Zeidler mit WM-Medaillenchance

Oliver Zeidler in seinem Einer beim Ruder-Weltcup in Luzern, 2018

Ruder-Medaillenhoffnung im Finale

Zeidler mit WM-Medaillenchance

Der einstige Schwimmer Oliver Zeidler hat sich im Rekordtemo in die Einer-Weltelite gerudert. Und er ist nicht die einzige Medaillenhoffnung bei den WM-Endläufen am Wochenende. Außerdem gab es am Freitag (14.09.2018) zweimal Gold in den nichtolympischen Disziplinen.

Aus dem Nichts in das Finale der Ruder-Weltmeisterschaft im bulgarischen Plowdiw: Anfänger und Quereinsteiger Zeidler machte aus einem Stolz keinen Hehl. Nach nur eineinhalb Jahren Rudertraining steuert der 22 Jahre alte ehemalige Leistungsschwimmer auf Medaillenkurs. Mit seinem zweiten Platz im Halbfinale setzte der WM-Debütant seinen märchenhaften Aufstieg zu einem der weltbesten Skuller fort. "Das Saisonziel ist erreicht, was nun folgt, ist Bonus", kommentierte Zeidler mit Blick auf den Showdown am Sonntag.

Bis kurz vor dem Ziel lieferte sich der Ingolstädter einen packenden Bord-an-Bord-Kampf mit Titelverteidiger Ondrej Synek und lag bis zur 1.500-Meter-Marke sogar vorn. Als der Tscheche vorbeizog, verzichtete die neue Skiff-Hoffnung des DRV auf einen Endspurt, um Kräfte für das Finale am Sonntag (11.04 Uhr) zu sparen. "Das war einfacher, als ich gedacht habe", befand Zeidler, "es war sogar noch ein bisschen mehr drin."

Zeidlers Selbstbewusstsein ist intakt

Nach seiner Einschätzung stehen die Chancen nicht schlecht, dass erstmals seit dem dritten Platz von Marcel Hacker im Jahr 2013 wieder ein Deutscher eine WM-Medaille im Skiff gewinnt: "Es gibt vier Leute im Endlauf, die ich für stärker halte. Einer davon bin ich."

Vielleicht schließt sich für Zeidler ein Kreis: Sein Großvater Hans-Johann Färber gewann Gold bei den Olympischen Spielen von München, auf genau der Strecke in Oberschleißheim, auf der sich Zeidler die Form für den Einzug in sein erstes WM-Finale antrainiert hat.

Darüber hinaus ist der DRV auch im Einer-Finale der Frauen vertreten. Der dritte Platz im Halbfinale sorgte bei Annekatrin Thiele für Erleichterung. Schließlich blieb die erfahrene Leipzigerin damit im Soll. Als insgesamt sechstes deutsches Boot in den 14 olympischen Klassen löste auch der Männer-Doppelzweier das Endlauf-Ticket. Bei den Titelkämpfen vor einem Jahr in Florida waren ebenfalls sechs DRV-Boote im finalen Kampf um die Podestplätze vertreten gewesen.

Achter ist das Aushängeschild

Als wohl größte deutsche Goldhoffnung gilt der Achter. Beim souveränen Vorlaufsieg am Mittwoch wurde der Titelverteidiger um Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) diesem Ruf gerecht. Allerdings waren sowohl die Amerikaner als auch die Australier im zweiten Rennen schneller als die Deutschen. Nicht zuletzt deshalb erwartet Ocik am Sonntag (15.15 Uhr/MESZ) einen Ruder-Krimi: "Wir sollten gewarnt sein. Es gibt mindestens noch zwei andere Achter, die richtig was drauf haben."

Die im Vergleich zum Vorjahr unveränderte DRV-Crew hat nach Einschätzung des erfahrenen Crewmitglieds Richard Schmidt (Trier) genug Erfahrung, um sich von den schnelleren Vorlaufzeiten der starken Widersacher nicht nervös machen zu lassen: "Das wird verdammt eng. Für uns ist es wichtig, dass wir konzentriert bleiben und uns auf unsere Fähigkeiten besinnen."

Nichtolympische Ruderer legen vor - zweimal Gold

Am Freitag gab es bereits Grund zum Feiern für das deutsche Lager. In den nichtolympischen Klassen sicherte sich der leichte Männer-Doppelvierer vor Italien und der Türkei die Goldmedaille. Auch Jason Osborne wurde seiner Favoritenrolle im Einer gerecht. Der 24 Jahre alte Mainzer ließ Michael Schmid (Schweiz) und Andrew Campbell (USA) auf den Plätzen zwei und drei zurück.

dpa/red | Stand: 14.09.2018, 14:37

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