Ruder-WM - Deutschland-Achter strotzt vor Selbstbewusstsein

Der Deutschland-Achter

WM in Bulgarien

Ruder-WM - Deutschland-Achter strotzt vor Selbstbewusstsein

Voller Selbstbewusstsein aber auch mit dem nötigen Respekt peilt der Deutschland-Achter bei der Ruder-WM in Bulgarien Gold an. Doch das Team liebäugelt noch mit mehr.

Vor der Jagd nach WM-Gold wurden die Ruderer des Deutschland-Achters zu Kletterern. Auf dem Gipfel des 2139 Meter hohen Hochobir genoss die Crew nach fast dreistündigem Marsch den Alpenblick und schwor sich auf den Höhepunkt des Jahres ein. "Zwar ohne Weißbier, aber dafür mit einer Jause auf der Hütte", sagte Bundestrainer Uwe Bender über das Trainingslager in Österreich, bei dem die Grundlage für die am Sonntag (09.09.2018) beginnende WM in Plowdiw gelegt wurde.

Seit zwei Jahren in allen wichtigen Rennen unbesiegt

Auch in Bulgarien will das deutsche Flaggschiff hoch hinaus. Seit zwei Jahren ist der Achter in allen wichtigen Rennen unbesiegt, gewann sämtliche Weltcups und erst Anfang August auch überlegen den EM-Titel in Glasgow. "Wir fahren natürlich mit hohen Erwartungen zur WM, mit einem gewissen Selbstvertrauen und einer gewissen Körpersprache. Wir waren bisher immer vorne und nehmen uns das auch für die WM vor", sagte Bender vor dem WM-Auftakt.

Weltrekord im Blick

Insgeheim liebäugelt der Coach zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Tokio sogar mit dem Weltrekord. "Plowdiw kann eine sehr schnelle Strecke sein. Wir halten ja die Weltbestzeit, bei guten Bedingungen können wir noch schneller fahren", sagt Bender über die 2000 Meter lange Strecke, auf der in der Regel Rückenwind herrscht. Derzeit steht die inoffizielle Bestzeit bei 5:18,68 Minuten, aufgestellt vom deutschen Achter im Juni 2017 im polnischen Posen.

Das wichtigste Ziel heißt jedoch Gold. Allen Serien zum Trotz wird dies kein Selbstläufer. "Es gibt eine Menge Boote, die uns dieses Jahr schon Schwierigkeiten bereitet haben", sagt Steuermann Martin Sauer. In der Tat: Die Briten, immerhin Olympiasieger, hatten Deutschland in Linz im Hoffnungslauf sogar geschlagen, ehe die Männer des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV) im Finale Revanche nahmen. In Luzern waren es dann die Australier, die das deutsche Boot am Rande einer Niederlage hatten.

USA die große Unbekannte

"Es gibt mehrere Nationen, die näher gerückt sind. Es wird viel schwerer werden", sagt auch Bender, der zudem vor dem Boot der USA warnt. Der WM-Zweite von 2017 ist in diesem Jahr noch bei keinem internationalen Rennen angetreten und daher die große Unbekannte. "Die haben die Hälfte der Mannschaft umbesetzt. Es sieht danach aus, dass eine sehr starke Mannschaft über den Atlantik kommt", sagt Taktgeber Sauer.

Die deutschen Ruderer gehen in Plowdiw in zwölf der 14 olympischen Klassen an den Start. Insgesamt ist der DRV in Bulgarien mit 36 Sportlern (23 Männer/13 Frauen) vertreten. Erstmals ernst wird es für den deutschen Achter am Mittwoch (12.09.2018), wenn in Plowdiw der Vorlauf ansteht. Dort reicht Rang zwei zum direkten Einzug ins Finale, das dann am folgenden Sonntag den Abschluss der Titelkämpfe in Bulgarien bildet. Und im Falle eines Siegs gibt es es dann vielleicht auch Weißbier.

sid | Stand: 07.09.2018, 08:30

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