Außenseiter Bettiol gewinnt Flandern-Rundfahrt

Das Teilnehmerfeld der Flandern-Rundfahrt

Radsport

Außenseiter Bettiol gewinnt Flandern-Rundfahrt

Der italienische Radprofi Alberto Bettiol hat die 103. Auflage der Flandern-Rundfahrt gewonnen und für eine der größten Überraschungen in der langen Geschichte des Frühjahrsklassikers gesorgt.

Der 25 Jahre alte krasse Außenseiter vom Team EF Education First-Drapac setzte sich am Sonntag (07.04.2019) nach 270,1 km zwischen Antwerpen und Oudenaarde in 6:19:00 Stunden vor dem Dänen Kasper Asgreen (Astana) durch.

"Ich kann nicht glauben, was ich geschafft habe. Ich habe einfach die Augen zugemacht und attackiert", sagte Bettiol. Für den Italiener, der rund 30 km vor dem Ziel angegriffen hatte, war es der erste Profisieg überhaupt.

Politt als bester Deutscher auf Rang fünf

Auf Platz drei und vier landeten zeitgleich die Favoriten Alexander Kristoff (Norwegen/UAE Team Emirates) und Mathie van der Poel (Niederlande/Corendon-Circus).

Bester Deutscher war Nils Politt (Köln/Katusha-Alpecin) auf einem ganz starken fünften Platz. "Ich bin super happy mit Platz fünf", sagte Politt und ergänzte: "Am Paterberg habe ich eigentlich schon den Anschluss verloren. Ich bin dann aber wieder zurückgekommen und habe einen super Sprint gefahren."

Favoriten alle geschlagen

Bei Volksfeststimmung und mehreren hunderttausend Zuschauern am Streckenrand war es bei "Vlaanderens Mooiste" (Flanderns Schönste) so gar nicht der Einlauf, den die Experten erwartet hatten. Ob Weltmeister Alejandro Valverde (Spanien), Ex-Champion Peter Sagan (Slowakei) oder Klassiker-Spezialist John Degenkolb (Oberursel) - die großen Stars mussten sich geschlagen geben.

Degenkolb war nicht einmal in der ersten Verfolgergruppe vertreten, verlor bereits am Paterberg gut 13 Kilometer vor dem Ziel die Topgruppe aus den Augen und belegte am Ende Platz 29. Umso bravouröser war der Auftritt von Politt, der mit großem Kampf den Anschluss zu den Stars nicht abreißen ließ. Und zum Schluss hatte er sogar noch die Kraft für einen Sprint.

Gar nicht in dem Kampf um seinen zweiten Ronde-Sieg konnte indes Titelverteidiger Niki Terpstra eingreifen. Der Niederländer war rund 160 Kilometer vor dem Ziel auf einer breiten und eigentlich ungefährlichen Straße in einen Sturz mit mehreren Fahrern verwickelt und musste zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Bitteres Ende für Degenkolb bei Mailand-Sanremo Sportschau 23.03.2019 03:55 Min. Verfügbar bis 23.03.2020 Das Erste

dpa/sid | Stand: 07.04.2019, 17:12

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