Schwimm-WM - Traurige Hentke und glücklicher Heintz verpassen Bronze

Franziska Hentke

Schwimm-WM in Südkorea

Schwimm-WM - Traurige Hentke und glücklicher Heintz verpassen Bronze

Franziska Hentke hat bei der Weltmeisterschaft in Südkorea eine Medaille knapp verpasst. Auch Kollege Philip Heintz verpasste über 200 m Lagen Bronze. Die Gefühlslage bei beiden war jedoch unterschiedlich.

Hentke war als Vierte über 200 m Schmetterling nur 26 Hundertstelsekunden zu langsam für Bronze. Die 30-Jährige schlug am Donnerstag (25.07.2019) über 200 Meter nach 2:07,30 Minuten an.

Den Titel sicherte sich Boglarka Kapas aus Ungarn. Silber holte die US-Amerikanerin Hali Flickinger vor ihrer Landsfrau Katie Drabot. Zwei Jahre nach ihrer Silbermedaille von Budapest gelang es Hentke nicht, an den Erfolg auf ihrer Paradestrecke anzuknüpfen. Bei der vergangenen WM in Ungarn hatte Hentke die einzige Medaille für die deutschen Beckenschwimmer geholt.

"Es ist schon krass, das ist aus meiner Perspektive schon sehr bitter", sagte sie nach dem Rennen. Die Magdeburgerin hatte sich deutlich mehr ausgerechnet: "Ich würde sagen, dass das fast die beste Verfassung ist, die ich in meinem ganzen Leben hatte."

Franziska Hentke: "Platz vier ist mir egal"

Sportschau 25.07.2019 02:04 Min. Verfügbar bis 25.07.2020 Das Erste

Heintz ebenfalls auf Platz vier

Auch Philip Heintz hat eine zweite Medaille für die deutschen Beckenschwimmer bei den Weltmeisterschaften in Gwangju knapp verpasst. Der Vizeeuropameister aus Heidelberg schlug im Finale über 200 m Lagen nach 1:56,86 Minuten als Vierter an. Gold ging an den Japaner Saiya Seto. 

Im Gegensatz zu Hentke freute sich Heintz jedoch über die Platzierung: "Für mich ist das hier ein Sieg", sagte der Vizeeuropameister. "Ich bin wieder der alte Philip, ich bin wieder der, der 100 Prozent gibt und der sagt, dass ich nächstes Jahr das Ding gewinnen werde", sagte er im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio 2020. 

Philip Heintz: "Ich bin wieder der alte Philip"

Sportschau 25.07.2019 02:03 Min. Verfügbar bis 25.07.2020 Das Erste

Staffel sichert sich das Olympia-Ticket

Die erfolgreiche 4x200 Meter Staffel der Frauen:  Isabel Gose, Marie Pietruschka, Annika Bruhn und Reva Foos

Die erfolgreiche 4x200 Meter Staffel der Frauen: Isabel Gose, Marie Pietruschka, Annika Bruhn und Reva Foos

Die deutsche Freistil-Staffel der Frauen über 4 x 200 Meter löste das Ticket für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Reva Foos, Isabel Gose, Marie Pietruschka und Annika Bruhn schlugen am Donnerstag nach 7:54,30 Minuten an und qualifizierten sich damit als fünftschnellste Staffel der Vorläufe auch für das Finale am Nachmittag.

"Es war ein cooles Rennen", sagte Gose. Das Staffel-Quartett freute sich auf das Finale. "Ich denke, wir können uns alle heute Nachmittag nochmal individuell steigern und dann kommt als Team eine gute Leistung dabei raus", sagte Schlussschwimmerin Bruhn. Letztlich belegte die deutsche Staffel im Endlauf Rang sieben, Gold sicherte sich in neuer Weltrekordzeit die australische Staffel.

Marco Koch erreicht Finale

Auch Brustschwimmer Marco Koch konnte zufrieden sein. Der Weltmeister von 2015 erreichte am Donnerstag als Achter gerade noch das Finale über 200 Meter.

"Es hat sich ganz gut angefühlt", sagte Koch nach seinem ersten WM-Auftritt in Gwangju. "Ich denke, ein bisschen Luft habe ich noch nach oben." Für das Halbfinale hatte er die Devise ausgegeben, "einfach weiterzukommen". Das ist gelungen.

Wechsel zu Lambertz hat Koch "echt gut getan"

Koch trainiert nach den Plänen des früheren Chefbundestrainers Henning Lambertz, der im Dezember auch wegen Differenzen mit dem Leistungssportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), Thomas Kurschilgen, zurückgetreten war.

"Der Wechsel zu Henning hat mir echt gut getan", sagte Koch. Zwar sei noch nicht alles optimal. "Aber es geht in die richtige Richtung. Wir müssen unseren Weg weitergehen, dann wird es richtig gut nächstes Jahr."

Der zweite deutsche Starter über 200 Meter Brust, Maximilian Pilger, schied als 23. aus. Christian Diener kam über 200 Meter Rücken in 1:57,61 Minuten als Achter ins Halbfinale.

Wasserballer unterliegen Serbien

Die deutschen Wasserballer können bei ihrem WM-Comeback nach sechs Jahren im besten Fall den siebten Rang erringen. Das Team von Bundestrainer Hagen Stamm verlor trotz einer starken Leistung im ersten Platzierungsspiel gegen Europameister Serbien denkbar knapp 16:17 (3:3, 3:3, 3:2, 3:4, 4:5) nach Fünfmeterwerfen. Im Spiel um Platz sieben trifft die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) am Samstag (7.00 Uhr MESZ) auf den Verlierer der Partie zwischen Australien und Griechenland.

Bester Werfer der deutschen Mannschaft waren in der regulären Spielzeit Dennis Eidner, Maurice Jüngling und Timo van der Bosch mit jeweils zwei Treffern, Das DSV-Team agierte in diesem Turnier nach den Spielen gegen Italien (7:8) und Titelverteidiger Kroatien (8:10) zum dritten Mal mit einem Topteam auf Augenhöhe und führte bis 13 Sekunden vor dem Ende mit 12:11.

Keine Konsequenzen bei den Wasserballern

Derweil befürchtet der DSV nach einer Nachfrage des Weltverbandes FINA zu einer Wettkampfdopingkontrolle bei den Wasserballern keine Konsequenzen. "Wir haben gestern Abend eine routinemäßige Nachfrage der FINA zu den Angaben unseres Mannschaftsarztes der Wasserballer im Rahmen einer Wettkampfdopingkontrolle auf dem Doping-Testprotokoll eines Spielers erhalten", wird Kurschilgen in einem DSV-Statement zitiert. "Diese haben wir gestern umgehend schriftlich beantwortet."

Die FINA hat daraufhin dem DSV gegenüber schriftlich bestätigt, dass in vollkommener Übereinstimmung mit den bestehenden Regularien (NADA, WADA, FINA) gehandelt wurde. Das Thema sei damit vom Tisch, sagte DSV-Sprecher Roman Mölling. Um welchen Spieler es sich handelte, gab der DSV nicht bekannt.

dpa | Stand: 25.07.2019, 07:18

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