Omloop Het Nieuwsblad - die Klassikersaison beginnt

Greg van Avermaet beim Omloop Het Volk 2020

Radsport - Beginn der Klassikersaison 2020

Omloop Het Nieuwsblad - die Klassikersaison beginnt

Von Olaf Jansen

Mit dem Omloop Het Nieuwsblad beginnen am Samstag (29.02.20) die Frühjahrsklassiker der Radprofis. Bei vorhergesagtem Dauerregen und heftigen Windböen erwartet die Spezialisten ein standesgemäßer Einstieg.

Greg van Avermaet ist schon lange im Geschäft. Der 34-jährige Radprofi ahnt daher schon, was am Samstag, beim Omloop Het Nieuwsblad, auf ihn zukommt: "Ich will ab Samstag bis zum Amstel Gold Race Ergebnisse holen", sagt der Kapitän des polnischen Teams CCC, aber er weiß auch um die besonderen Bedingungen bei dem Klassiker-Auftakt in seinem Heimatland Belgien: "Hoffentlich wird es in den nächsten Tagen in Belgien nicht zu kalt und hoffentlich werde ich nicht krank.“

Dauerregen und heftige Windböen sind für den Auftakt der Klassikersaison vorausgesagt, standesgemäßer könnte ein Einstieg in die langen, harten Frühjahrs-Eintagesrennen nicht sein. Mit dem Omloop in Ostflandern beginnt die Serie traditionell Ende Februar, nach der Strade Bianche und Mailand-San Remo in Italien folgen bis Ende April die Monumente Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix und Lüttich-Bastogne-Lüttich.

Omloop Het Nieuwsblad ist der Einstieg

Der Omloop mit seinen 200 Kilometern Länge, Kopfsteinpflasterpassagen und den typischen steilen, giftigen Anstiegen in der Region Ostflandern wird für die 25 teilnehmenden Teams ein Formtest sein - rund sechs Wochen vor den eigentlichen Top-Rennen aber auch noch nicht mehr. Denn die Vergangenheit hat gezeigt: Wer Ende Februar beim Omloop ganz vorn war, spielte bei der Flandern-Rundfahrt oder Paris-Roubaix Ende April kaum mehr eine Rolle. So lange war die Topform kaum zu halten. Daher werden die Topstars zwar zum Großteil teilnehmen und ein gutes Rennen auch gern mitnehmen - auf Biegen und Brechen auf Sieg werden sie aber kaum fahren.

Es werden eher die Lokalmatadoren vorn erwartet, sowie eine Handvoll Spezialisten wie van Avermaet (Sieger 2016 und 2017), und die Sieger der Vorjahre Zdenek Stybar (2019) und Michael Valgren (2018). Zweimal gewinnen konnte das Rennen auch Philippe Gilbert, allerdings ist das schon länger her (2006 und 2008). Außerdem war der Belgier zuletzt krank und sagt: "Der Omloop kommt für mich etwas zu früh." Immerhin wird er im Gegensatz zum ebenfalls erkrankten Deutschen John Degenkolb, der tags drauf aber bei Kuurne-Brüssel-Kuurne teilnehmen will, zumindest starten können.

Nils Politt ist deutscher Hoffnungsträger

Aus deutscher Sicht ist beim Auftakt am ehesten auf Nils Politt vom Team Israel Start-Up Nation zu achten. Der 25-Jährige belegte in der vergangenen Saison einen hervorragenden zweiten Platz bei Paris-Roubaix, bei der Flandern-Rundfahrt fuhr er auf Rang fünf. "Ich war Zweiter bei einem der größten Radrennen der Welt. Jetzt will ich aber auch den großen Pflasterstein holen und dort gewinnen", hat er unlängst forsch angekündigt. Der Kölner wird also sicherlich zu sehen sein, aber auch er wird am Samstag noch nicht voll auf Sieg fahren.

In jedem Fall wird er mit Mathieu van der Poel auf einen der mutmaßlich spannendsten Fahrer des Pelotons treffen. Der 25-jährige Cross-Spezialist ist in der letzten Saison erstmals auch die Straßenklassiker gefahren und gewann dort mit den Dwaars door Vlaanderen, dem Pfeil von Brabant und dem Amstel Gold Race gleich drei Rennen. Der Niederländer des kleinen Alpecin-Teams wird in diesem Jahr bei allen großen Klassikern angreifen.

Quickstep, Lotto und Sunweb mit starken Teams

Er wird sich vor allem gegen die großen Teams wie Deceuninck-Quickstep behaupten müssen, die traditionell bei den Klassikern groß auftrumpfen werden. Ihre Topleute wie Stybar, Bob Jungels und Yves Lampaert sind bei jedem Klassiker für einen Sieg gut.

Lotto-Soudal hat mit Philippe Gilbert und John Degenkolb ebenfalls zwei Top-Leute zur Verfügung, kann mit Tim Wellens auch noch eine dritte Variante als Siegfahrer in die Rennen schicken. Auch auf Peter Sagan vom deutschen Bora-hansgrohe-Team wird immer zu achten sein, auch wenn seine Erfolge im vergangenen Jahr etwas abgenommen haben.

Starkes deutsches Trio im Team Sunweb

Zu beachten sein wird auch das Team Sunweb sein, das sich in Richtung Frühjahrsklassiker enorm verstärkt hat. Neben den Deutschen Nico Denz, Jascha Sütterlin und Nikias Arndt sind mit Sören Kragh Andersen und dem Schweizer U23-Weltmeister Marc Hirschi zwei Allrounder dabei, die jederzeit zuschlagen können.

Die Termine der Frühjahrsklassiker 2020
DatumRennenLand
29. FebruarOmloop Het NieuwsbladBelgien
1. MärzKuurne-Brüssel-KuurneBelgien
7. MärzStrade BiancheItalien
21. MärzMailand-San RemoItalien
27. MärzE3 BinckBank ClassicBelgien
29. MärzGent-WevelgemBelgien
1. AprilDwaars door VlaanderenBelgien
5. AprilFlandern-RundfahrtBelgien
11. AprilScheldeprijsBelgien
12. AprilParis-RoubaixFrankreich
19. AprilAmstel Gold RaceNiederlande
22. AprilFleche WalloneBelgien
26. AprilLüttich-Bastogne-LüttichBelgien

Stand: 28.02.2020, 09:10

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