"Champions League" des Schwimmens startet

Philip Heintz beim Delfinschwimmen

Neue Schwimm-Liga

"Champions League" des Schwimmens startet

In einem neuen Wettkampfformat kämfpen internationale Top-Schwimmer ab diesem Samstag (05.10.2019) um hohe Preisgelder. Auch deutsche Athleten sind in Indianapolis am Start.

International Swimming League, kurz: ISL, heißt das neue Produkt, in dem Teams, bestehend aus internationalen Schwimmgrößen, gegeneinander antreten und um Punkte kämpfen. "Ich sage schon länger, dass wir im Schwimmen Profiteams brauchen und finde es cool, dass das jetzt auf internationaler Ebene umgesetzt wird", sagt das deutsche Lagen-Ass Philip Heintz.

Wie Heintz stehen auch WM-Silbergewinnerin Sarah Köhler und Schmetterling-Spezialistin Franziska Hentke mit Sportlern in einer Mannschaft, die sie bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften als Gegner kennen. Ex-Weltmeister Marco Koch ist wie auch andere Deutsche dabei, wenngleich nicht alle am Start-Wochenende ins Becken springen.

Vier Millionen Dollar an Preisgeldern

"Das kann man ganz gut mit der Champions League im Fußball vergleichen, wo ja auch internationale Stars zusammen in einer Mannschaft spielen", sagt Heintz. Insgesamt will die ISL rund vier Millionen Dollar (etwa 3,62 Millionen Euro) an die Sportler ausschütten. Zum Vergleich: Bei der WM in Südkorea betrug das Gesamtpreisgeld für die Beckenschwimmer 2,73 Millionen Dollar (etwa 2,45 Millionen Euro).

Die neuen Events sind auch ein Zeichen an den Weltverband FINA. "Wenn man nicht mehr auf die Athleten hört, dann machen die sich halt irgendwann selbstständig", erklärt Heintz. 2018 hatten namhafte Schwimmer um die dreimalige ungarische Olympiasiegerin Katinka Hosszú in den USA ein Kartellverfahren gestartet, um das internationale Wettkampfmonopol der FINA zu kippen. Der Weltverband hatte zuvor für die Absage eines Events in Italien gesorgt, an dem auch die ISL beteiligt war. Zwar startete die FINA danach ebenfalls ein neues lukratives Format, aber die ISL setzt auf ihre Idee.

Stress mit dem Weltverband FINA

"Sicher ist die FINA nicht unser erster Unterstützer", drückt es der kaufmännische Leiter der ISL, Hubert Montcoudiol, diplomatisch aus und stellt fest: "Die FINA ist die FINA und die ISL ist die ISL." Die strikte Trennung äußert sich unter anderem auch darin, dass die bei der neuen Liga geschwommenen Zeiten vom Weltverband nicht anerkannt werden. Ein möglicher Weltrekord bei den Kurzbahn-Rennen würde also nicht als solcher zählen.

Schwimmen: Sarah Köhler am Zielanschlag

Auch Sarah Köhler ist in Indianapolis dabei.

Die in Europa und den USA ansässigen ISL-Teams bestehen jeweils aus zwölf Männern und zwölf Frauen. Im Oktober und November geht es zunächst in Vorkampf-Meetings um Punkte. Das Finale steigt dann am letzten Wochenende vor Weihnachten in Las Vegas.

Willkommene Abwechslung

Köhler, Heintz und Hentke schwimmen bei den "Aqua Centurions" unter anderen mit den italienischen Schwimmstars Federica Pellegrini und Gabriele Detti sowie Ungarns Altmeister Laszlo Cseh zusammen. "Er ist immer noch einer der Besten, den wir jemals hatten", sagt Heintz.

"Mit ihm im gleichen Team zu schwimmen, das ist schon etwas ganz Besonderes." Köhler freut sich auf internationales Flair und darauf, "mal nicht nur im Team Deutschland oder im Verein zu schwimmen."

Stand: 04.10.2019, 13:42

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