Acht Jahre Sperre für Chinas Schwimm-Star Sun Yang

Der chinesische Schwimmer Sun Yang mit seinem Anwalt Ian Meakin bei seiner Anhörung vor dem CAS

Umstrittener Schwimm-Olympiasieger

Acht Jahre Sperre für Chinas Schwimm-Star Sun Yang

Chinas Schwimm-Star Sun Yang ist die sogenannte "Hammer-Affäre" zum Verhängnis geworden. Der Internationale Sportgerichtshof CAS verhängte am Freitag (28.02.2020) eine Dopingsperre von acht Jahren.

Damit ist der 28 Jahre alte Chinese nicht nur für die Olympische Spiele im kommenden Sommer in Tokio gesperrt, auch seine aktive Karriere dürfte mit dem Schiedsspruch beendet sein.

Sun Yang: "Glaube fest an meine Unschuld"

Sun kündigte kurz nach dem Urteil einen Einspruch an. "Das ist unfair. Ich glaube ganz fest an meine Unschuld", sagte der elfmalige Weltmeister der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua: "Ich werde auf jeden Fall Einspruch einlegen, damit mehr Menschen die Wahrheit erfahren."

Sun war bereits 2014 positiv auf das Dopingmittel Trimetazidin getestet und mit einer Drei-Monats-Sperre belegt worden. Seine zwei bei der WM im vergangenen Sommer im südkoreanischen Gwangju errungenen Goldmedaillen über 200 und 400 m darf der Freistilschwimmer laut CAS-Urteil aber behalten, unter anderem weil der Schwimm-Weltverband FINA eine Anklage gegen Sun vermieden hatte.

Mit dem Hammer zerstörte Blutprobe

Der CAS folgte weitestgehend den Ausführungen der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA von der zehnstündigen öffentlichen Anhörung am 5. November 2019. Die Seite von Sun hatte argumentiert, dass bei der unangemeldeten Kontrolle in der Nacht zum 5. September in Suns Anwesen in der chinesischen Ostprovinz Zhejiang, an deren Ende eine mit dem Hammer zerstörte Blutprobe stand, das dreiköpfige Kontrollteam des weltweit operierenden schwedischen Anti-Doping-Dienstleisters IDTM sich nicht ausreichend ausgewiesen habe und der Test damit nichtig gewesen sei.

Sun hatte zwar eine Blutprobe abgegeben, das Behältnis wurde nach einem FINA-Bericht aber später von Suns Wachmann mit einem Hammer zerstört. Der Schwimmer selbst habe daneben gestanden und mit der Taschenlampenfunktion seines Handys Licht gespendet. Die FINA hatte nach einer Anhörung im Januar 2019 von einer Strafe für Asiens Vorschwimmer abgesehen. Dagegen hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA Einspruch vor dem CAS eingelegt.

Sun Yang - ein Dopingsünder wird gefeiert

Sportschau 21.07.2019 02:20 Min. Verfügbar bis 21.07.2020 ARD

Wenn es nach dem Schwimm-Weltverband FINA gegangen wäre, hätte es die Verhandlung erst gar nicht gegeben. Der wegen seiner laxen Anti-Doping-Politik in der Kritik stehende Verband hatte Sun bei einer Anhörung im Januar 2019 mit der kuriosen Begründung freigesprochen, man werde die Wahrheit wohl "nie erfahren". Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, die dies mit den Worten "unglaublich und inakzeptabel" kommentierte, legte Einspruch ein, daraufhin landete der Fall vor dem CAS.

sid | Stand: 28.02.2020, 10:30

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