Giro - Carapaz glänzt auch auf der Königsetappe

Der Ecuadorianer Richard Carapaz (l.)

102. Giro d'Italia, 16. Etappe

Giro - Carapaz glänzt auch auf der Königsetappe

Richard Carapaz hat seine Führung beim Giro d'Italia auch auf der Königsetappe mit Bravour verteidigt. Der Tagessieg ging an den Spitzenreiter der Bergwertung.

Der Ecuadorianer Carapaz wehrte auf dem anspruchsvollen Weg durch die Alpen nach Ponte di Legno am Dienstag (28.05.2019) sämtliche Attacken ab und führt nun mit 1:47 Minuten Vorsprung auf den Italiener Vincenzo Nibali. Ex-Skispringer Primoz Roglic (Slowenien) büßte im strömenden Regen dagegen viel Zeit ein und fiel auf Rang drei der Gesamtwertung (+2:09) zurück.

Den Tagessieg auf der 16. Etappe holte sich der in der Bergwertung führende Italiener Giulio Ciccone (Trek-Segafredo) knapp vor dem Tschechen Jan Hirt. Beide hatten sich schon früh mit einer Ausreißergruppe vom Hauptfeld abgesetzt und machten am Ende den Kampf um den Etappenerfolg unter sich aus.

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Yates fällt zurück

Der seit Samstag führende Carapaz (Movistar) ließ derweil seinen schärfsten Konkurrenten Nibali (Bahrain-Merida) nie aus den Augen, fuhr am Hinterrad des zweimaligen Giro-Siegers als Sechster ins Ziel und hat weiter gute Chancen, als erster Ecuadorianer der Geschichte die traditionsreiche Rundfahrt zu gewinnen. Roglic (Jumbo-Visma) musste auf dem letzten Anstieg zum 1.852 m hoch gelegenen Mortirolo-Pass seine Konkurrenten ziehen lassen. Auch auf der folgenden, von Nebelschwaden erschwerten Abfahrt sowie den letzten Kilometern bergauf kämpfte er vergeblich um den Anschluss und kam mit 3:02 Minuten Rückstand auf Ciccone ins Ziel.

Neuer Vierter ist der Spanier Mikel Landa (Movistar/+3:15) vor dem Niederländer Bauke Mollema (Trek-Segafredo/+5:00). Einen ähnlichen Rückschlag wie Roglic erlebte Simon Yates (Mitchelton-Scott). Der Brite bleibt zwar Gesamt-Achter, sein Rückstand auf Carapaz wuchs aber um mehr als eine Minute auf 6:46 Minuten an.

Übles Wetter

Ganz so anspruchsvoll wie befürchtet geriet die Etappe indes nicht: Aufgrund der Schneemassen und der anhaltenden Lawinengefahr war die Strecke im Vorfeld etwas abgeschwächt worden und führte nicht mehr über den klirrend kalten Gaviapass, dem auf 2.600 m gelegenen, ursprünglich geplanten Dach des Giro. Dennoch sorgte das üble Wetter immer wieder für Gefahr.

Die 17. Etappe führt das Feld am Mittwoch nach Südtirol. Über Bozen und Brixen führt der Weg über 181 km in die Biathlon-Hochburg Antholz. Das Profil und auch der Schlussanstieg sind eher mäßig, den Topfahrern bietet sich somit die Chance für einen ruhigeren Tag.

dpa/sid | Stand: 28.05.2019, 19:04

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