Vuelta - Ackermann-Triumph in Madrid, Roglic Gesamtsieger

Pascal Ackermann (l) beim finalen Sprint

18. Etappe der Spanien-Rundfahrt

Vuelta - Ackermann-Triumph in Madrid, Roglic Gesamtsieger

Nach dem Frust bei der Tour de France hat sich Primoz Roglic bei der letzten großen Rundfahrt des Jahres den Gesamtsieg gesichert. Die letzte Etappe der Vuelta holte sich der Deutsche Pascal Ackermann im Sprint.

Am Ende durfte er jubeln. Primoz Roglic hat am Sonntag (08.11.2020) bei der finalen 18. Etappe der Spanien-Rundfahrt 2020 in Madrid sein Rotes Trikot verteidigt und damit den Gesamtsieg geholt. Der letzte Tagessieg ging an Bora-hansgrohe-Profi Pascal Ackermann, der sich im Sprint hauchdünn vor dem Iren Sam Bennett (Deceuninck-Quick-Step) und seinem deutschen Landsmann Max Kanter (Team Sunweb) durchsetzte. "Ich war mir nicht sicher, dass ich gewonnen habe. Ich bin so glücklich. Meine Teamkollegen haben mich super in Position gebracht", sagte ein erschöpfter Ackermann nach seinem zweiten Etappensieg.

Für Roglic war der Triumph in der Gesamtwertung nicht nur die Wiederholung des Vorjahressieges, sondern auch ein wenig Wiedergutmachung. Sieben Wochen nach der denkwürdigen Niederlage im Finale der Frankreich-Rundfahrt gegen seinen Landsmann Tadej Pogacar wendete Roglic trotz zwischenzeitlicher Schwächeperiode eine weitere Niederlage ab.

Böse Erinnerungen beim Zeitfahren

Primoz Roglic bei der Siegerehrung der Vuelta

Die späte Genugtuung für die Tour-Schmach rettete der Profi vom Team Jumbo-Visma mit 24 Sekunden Vorsprung auf Richard Carapaz (Ecuador/Ineos Grenadiers) ins Ziel. Dritter auf dem Podium wurde der Brite Hugh Carthy (EF Pro Cycling) mit 1:15 Minuten Rückstand. "Das ist sehr besonders. Wir haben ein großes Ding geschafft. Ich bin stolz auf meine Leistung", sagte Roglic, der nach der Zieleinfahrt sein Rad in die Höhe stemmte.

Dabei hatte es am Tag zuvor zwischenzeitlich schon leise Zweifel gegeben. Erinnerungen an das Tour-Zeitfahren zur Planche des Belles Filles wurden wach. Auf dem Weg zur Bergankunft der 17. und vorletzten Vuelta-Etappe attackierte Carapaz. Roglic hatte Mühe, doch er begrenzte den Rückstand auf den Rivalen. Am Ende reichte es für den Gesamtsieg.

Carapaz nah dran

Carapaz, der seinen zweiten Grand-Tour-Erfolg nach dem Giro-Sieg 2019 verpasste, war enttäuscht. "Ich wollte den Sieg unbedingt. Aber ich kann trotzdem zufrieden sein, ich habe alles probiert." Einer, der für Carapaz viel investiert hatte, war Chris Froome. Der viermalige Tour-Sieger fuhr in Spanien seine erste Grand-Tour seit über zwei Jahren - und das letzte Rennen für das Ineos-Team, das er über Jahre geprägt hatte.

Sieben große Landesrundfahrten gewann der Brite für die Vorgängermannschaft Sky. Auf Platz 98 der Gesamtwertung endete am Sonntag in Madrid eine Ära.

Ackermann mit Akzenten

Von sich reden machte auch Ackermann. Der deutsche Sprinter vom Team Bora-hansgrohe holte gleich zwei Tagessiege. Auf der 9. Etappe jubelte er nach einem Jury-Entscheid mit Verspätung. Am letzten Tag setzte er sich dann im Fotofinish durch.

sid/dpa | Stand: 08.11.2020, 17:03

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