Sakarin gewinnt Giro-Bergankunft

Ilnur Sakarin bejubelt seinen Etappensieg beim Giro d'Italia

102. Giro d'Italia

Sakarin gewinnt Giro-Bergankunft

Der Russe Ilnur Sakarin hat die erste Bergankunft des 102. Giro d'Italia nach einer Solofahrt gewonnen. Das Maglia Rosa des Gesamtführenden behauptete nach großem Kampf der Slowene Jan Polanc.

Der 29 Jahre alte Radprofi Sakarin vom Team Katusha-Alpecin triumphierte am Freitag (24.05.2019) nach 196 Kilometern zwischen Pinerolo und dem Lago Serru in über 2.200 Meter Höhe auf dem bisher schwierigsten Teilstück der diesjährigen Italien-Rundfahrt. Nach dem langen Schlussanstieg hatte Sakarin 35 Sekunden Vorsprung auf den Spanier Mikel Nieve (Mitchelton-Scott).

Top-Favorit Primoz Roglic (Slowenien/Jumbo-Visma) kam an der Seite seines italienischen Hauptkonkurrenten Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) mit einem Rückstand von 2:57 Minuten auf Sakarin an. Das Maglia Rosa des Gesamtführenden behauptete nach großem Kampf der Slowene Polanc (UAE Team Emirates), der 4:39 Minuten nach dem Tagessieger das Ziel erreichte.

Sakarin: "Ich hatte keinen Plan"

Sakarin verbesserte sich in der Gesamtwertung auf Rang drei und rutschte bis auf 31 Sekunden an Roglic heran, der sich weitgehend auf Nibali fixierte und im Finale keine Unterstützung seiner Mannschaft mehr hatte. Auch der Spanier Mikel Landa (Movistar) fuhr als Tagesdritter einige Zeit auf Roglic heraus. Für die Katusha-Mannschaft war es ein seltener Erfolgsmoment in einer turbulenten Saison, die ihren Tiefpunkt vor zwei Wochen in der Vertragsauflösung mit Top-Sprinter Marcel Kittel erreicht hatte. "Ich hatte keinen Plan, ich habe einfach mein Bestes gegeben und das kam dabei heraus", sagte Sakarin.

Roger Kluge nicht mehr am Start

Auf dem Abschnitt mit über 5.000 Höhenmetern und über 50 Kilometer Steigung waren die Verlierer des Tages der Kolumbianer Miguel Angel Lopez (Astana) und der britische Vuelta-Sieger Simon Yates (Mitchelton-Scott), die beide wertvolle Zeit verloren. Der Eisenhüttenstädter Roger Kluge (Lotto-Soudal), der seinem Kapitän Caleb Ewan aus Australien zu zwei Etappensiegen verholfen hatte, ging am Freitag nicht mehr an den Start. Roglics Mannschaft mit dem Rostocker Paul Martens wurde auf Herz und Nieren geprüft, nachdem am Donnerstag (23.05.2019) schon die erste Bergetappe gezeigt hatte, dass der Slowene in den Bergen mehr oder weniger auf sich allein gestellt ist. Dieser Eindruck bestätigte sich. "Es gab viele Attacken, das wird so weitergehen", sagte Jumbo-Sportdirektor Jan Boven.

Am Samstag (25.05.2019) sind auf den 131 Kilometern zwischen Saint Vincent und Courmayeur am Mont-Blanc-Massiv die nächsten Angriffe der Favoriten zu erwarten. Roglic wird sich aufs Neue einiger Attacken erwehren müssen. Vier Bergwertungen der ersten und zweiten Kategorie sind zu bewältigen und auch zum Ziel ist noch eine Steigung zu meistern. Die Konturen des Gesamtklassements werden sich weiter schärfen.

sid | Stand: 24.05.2019, 17:49

Darstellung: