Vuelta - Sturz nach Zielankunft sorgt für Kritik

Dylan van Baarle nach seinem Sturz

Spanien-Rundfahrt

Vuelta - Sturz nach Zielankunft sorgt für Kritik

Ein Sturz nach der Zielankunft bei der 12. Etappe der Spanien-Rundfahrt sorgt für Unmut bei den Fahrern, die Kritik an den Organisatoren wächst.

Wie ein Sieger sah Alexandre Geniez, Gewinner der zwölften Vuelta-Etappe nicht aus. Der Schock nach dem für ihn eigentlich so erfolgreichen Rennen war dem französischen Radprofi anzusehen. "Es ist wirklich schade, dass so etwas trotz aller Sicherheitsmaßnahmen und all der Polizei passiert", sagte Geniez.

Zu viele Leute im Zielbereich

Nach der Zielankunft am Kap Estaca de Bares kollidierte Geniez mit einem Mitarbeiter der Organisation, der sich unachtsam mit dem Rücken zu den Fahrern auf der äußerst schmalen Straße bewegt hatte. In der durch Fotografen zusätzlich verengten Passage hatten die Fahrer keine Möglichkeit auszuweichen.

Während Geniez mit dem Schrecken davonkam, überschlug sich der zweitplatzierte Niederländer Dylan van Baarle (Sky) und zog sich mehrere Blessuren zu. "Ich verstehe nicht, warum da so viele Personen im Zielbereich stehen", schimpfte Geniez: "Wenn es einen Massensprint gegeben hätte und 100 Fahrer die Ziellinie überquert hätten, hätte es viel schlimmer ausgehen können."

"Vermeidbare Unfälle"

Mit seiner Kritik stand der AG2R-Profi nicht allein da. Der deutsche Bora-hansgrohe-Fahrer Marcus Burghardt kritisierte die Streckenführung im Finale und attackierte auch den Weltverband UCI. Er sei "sprachlos", wie eine derartige Zielankunft zugelassen werden konnte. Vuelta-Organsisation und UCI hätten nicht an die Gesundheit der Fahrer gedacht.

Harsche Worte fand die Fahrer-Gewerkschaft CPA. "Wir sind nicht länger bereit, Entschuldigungen für vermeidbare Unfälle zu akzeptieren", erklärte CPA-Präsident Gianni Bugno. Trotz monatelanger Arbeit und vieler Gespräche zwischen den Interessensvertretern komme man zu dem Fazit, dass "der Radsport gefährlicher und nicht sicherer wird". Auf die Spanien-Rundfahrt, die wie die Tour de France unter der Schirmherrschaft der ASO ausgetragen wird, wirft der jüngste Vorfall ein schlechtes Licht.

Bereits nach der sechsten Etappe hatte eine Unaufmerksamkeit von Außenstehenden für einen Sturz im Fahrerfeld gesorgt, als ein zu tief fliegender Hubschrauber im Zielbereich Barrieren in die Räder ankommender Fahrer blies.

sid | Stand: 07.09.2018, 13:49

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