Schwimm-WM - Enttäuschung am Drei-Meter-Brett

Tina Punzel (r.), Lena Hentschel

Dritter Wettkampftag in Südkorea

Schwimm-WM - Enttäuschung am Drei-Meter-Brett

Die Wasserspringerinnen Tina Punzel und Lena Hentschel haben bei der Schwimm-WM im südkoreanischen Gwangju das Finale im Synchronwettbewerb vom Drei-Meter-Brett verpasst.

Am Montag (15.07.19) schieden die EM-Zweiten im Vorkampf mit 253,59 Punkten als 13. aus. Rund vier Punkte fehlten für das Finale der besten zwölf Teams.

Das neuformierte Synchronpaar Timo Barthel/Lou Massenberg erreichte hingegen gleich in seinem ersten internationalen Wettkampf das Finale vom Turm. Das Duo zog mit 378,96 Punkten auf dem sechsten Platz in den Endkampf ein.

Zweiter Dämpfer für Punzel

Tina Punzel hatte bereits am Sonntag (14.07.2019) einen Weltmeisterschafts-Dämpfer hinnehmen müssen, als sie mit Christina Wassen den letzten Platz im Finale des Synchronspringens vom Turm hinnehmen musste. In beiden Disziplinen waren den deutschen Springerinnen keine Chancen auf einen Medaillenrang und damit auf ein vorzeitiges Olympia-Ticket eingeräumt worden.

"Wir sind dementsprechend enttäuscht", sagte Punzel. Eine "fette Umarmung" wollte die 18-jährige Hentschel der 23 Jahre alten Teamkollegin spenden. "Wir springen bei der WM. Natürlich ist man nervös. Aber genau sagen, was nicht gestimmt hat, können wir eigentlich noch nicht", sagte Hentschel.

Bis zum Einzel vom Drei-Meter-Brett am Donnerstag (18.07.2019) sollen die Sportlerinnen den Frust verdaut haben. "Das müssen wir jetzt abhaken. Im Drei-Meter-Einzel wollen wir noch unbedingt den Quotenplatz holen. Das ist unsere Zielstellung", sagte Bundestrainer Lutz Buschkow. Dazu muss der Finaleinzug her. "Jetzt geht es darum, im Drei-Meter-Synchron die richtigen Schlüsse für den Weltcup in Tokio zu ziehen", sagte Buschkow. Im kommenden Jahr geht es um die restlichen Olympia-Startplätze.

Deutsch Wasserballer starten mit Remis

Die deutschen Wasserballer haben bei ihrem WM-Comeback nach sechs Jahren Pause einen Auftaktsieg verpasst. Das Team von Bundestrainer Hagen Stamm musste sich im richtungweisenden ersten WM-Vorrundenspiel gegen Japan mit einem 9:9 (3:2, 4:3, 1:3, 1:1) zufrieden geben.

Deutsche Wasserballer starten mit Remis bei Schwimm-WM

Sportschau 15.07.2019 00:48 Min. Verfügbar bis 15.07.2020 ARD Von ARD-Reporter Lars Becker

Ein Sieg am Mittwoch (17.07.2019) gegen Brasilien ist für das deutsche Team schon Pflicht, um sich zumindest für das Achtelfinale zu qualifizieren.

Stamm schwer verletzt

Hagen Stamm sprach von einem "halb geglückten" Start, doch seine Augen waren nur auf seinen Sohn Marko gerichtet. "Er hat wahrscheinlich einen Bänderriss und wird für das ganze Turnier ausfallen. Das wäre für uns eine Katastrophe." Stamm junior, mit drei Treffern bester deutscher Torschütze, krümmte sich vor Schmerzen, ein dicker Eisverband lag auf seinem linken Fuß. Die Verletzung hatte er sich bei der letzten Aktion des Spiels zugezogen, als er den Fuß unter Wasser unglücklich beim Gegenspieler einfädelte.

Ungarn gegen Südkorea: Zwei Tore pro Minute

Die Wasserballerinnen aus Ungarn und Südkorea sicherten sich einen besonderen Platz in der WM-Historie. In der Vorrunde gewannen die Ungarinnen gegen den Gastgeber mit 64:0 (16:0, 18:0, 16:0, 14:0). Das bedeutete den höchsten Sieg in der Historie von Schwimm-Weltmeisterschaften.

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Da ein Wasserball-Spiel viermal acht Minuten dauert, fingen sich die Gastgeberinnen im Schnitt pro Minute zwei Gegentore. Bis dato war das 38:1 von Ungarn gegen Kroatien aus dem Jahr 1994 der höchste Sieg gewesen.

"Bisher nur auf YouTube gesehen"

"Wir haben uns nach dem Spiel gesagt, dass wir es beim nächsten Mal besser machen", sagte Südkorea-Spielerin Song Ye-Seo: "Wir sind ein Team, das noch erwachsen werden muss. Es war trotzdem eine Ehre, gegen eine Mannschaft zu spielen, die wir bisher nur auf YouTube gesehen haben."

Die WM-Gastgeber hatten erst vor einem Monat hastig ein Team zusammengestellt - aus früheren Schwimmern, die bis auf Kapitänin und Torhüterin Oh Hee-Ji (23) alle 2000 oder später geboren wurden. Körperlich waren die Koreanerinnen so unterlegen, dass sie kaum den Ball zur Mitspielerin brachten. Die 18-jährige Song gab im ersten Viertel den einzigen Wurf aufs ungarische Tor ab. Oh und ihr Ersatz Kim Min-Ju wehrten auf der anderen Seite im gesamten Spiel nur drei Würfe ab.

sid/dpa | Stand: 15.07.2019, 16:19

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