Tony Martin mit vorsichtigen Prognosen fürs Einzelzeitfahren

Tony Martin: "Versuche das Beste rauszuholen" Sportschau 24.09.2019 01:27 Min. Verfügbar bis 24.09.2020 Das Erste

Straßenrad-WM

Tony Martin mit vorsichtigen Prognosen fürs Einzelzeitfahren

Die Glanzzeit im Einzelzeitfahren liegt schon länger hinter Tony Martin. Der WM-Kurs und die Streckenlänge in der britischen Grafschaft Yorkshire sind aber etwas für den einstigen Dominator - wenn da nicht die Schmerzen im Brustkorb wären.

"Mir geht's von Tag zu Tag besser", sagt Tony Martin im Interview mit sportschau.de. "Aber ich bin noch lange nicht da, wo ich sein wollte - gesundheitlich und von der Form her." Für das Einzelzeitfahren bei der Straßenrad-WM am Mittwoch (25.09.2019) in Yorkshire will Martin deshalb kein großes Ziel ausgeben. "Eine Prognose zu wagen wäre zuviel. Normalerweise bin ich ein Freund von konkreten Zielstellungen, aber die Situation gibt das leider nicht her."

Immer noch Schmerzen nach Sturz bei der Vuelta

Die Besichtigung der Strecke hat Martin Motivation gegeben. 52,5 Kilometer lang, dazu gar nicht so hügelig wie befürchtet. Kein Vergleich also zum Parcours am Sonntag, als der 34-Jährige beim zweiten Platz im Mixed-Teamzeitfahren - für ihn untypisch - sogar seine Kollegen Nils Politt und Jasha Sütterlin ziehen lassen musste.

Tony Martin

Im Brustkorb verspürt Martin allerdings auch mehr als eine Woche nach seinem schlimmen Sturz bei der Spanien-Rundfahrt noch Schmerzen bei Belastung. Am Sonntag sei bei regennasser Fahrt die Angst vor einem neuerlichen Sturz hinzu gekommen. Eine normale Reaktion, wie Bundestrainer Jens Zemke meint: "So ein Sturz fährt irgendwo im Kopf mit."

Auf der drittletzten Etappe der Vuelta war Martin heftig gestürzt. Mit 24 Stichen musste die Wunde im Gesicht genäht worden, sein ganzer Körper war von Prellungen und Schürfwunden gezeichnet. Doch Aufgeben kommt für Martin nicht in Frage. Bei 16 Weltmeisterschaften war Martin stets ein Medaillengarant, insgesamt zwölf Mal stand er auf dem Podest. Nur zu gern würde er seinen fünften Einzeltitel holen, womit er den Schweizer Fabian Cancellara endgültig hinter sich lassen würde.

Politt will in die Top Ten

Da haben allerdings einige Rivalen etwas dagegen. Der australische Titelverteidiger Rohan Dennis sicherlich, dessen Vorbereitung nach dem Streit im Bahrein-Merida-Team allerdings nicht optimal war. Oder Martins Teamkollege Primoz Roglic, der bei der Vuelta die Konkurrenz im Zeitfahren demoralisiert hat. Auch Belgiens Jungstar Remco Evenepoel wird als Geheimfavorit gehandelt.

Nils Politt aus Köln gibt derweil vorsichtig eine Top-Ten-Platzierung als Ziel an. Schließlich habe er noch nie ein so langes Zeitfahren bestritten. Dazu beschäftigt Politt nach wie vor die ungewisse Zukunft in seinem Katusha-Team. Der 25-Jährige besitzt bei Katusha noch einen Vertrag bis 2020. Ursprünglich wollte der Rennstall während der Frankreich-Rundfahrt im Juli entscheiden, ob die Mannschaft weitermacht. Zuletzt gab es Gerüchte, dass das Team mit der Israel Cycling Academy zusammengeht.

nch/dpa/sid | Stand: 24.09.2019, 14:48

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