Ramon Klenz - Schwimm-Jungstar sorgt für Furore

Ramon Klenz

Uralt-Rekord von Michael Groß gebrochen

Ramon Klenz - Schwimm-Jungstar sorgt für Furore

Seit 1986 hielt Michael Groß den Rekord über 200 Meter Schmetterling. Das ist nach Ramon Klenz' Auftritt bei den deutschen Meisterschaften Geschichte. Der 20-Jährige gilt als Top-Talent.

Uralt-Rekord gebrochen, als Belohnung eine Reise nach Schottland in Sicht: Schmetterlingsschwimmer Ramon Klenz hat am Donnerstag (19.07.2018) über 200 Meter in 1:55,76 Minuten die 32 Jahre alte deutsche Bestmarke von Michael Groß um 48 Hundertstelsekunden unterboten und darf nun doch noch zur EM nach Glasgow fliegen. Er wurde flugs nachnominiert.

"Das hatte ich vorgeschlagen", sagte der begeisterte Chefbundestrainer Henning Lambertz, der den 20 Jahre alten Klenz eigentlich nicht für den Saisonhöhepunkt nominiert hatte. "Sein Rennen war phänomenal!" Klenz, der seine eigene Bestzeit um fast zwei Sekunden toppte, war "überwältigt".

Mutter und Oma schon bei Olympia dabei

Klenz, der für den Hamburger SC schwimmt und David Thomasberger als nationalen Champion ablöste, sagte freudestrahlend: "Mit so einer Zeit habe ich nicht gerechnet." Schon im Rennen habe er gemerkt, dass es gut läuft. "Den Uralt-Rekord von Michael Groß irgendwann zu brechen, war schon mein Ziel. Dass es schon heute geklappt hat, ist fantastisch."

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Klenz, ein gebürtiger Leipziger, stammt aus einer Schwimmerfamilie. Schon seine Oma Eva Wittke ging bei den Olympischen Spielen 1968 für Deutschland ins Wasser, wurde Fünfte mit der Lagenstaffel. Klenz' Mutter Sabine Klenz wurde Vize-Europameisterin und bei den Spielen 1996 in Atlanta Vierte über die Lagen-Distanz. Vier Jahre später war Sabine Klenz gemeinsam mit ihrem Bruder Stefan in Sydney gemeinsam am Start.

Vielseitigkeit ist seine Stärke

Nun also Ramon. Als dessen größte Stärke galt bislang eigentlich seine Vielseitigkeit. Denn Klenz schwimmt Rücken, Schmetterling und Lagen nahezu gleichstark - entsprechend waren ihm bislang eigentlich auf den Lagen-Strecken die größten Chancen im internationalen Vergleich zugetraut worden.

An Groß' nun gebrochenem Rekord von 1986 hatten sich frühere Weltklasseschwimmer wie Helge Meeuw und Thomas Rupprath jahrelang "die Zähne ausgebissen". Das zeige laut Bundestrainer Lambertz, wie hoch die Leistung von Klenz einzuschätzen sei. Klenz erklärte seinen Leistungssprung so: "Dadurch, dass die Saison in diesem Jahr so lange geht, konnte ich im Vorfeld der DM viel länger trainieren als in den letzten Jahren und damit auch länger meine Form aufbauen!"

Nach dem unerwarteten Erfolg bei den Meisterschaften habe Klenz "schwer einschlafen können", sagte er am Freitag. "Ich habe versucht, alle Glückwunsch-Nachrichten bei WhatsApp zu beantworten."

Stand: 20.07.2018, 10:01

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