband die erste Goldmedaille gesichert hatte, war auch bei Henning Lambertz die Freude riesig. "Die Zeit von 49,06 Sekunden ist Wahnsinn. Ich hatte eher mit einer Zeit um 49,5 gerechnet", sagt der frühere Bundestrainer zu sportschau.de.

Schwimmen, EM:  Marius Kusch wird eingerahmt von Marcin Cieslak und Michail Wekowischtschew (rechts)

Marius Kusch wird eingerahmt von Marcin Cieslak und Michail Wekowischtschew

Mit dem Gold von Glasgow hat sich Kusch endgültig ins internationale Rampenlicht geschwommen. Zuvor stand eine Bronzemedaille bei der Kurzbahn-EM 2017 in seiner Erfolgsbilanz wie auch EM-Bronze im vergangenen Jahr auf der langen Bahn mit der deutschen 4x100-Meter-Lagen-Staffel. Ganz überraschend kam der aktuelle Triumph laut Henning Lambertz nicht. "Es hat sich in den vergangenen zwei Jahren angedeutet. Er war ja in den Finals immer dabei", so Lambertz, der im vergangenen Jahr vom Amt des DSV-Cheftrainers zurückgetreten war.

Weltklasse-Training in North Carolina

Noch immer ist der Kontakt sehr eng zwischen Kusch und Lambertz. Dieser hatte den gebürtigen Dattelner als jungen Leistungsschwimmer bei der SG Essen betreut. Der Rat von Lambertz ist Kusch immer noch wichtig. "Wir hatten auch gestern vor dem Finalrennen kurz telefonischen Kontakt", berichtet Lambertz. Da sei sein früherer Schützling hinsichtlich der Siegchancen noch verhalten gewesen.

Mittlerweile wird Kusch von den Top-Trainern der Queens University of Charlotte gecoacht. Vor drei Jahren wagte er dank eines Voll-Stipendiums den Schritt aus Essen in die USA und gehört dort neben anderen Weltklasse-Athleten zum angesehen Schwimm-Team der Universität von North Carolina. Seit Anfang Mai lebt Kusch, der weiterhin für die SG Essen startet, im kalifornischen San Diego. "Das Training ist da ein bisschen moderner als in Europa", sagt er. Unterstützung hat er dort von Schwimm-Kollege und Athletensprecher Jacob Heidtmann, der Kusch nach Kalifornien gefolgt ist

Schwimmen, EM: Marius Kusch am Startblock

Kusch beim Startsprung bei der Schwimm-WM in Gwangju

Das intensive Training dort habe sich nun ausgezahlt. "Ich habe speziell an der Unterwasserphase sehr, sehr hart gearbeitet", sagte Kusch. Neben seinem Landsmann Steffen Deibler zählt er vor allem Ryan Lochte und Michael Phelps zu seinen Vorbildern.

Teamplayer und Schlitzohr

Mit der Zeit von "49 flach" sei Kusch in der Weltspitze angekommen, meint Ex-Coach Lambertz, der den Mann mit der Spannweite von 204 Zentimetern (laut eigener Homepage) als "absoluten Teamplayer und kleines Schlitzohr" bezeichnet. Zum Vergleich: Der Weltrekord von Chad de Clos (Südafrika) liegt bei 48,08 Sekunden.

Der Blick für den neuen Europameister geht nun zu Olympia 2020: "Ich werde den Dezember komplett durchtrainieren in der Hoffnung, dass dann im Januar direkt die Quali für Tokio klappt", sagt Kusch, während Lambertz schon über die reine Olympia-Qualifikation hinausdenkt. "Ich traue ihm auf der langen Bahn eine Zeit unter 51 Sekunden über die 100 Meter Schmetterling zu", sagt Henning Lambertz. Damit könnte Marius Kusch ein Wörtchen bei der Medaillen-Vergabe mitreden.

Henning Lambertz und sein komplett neues Leben Mittagsmagazin 18.11.2019 02:49 Min. Verfügbar bis 18.11.2020 Das Erste

Stand: 06.12.2019, 11:28

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