Tour Down Under: Chance für die Sprinter aus der zweiten Reihe

Phil Bauhaus

Radsport-Saison startet in Australien

Tour Down Under: Chance für die Sprinter aus der zweiten Reihe

Von Michael Ostermann

Mit der Tour Down Under in Australien beginnt am Dienstag die Radsportsaison 2019. Die deutschen Sprinter Phil Bauhaus und May Walscheid hoffen, dort auf sich aufmerksam machen zu können.

Die Overtüre endete im Durcheinander eines Sturzes. Phil Bauhaus und Max Walscheid konnten am Sonntag (13.01.2019) nur noch zusehen, wie die Konkurrenten davonfuhren Richtung Ziel der Tour Down Under Classics. Das Kriterium im Zentrum von Adelaide ist eine Art Vorspiel zur Tour Down Under, dem ersten World-Tour-Rennen der neuen Radsportsaison, das am Dienstag (15.01.2019) beginnt.

Bauhaus war bereits in der vorletzten Runde zu Fall gekommen und kam mit 1'35 Minuten Rückstand ins Ziel. Walscheid wurde durch einen Sturz in der vorletzten Kurve aufgehalten und kam 17 Sekunden nach dem Sieger Caleb Ewan an.

Greipel und Kittel fehlen

Für den Australier ist das ein guter Start gewesen. Ewan, 24 Jahre alt, startet in diesem Jahr für das belgische Team Lotto-Soudal, wo er den deutschen Radprofi André Greipel als Sprinter abgelöst hat. Greipel, der seit 2008 insgesamt 18 Etappen bei der Tour Down Under gewonnen hat und zwei Mal (2008, 2010) den Gesamtsieg feierte, ist in diesem Jahr nicht am Start. Seine neue Mannschaft Arkéa-Samsic ist als französisches Pro-Continental-Team bei Rennen der World Tour auf Wildcards angewiesen.

Der andere deutsche Weltklasse-Sprinter Marcel Kittel (Team Katusha-Alpecin) ist ebenfalls nicht nach Australien gereist. Kittel startet Ende des Monats mit vier kleineren Rennen auf Mallorca in die Saison, genau wie Pascal Ackermann vom Team Bora-hansgrohe. Die deutsche Equipe wird in Australien von Peter Sagan angeführt, der bei den Tour Down Under Classics am Sonntag Zweiter wurde.

Bauhaus mit Unterstützung von Sieberg

Die Abwesenheit von Greipel, Kittel und Ackermann macht den Blick frei auf die deutschen Sprinter in der zweiten Reihe: Bauhaus und Walscheid wollen und sollen in diesem Jahr den internationalen Durchbruch schaffen. Bauhaus hat dafür bei einer neuen Mannschaft angeheuert. Nach zwei Jahren bei Bora und zwei weiteren Jahren beim Team Sunweb ist der 24 Jahre alte Radprofi aus Bocholt nun für das Team Bahrain-Merida unterwegs. Dort hofft er, mehr Chancen als Sprintkapitän zu erhalten als zuletzt. "Letztlich ist das der Grund dafür, dass ich gewechselt bin", sagte Bauhaus dem Portal "cyclingnews.com".

Bahrain-Merida hat ihm dafür auch noch den erfahrenen Marcel Sieberg zur Seite gestellt, der in den vergangenen Jahren die Sprints für seinen besten Freund Greipel organisierte. Auch der Deutsch-Australier Heinrich Haussler soll Bauhaus bei den Sprints der Tour Down Under unterstützen. "Als Sprinter will man möglichst früh Siege feiern", erklärte Bauhaus, der 2017 schon eine Etappe bei der Dauphiné-Rundfahrt gewann und im vergangenen Jahr bei der Abu-Dhabi-Tour Marcel Kittel hinter sich lassen konnte.

Walscheid: "Möglichst viele Siege"

Max Walscheid

Erfolge schaffen Selbstbewusstsein und sorgen für Vertrauen bei jenen, die den Sprint bei Tempo 60 vorbereiten sollen. Das weiß auch Max Walscheid, der nach Bauhaus' Abgang zum ersten Sprinter beim Team Sunweb avanciert. Der 25-Jährige geht in seine vierte Saison als Profi und hat sich zum Ziel gesetzt hat, in dieser Saison "möglichst viele Siege" zu holen. In Australien sollen ihn dabei die Neo-Profis Max Kanter und Cees Bol unterstützen, die ihr World-Tour-Debüt geben.

Die erste Gelegenheit bietet sich den deutschen Sprintern bereits auf der ersten Etappe von North Adelaide zum Port Adelaide. Es sei denn, der angekündigte starke Wind lässt das Peloton in seine Einzelteile zerfallen. Das Teilstück wurde wegen des Windes auf 129 Kilometer verkürzt. Die ursprünglich geplante 3,4 Kilometer lange Schlussrunde durch Adelaide wurde gestrichen.

Auch die zweite Etappe von Norwood und Angaston, die ebenfalls als Sprintetappe gilt, wurde wegen der erwarteten Hitze mit Temperaturen um die 40 Grad Celsius verkürzt. Statt 149 Kilometer werden nun nur noch 122,1 Kilometer zurückgelegt. Die Tour Down Under endet nach sechs Etappen am Sonntag (20.01.2019)

Stand: 14.01.2019, 15:06

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