Rugby-WM - Südafrika folgt England ins Finale

Südafrikas Damian De Allende im Spiel gegen Wales

Rugby-Weltmeisterschaft in Japan

Rugby-WM - Südafrika folgt England ins Finale

Südafrika hat zum dritten Mal das Finale der Rugby-Weltmeisterschaft erreicht. Die "Springboks" setzten sich am Sonntag (27.10.2019) im zweiten Halbfinale in Yokohama gegen Wales mit 19:16 (9:6) durch und treffen nun am kommenden Samstag im Endspiel auf England.

Die Engländer hatten tags zuvor im ersten Semifinale Titelverteidiger Neuseeland mit 19:7 (10:0) demontiert. Die "All Blacks" und Wales spielen nun am Freitag in Tokio um Rang drei.

"Man weiß nie"

Die Südafrikaner können nach 1995 und 2007 zum dritten Mal Weltmeister werden. Nach den Halbfinalen gehen die Engländer, die 2003 ihren bisher einzigen WM-Titel holten, aber als Favorit in das entscheidende Spiel. "Wir würden liebend gern den Weltmeistertitel holen", sagte Südafrikas Trainer Rassie Erasmus: "Wir haben eine Chance und könnten durchmarschieren. Man weiß nie ...." Die Waliser verpassten derweil auch im vierten Anlauf ihr erstes WM-Finale.

Wie erwartet war das zweite Halbfinale taktisch geprägt. In der ersten Halbzeit kam weder Südafrika noch Wales zu einem erfolgreichen Versuch, Punkte gab es nur nach Straftritten. Den ersten Versuch des Spiels vollendete Damien de Allende in der 57. Minute, nach der erfolgreichen Erhöhung führte Südafrika mit 16:9. Doch Wales ging Risiko, legte nach einem Gedränge den Versuch und glich durch den anschließenden Kick von Leigh Halfpenny zum 16:16 aus. Handré Pollard sorgte dann jedoch mit den nächsten drei Punkten kurz vor Schluss für die Entscheidung.

England sorgt für Sensation gegen Neuseeland

Englands Rugby-Spieler jubeln im WM-Halbfinale gegen Neuseeland

Am Samstag hatten die Engländer in Yokohama dank einer herausragenden Defensivleistung mit 19:7 (10:0) gegen den Rekordchampion aus Neuseeland gewonnen. Für England war es im 42. Aufeinandertreffen mit den "All Blacks" erst der achte Sieg und der erste im vierten Duell bei einer WM.

Die favorisierten Neuseeländer, die zuletzt 2007 ein Spiel bei einer Weltmeisterschaft verloren hatten, müssen dagegen ihren Traum vom dritten Titel in Folge begraben.

Farrell: "Das größte Spiel, das man haben kann"

"Es war ein großes Spiel. Im WM-Halbfinale auf die All Blacks zu treffen, ist mit das größte Spiel, das man haben kann", sagte Englands Kapitän Owen Farrell. Der erstmalige Einzug in ein WM-Finale seit 2007 sei "brillant, aber wir genießen jetzt erst einmal diesen Sieg", kündigte er an. Der neuseeländische Kapitän Kieran Read, der an seinem 34. Geburtstag mit einem blutenden Cut unter dem Auge vom Platz schlich, konnte seine Enttäuschung nicht verbergen. "Es ist schwer, das gerade in Worte zu fassen. Wir haben unser Spiel nicht aufs Feld bekommen. Wir hätten sehr vieles besser machen können."

England mit Blitzstart

Manu Tuilagi sorgte für einen Blitzstart der Engländer. Bereits nach 98 Sekunden legte der gebürtige Samoaner den ersten Versuch. Nie zuvor bei einer WM hatte Neuseeland früher einen Try kassiert. George Ford erhöhte kurz vor der Pause per Straftritt, Neuseeland dagegen fand in der eigenen Offensive nicht statt.

In der zweiten Halbzeit legte Ford mit einem weiteren Straftritt nach. Neuseeland tat sich weiter schwer und kam erst Mitte des zweiten Durchgangs zum ersten Versuch durch Ardie Savea (57.). Zwei weitere Straftritte durch Ford machten den englischen Sieg perfekt.

sid/dpa/red | Stand: 27.10.2019, 12:05

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