ISL - So wollen die Schwimmer endlich Geld verdienen

Der Brite Adam Peaty bei der EM in London

Streit mit dem Weltverband FINA

ISL - So wollen die Schwimmer endlich Geld verdienen

Von Christian Hornung

Mit der Profiserie "ISL" gehen die Top-Schwimmer auf Konfrontation zu ihrem eigenen Weltverband, weil der seine Stars kaum am Gewinn beteiligte. Die FINA hält dagegen - sportschau.de klärt auf.

Was ist die ISL?

Die International Swimming League ist eine Wettkampfserie, bei der der Großteil der Gelder direkt an die Sportler fließen soll. Zugpferde sind Superstars der Szene wie der Brite Adam Peaty oder die Ungarin Katinka Hosszu. Die geplante Serie steht in Konkurrenz zum Weltverband FINA. Geplant ist, dass noch 2019 zwölf Profiteams aus Europa und den USA bei der ersten Auflage teilnehmen. Ein Preisgeld von fünf Millionen Dollar sowie 10.000 Dollar Antrittsgeld pro Sportler sind angeblich ausgelobt.

Warum gegen die FINA?

Seit Jahren werfen zahlreiche Athleten ihrem Weltverband vor, sie als "Marionetten" (Hosszu) zu behandeln - und nicht als Partner. Weil die FINA nun ein für Dezember 2019 geplantes ISL-Event in Turin aus angeblich formalrechtlichen Gründen untersagte, zogen drei Stars (Hosszu sowie die beiden US-Amerikaner Michael Andrew und Tom Shields) in den USA vor Gericht und klagen gegen das Wettkampfmonopol des Weltverbandes. Laut Anklageschrift hat die FINA in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 118 Millionen Dollar eingenommen, davon aber nur 15 Millionen als Preisgeld an die Athleten ausgeschüttet.

Was bietet die FINA?

Unmittelbar nach der Klage gegen das Wettbewerbsmonopol des Weltverbandes zaubert die FINA einen neuen Wettkampf mit einem Preisgeld von 3,9 Millionen US-Dollar aus dem Hut: die "FINA Champions Swim Series" mit einem ganz neuen Format. In den Einzelrennen zwischen März und Mai sollen jeweils nur der Olympiasieger, der Weltmeister, der Weltrekordler und der Weltjahresbeste gegeneinander antreten und um ein üppiges Preisgeld kämpfen. Die Athleten sollen zudem auf der Basis ihrer Ausrüster oder ihrer Kontinente in Teams eingeteilt werden. Allein im Teamwettbewerb sind 840.000 US-Dollar zu gewinnen.

Warum ist die FINA-Idee Unsinn?

Die FINA-Idee hört sich spektakulär an, ist aber in der Realität teilweise unsinnig. Ein Beispiel: Über 100 Meter Brust müsste Olympiasieger Adam Peaty gegen Weltmeister Adam Peaty, gegen Weltrekordler Adam Peaty und gegen den Weltranglistenersten Adam Peaty antreten. In vielen anderen Fällen sind die Weltrekordhalter gar nicht mehr auf der Höhe ihres Schaffens oder haben längst aufgehört. Auch der fünffache Rio-Olympiasieger Michael Phelps ist gar nicht mehr aktiv.

Welche Deutschen machen bei der ISL mit?

Am Mittwoch (08.05.2019) gab auch Lagenschwimmer Philip Heintz bekannt, dass er bei der ISL an den Start gehen will. Der Olympia-Sechste aus Heidelberg schloss sich dem italienischen Team "Aqua Centurions" an. Zuvor hatten bereits Vizeweltmeisterin Franziska Hentke und ihre Magdeburger Trainingskollegin Sarah Köhler bei dem italienischen Team um Superstar Federica Pellegrini Verträge unterschrieben. Auch Ex-Weltmeister Marco Koch (New York Breakes) und Christian Diener (London Roar) stehen als deutsche Teilnehmer der neuen Profiliga fest.

Stand: 09.05.2019, 08:26

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