Schwimm-WM - Goldmedaille für deutsche Staffel

Deutsche Freiwasser-Staffel triumphiert in Südkorea Sportschau 18.07.2019 00:59 Min. Verfügbar bis 18.07.2020 Das Erste

Fünfter Wettkampftag in Südkorea

Schwimm-WM - Goldmedaille für deutsche Staffel

Selbst ohne Weltmeister Florian Wellbrock hat die deutsche Freischwimmerstaffel bei der WM in Südkorea die Goldmedaille gewonnen. Schlussschwimmer Rob Muffels setzte sich gegen sein Idol durch.

Rob Muffels

Nach dem goldenen Endspurt gegen sein Vorbild verspürte Muffels (Foto) ein besonderes Glücksgefühl. "Das werde ich in meine Biografie schreiben", sagte der Schlussschwimmer lachend nach dem Herzschlagfinale um den WM-Titel mit der Freiwasserstaffel - ausgerechnet gegen den italienischen Olympiasieger Gregorio Paltrinieri.

Als der 24-Jährige am Donnerstag (18.07.2019) aus dem Hafenbecken in Yeosu kletterte und seinen Teamkollegen Lea Boy, Sarah Köhler und Sören Meißner um den Hals fiel, hatte er am Ende eines perfekt geplanten Rennens die Vergangenheit besiegt. Er hatte denjenigen geschlagen, der ihn vor acht Jahren aus den Wettbewerben der Beckenschwimmer vertrieben hatte, weil er zu jener Zeit unschlagbar schien.

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Paltrinieri vertreibt Muffels aus dem Becken

Als 16-Jähriger hatte Muffels Paltrinieri beim Sette-Colli-Meeting in Rom erstmals schwimmen gesehen. "Er war über 1.500 Meter über eine Minute schneller als ich - und mein Jahrgang", sagte der Magdeburger, "da habe ich gedacht: Verdammt, ich bleibe im Freiwasser." Der Italiener stieg im Becken zum besten Langstreckler der Welt auf, wurde 2016 Olympiasieger und 2017 zum zweiten Mal Weltmeister.

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Muffels, damals Jugendeuropameister über 800 Meter, machte dagegen draußen Karriere: Der Sieg gegen Paltrinieri, "immer ein Vorbild", bescherte ihm bereits den insgesamt zweiten WM-Titel und die vierte WM-Medaille im Freiwasser.

Euphorie beim Bundestrainer

Die zweite Goldmedaille für die deutschen Freiwasserschwimmer in Yeosu nach dem Zehn-Kilometer-Triumph von Florian Wellbrock machte Bundestrainer Stefan Lurz euphorisch. "Das war eine geile Woche", bilanzierte der Chefcoach.

Er lobte neben Muffels auch die WM-Debütantin Boy und die Vizeeuropameister Köhler und Meißner: "Das ist für alle Vier Note eins mit Stern. Sie haben den i-Punkt auf diese WM gesetzt. Wahnsinn."

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Nach der medaillenlosen Weltmeisterschaft 2017 am Balaton haben Wellbrock, Muffels und Co. mit zweimal Gold und zweimal Bronze die beste WM-Ausbeute seit 2013 verbucht. In Barcelona hatte das Team um den inzwischen zurückgetretenen Rekordweltmeister Thomas Lurz zusätzlich noch zweimal Silber gewonnen. "Das gibt auch Aufschwung für unsere Beckenschwimmer", meinte Muffels, als sich Wellbrock und seine Freundin Köhler aus Yeosu verabschiedeten und in den Bus nach Gwangju stiegen.

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Dort soll das Paar in der nächsten Woche im Nambu International Aquatics Centre mithelfen, ein Debakel wie vor zwei Jahren und bei den beiden letzten Olympischen Spielen zu verhindern. Vor allem der neue Star Wellbrock trägt die Hoffnungen auf Edelmetall auch im Becken - ebenfalls im Duell mit Paltrinieri. Der könne, meinte Muffels schmunzelnd, "da gerne wieder Silber gewinnen".

Wasserspringen: Hausding zum Abschluss nur Sechster

Wasserspringer Patrick Hausding musste sich im Wettkampf vom Drei-Meter-Brett hinter den Podestplätzen auf Rang sechs einreihen. Die Qualifikation aber schaffte Hausding. Mit 452,25 Punkten fehlten ihm mehr als 50 Zähler zur Bronzemedaille. Der Weltmeistertitel ging an Xie Siyi. Er holte damit im zehnten Sprung-Wettkampf dieser Titelkämpfe das zehnte Gold für China.

Außer Hausding glückte in Gwangju auch Tina Punzel die Olympia-Qualifikation. Die 23-Jährige greift am Freitag im Finale noch einmal an.

sid | Stand: 18.07.2019, 15:47

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