Tour-Sieger Froome positiv getestet

Christopher Froome im Roten Trikot des Gesamtführenden der Vuelta

Radsport

Tour-Sieger Froome positiv getestet

Von Michael Ostermann

Der viermalige Toursieger Christopher Froome ist nach Angaben des Weltradsportverbandes positiv auf das Asthmamittel Salbutamol getestet worden.

Die UCI erklärte, der Brite habe den zulässigen Grenzwert von 1000 Nanogramm pro Milliliter in einer Urinprobe am 7. September 2017 nach der 18. Etappe der Vuelta überschritten. Salbutamol ist ein Asthmamittel, das Athleten auch ohne eine medizinische Ausnahmegenehmigung inhalieren dürfen, um Symptome der Krankheit zu bekämpfen. Die B-Probe habe das Ergebnis der A-Probe bestätigt, teilte die UCI mit.

Doppelt so viel wie erlaubt

Das Team Sky bestätigte den positiven Test und erklärte, Froome habe 2000 Ng/ml der Substanz in seiner Urinprobe aufgewiesen, also doppelt so viel wie erlaubt. Die britische Equipe gab außerdem an, Froome habe in der letzten Woche der Spanien-Rundfahrt stärkere Asthmabeschwerden gehabt und deshalb auf Anraten des Teamarztes die Dosis erhöht. Alle anderen Tests seien unauffällig gewesen.

"Es ist bekannt, dass ich Asthma habe und ich weiß genau, wie die Regeln sind", wurde Froome in einer Presseerklärung des Teams zitiert. "Während der Vuelta ist mein Asthma schlimmer geworden, deshalb bin ich dem Rat des Arztes gefolgt und habe die Salbutamol-Dosis erhöht. Wie immer habe ich dabei darauf geachtet, nicht mehr zu nehmen als die erlaubte Dosis."

Keine Suspendierung

Nach den Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) muss Froome nun anhand einer pharmakokinetischen Untersuchung nachweisen, dass der positive Test durch eine Inhalation einer therapeutischen Dosis zustande gekommen ist. Sollte der Brite dies nicht nachweisen können, droht ihm eine Sperre und der Verlust seines Vuelta-Sieges. Der Italiener Diego Ulissi war 2014 für neun Monate gesperrt worden, weil sich in seinem Urin 1920 ng/ml Salbutamol befanden.

"Ich nehme meine Führungsposition in meinem Sport sehr ernst", erklärte Froome. "Die UCI hat absolut recht, das Testergebnis zu untersuchen. Das Team und ich werden alle Informationen zur Verfügung stellen, die es dafür braucht." Der 32-Jährige, der im Juli zum vierten Mal die Tour de France gewann und anschließend auch die Spanien-Rundfahrt als Sieger beendete, darf trotz allem zunächst weiter Rennen fahren. Die Regeln der UCI sehen - anders als bei anderen positiven Dopingtests etwa auf EPO - keine Suspendierung vor.

Stand: 13.12.2017, 08:44

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