Schwimm-WM - Köhler verpasst Bronze knapp

Sarah Köhler bei der Schwimm-WM in Gwangju

Schwimm-WM in Südkorea

Schwimm-WM - Köhler verpasst Bronze knapp

Freiwasser-Staffelweltmeisterin Sarah Köhler hat bei der Schwimm-WM in Südkorea nach Silber über 1.500 m Freistil eine weitere Medaille knapp verpasst. Die 25-Jährige belegte im 800-m-Finale den vierten Platz und knackte mit einer Zeit von 8:16,43 Minuten den deutschen Uraltrekord von Anke Möhring aus dem Jahr 1987 deutlich. 

Gold ging am Samstag (27.07.2019) an Rekordweltmeisterin Katie Ledecky aus den USA, die ihren 15. WM-Titel gewann.

"Als ich gesehen habe, wie nah ich an Ledecky dran war, habe ich gedacht: Mein Gott, du bist auf Platz drei", sagte Köhler, die vor einem Jahr von Frankfurt nach Magdeburg gewechselt war, "jetzt musst du irgendwie durchbeißen. Es ist ein bisschen schade, dass es nicht für Bronze gereicht hat. Aber ein Jahr nach dem Trainerwechsel haben wir nicht gedacht, dass ich überhaupt so schnell schwimmen kann."

Köhler nach Platz vier: "Die Freude überwiegt"

Sportschau 27.07.2019 02:51 Min. Verfügbar bis 27.07.2020 ARD Von Lars Becker

Zuvor hatte Vielstarter Marius Kusch im Endlauf über 100 m Schmetterling beim Sieg des US-Stars Caeleb Dressel in 51,66 Sekunden den achten Platz belegt. "Letzter war natürlich nicht das Ziel", sagte der Essener, der in den USA trainiert, "aber ich bin unfassbar zufrieden, dass ich überhaupt im Finale war."

Wellbrock im Finale über 1.500 Meter

Florian Wellbrock bei den 1.500 Metern

Florian Wellbrock bei den 1.500 Metern

Medaillenkandidat Florian Wellbrock meldete sich vier Tage nach seinem überraschenden Vorlauf-Aus bei der Schwimm-WM stark zurück. Der 21-Jährige qualifizierte sich über 1.500 Meter Freistil als Zweiter der Vorläufe souverän für das Finale am Sonntag (ab 13.00 Uhr/MESZ). Wellbrock schlug im südkoreanischen Gwangju nach 14:47,52 Minuten an und musste sich damit nur dem italienischen Olympiasieger Gregorio Paltrinieri geschlagen geben, der eine Zeit von 14:45,80 Minuten schwamm. Vier Tage nach seinem enttäuschenden Vorlauf-Aus als 17. über 800 Meter zeigte sich der Freiwasser-Weltmeister sehr gut erholt.

"Als Zweiter drin, erstmal alles super", sagte Wellbrock. Die Erleichterung über das Comeback nach seinem völlig misslungenen Rennen über 800 Meter war dem Magdeburger deutlich anzumerken. "Dafür, dass ich bei den 800 Metern so ein bisschen gepatzt habe, war es für den Kopf jetzt schon wichtig, vorne ins Finale zu kommen und da nicht auf einer Außenbahn schwimmen zu müssen", sagte er.

Der deutsche Teamchef Bernd Berkhahn meinte, Wellbrock habe es "sehr, sehr souverän" gemacht. "Die Erleichterung ist schon groß." Der zweite deutsche Starter Ruwen Straub schied als 17. aus.

Elendt überrascht mit Finaleinzug

Die 17-jährige Anna Elendt hat sich überraschend für das Finale über 50 Meter Brust qualifiziert. Bei ihren ersten Weltmeisterschaften schlug sie nach 31,10 Sekunden an und blieb damit 14 Hundertstelsekunden unter ihrer Bestzeit. Das reichte in der nicht-olympischen Disziplin für Platz acht und das letzte Final-Ticket. Vorlaufschnellste war die Amerikanerin Lilly King in 29,84 Sekunden.

Die deutsche 4 x 100 Meter Freistil Mixed-Staffel verpasste das Finale nur um acht Hundertstelsekunden. Josha Salchow, Christoph Fildebrandt, Isabel Gose und Julia Mrozinski schwammen in dem nicht-olympischen Wettbewerb in 3:27,37 Minuten auf Rang neun.

Zwei Tote bei Nachtclub-Unglück

Überschattet wurde der vorletzte Wettkampftag von einem Unglück in einem Nachtclub in der Nähe des Athletendorfes. Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge, die sich auf Behörden der Stadt beruft, seien beim Einsturz einer Etage des Gebäudes in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) zwei Menschen ums Leben gekommen und mindestens zehn verletzt worden. Unter den Verletzten waren auch Sportler der Weltmeisterschaft - hauptsächlich Wasserballerspieler. Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft waren nach Angaben des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) nicht am Unglücksort.

Deutsche Wasserballer mit schwacher Leistung zum Abschluss eines starken Turniers

Die deutschen Wasserballer haben die Weltmeisterschaft indes auf dem achten Platz beendet. Die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm unterlag Griechenland mit 6:11 (2:1, 2:3, 0:2, 2:5). Bester deutscher Torschütze im südkoreanischen Gwangju war Trainersohn Marko Stamm mit zwei Treffern. Nach zweieinhalb guten Vierteln sei seine Mannschaft am Ende "ein harmloser Papiertiger im Angriff" gewesen, sagte Hagen Stamm.

Trotz der deutlichen Niederlage zum Abschluss kann das Nationalteam auf ein gelungenes Turnier zurückblicken. "Ich glaube, dass die Niederlage unsere Leistung hier nicht schmälert", sagte Torhüter Moritz Schenkel. Bei der ersten WM für die Auswahl seit 2013 machte die Mannschaft mit couragierten Auftritten und spannenden Spielen auf sich aufmerksam. Sie erreichte die anvisierte Rückkehr unter die Top 8 der Welt. Auch gegen Wasserball-Schwergewichte zeigte Deutschland starke Leistungen.

sid/dpa/red | Stand: 27.07.2019, 15:06

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