Degenkolb wittert WM-Chance in Harrogate

Degenkolb: "Es wird nicht warm und kuschelig werden" Sportschau 28.09.2019 02:09 Min. Verfügbar bis 28.09.2020 Das Erste

Straßenrad-WM in Harrogate

Degenkolb wittert WM-Chance in Harrogate

Von Olaf Jansen

Kalt, regnerisch und sehr lang - solche Bedingungen mag John Degenkolb. Das Straßenrennen der Männer bei der Rad-WM könnte durchaus eine Sache für den deutschen Top-Fahrer werden.

Wo viele der anderen Fahrer in den vergangenen Tagen am Rande der Rad-WM im englischen Yorkshire bei nasskaltem Wetter und viel Wind eher mürrisch und dick eingepackt auf ihren Trainingsrädern unterwegs waren, sah man bei John Degenkolb gelegentlich sogar ein Lächeln auf dem Gesicht. "Kalt, windig, nass - solche Bedingungen lieben nicht alle. Ich mag es", sagte der deutsche Top-Fahrer vor dem Straßenrennen der Männer am Sonntag (29.09.2019).

Topfavorit Alaphilippe

Nein, Topfavorit ist Degenkolb sicher totzdem nicht, dafür haben einige der Konkurrenten in dieser Saison zu starke Leistungen gebracht. Julian Alaphilippe zum Beispiel, der Franzose. Nach einer bärenstarken Klassikersaison fuhr Alaphilippe auch noch eine glänzende Tour. Hat er seine Form einigermaßen halten können, geht er als heißester Siegkandidat ins Rennen.

Ganz hoch einzuschätzen ist auch Mathieu van der Poel. Der Niederländer schnitt die ganze Saison über auf jedem Terrain erstaunlich gut ab und gewann das Amstel Gold Race, dessen Topografie dem WM-Kurs sehr nah kommt.

Hammerharte Strecke

Gleich mehrere Sieganwärter schickt Belgien mit Greg Van Avermaet, der gerade den GP Cycliste de Montréal gewann, und Paris-Roubaix-Sieger Philippe Gilbert ins Rennen, der bei der Vuelta zwei Etappen für sich entschied.

Die WM-Strecke ähnelt stark derer der Frühjahrsklassiker. Das Rennen, das in Leeds gestartet wird und in Harrogate endet, ist mit 284 Kilometern nicht nur sehr lang. Ständige Richtungswechsel und unzählige kleinere, knackige Anstiege werden den Fahrern richtig Körner ziehen. Nur diejenigen, die nach der langen Saison noch richtig etwas im Tank haben, werden vorn dabei sein können. Einen Massensprint jedenfalls wird es in Harrogate ganz sicher nicht geben.

"Mindestens einer vorn dabei"

"Mindestens einen Fahrer wollen wir am Ende ganz vorn dabei haben", sagt Degenkolb. Das könnte er selbst sein, eventuell aber auch der Kölner Nils Politt, der eine tolle Saison hatte. Oder Nikias Arndt, der ebenfalls lange und harte Rennen mag.

"Wir haben eine starke Mannschaft und brauchen uns nicht verstecken", sagt Politt, der als Zweiter von Paris-Roubaix schon seine Fähigkeit für harte Eintagesrennen nachgewiesen hat. "Jeder ist happy, wenn einer von uns unter die besten zehn fährt, das Podium wäre natürlich Weltklasse. Wir müssen bei den Attacken dabei sein, in jeder wichtigen Gruppe sitzen", sagt Politt, der von einem "Ausscheidungsrennen" ausgeht.

oja | Stand: 28.09.2019, 19:48

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