Radsport - Sorge um den Sprinter Fernando Gaviria

Fernando Gaviria

Zweite Covid-Erkrankung

Radsport - Sorge um den Sprinter Fernando Gaviria

Von Tom Mustroph

Der Giro d'Italia hat die nächsten Coronafälle. Bei den 492 Tests am zweiten Ruhetag lieferte auch Fernando Gaviria ein positives Resultat ab. Sein Team UAE Emirates isolierte den Sprinter umgehend. Der Kolumbianer trat auch nicht zur 16. Etappe der Italienrundfahrt an. Seine verbliebenen Teamkollegen nehmen aber weiter am Rennen teil.

Fernando Gaviria weist nach Angaben seines Teams keine Symptome auf. Das bestätigte der Sportschau auch Gavirias Vater Hernando. "Ich habe gerade mit ihm telefoniert. Er ist positiv, das stimmt. Er sagt aber auch, dass er keine besonderen Beschwerden verspürt", teilte der Vater mit.

Im März mehr als einen Monat in Quarantäne

Besorgt ist er aber schon. Denn sein 26-jähriger Sohn fing sich das Virus bereits zum zweiten Mal ein. Im März gehörte er zu den ersten positiven Fällen im Radsport überhaupt. Sie traten während der UAE Tour auf. Mehr als einen Monat wurde er damals im Wüstenstaat in Quarantäne gehalten, bevor er nach drei negativen Proben hintereinander entlassen wurde.

Bei seiner Heimkehr nach Kolumbien musste er erneut in Quarantäne. "Es war eine schwierige Zeit damals. Aber er kam dann immerhin nach Hause. Jetzt ist er wieder weit weg von uns und natürlich sind wir beunruhigt", schrieb Hernando Gaviria per Whatsapp und konstatierte: "Es bleibt uns nur auf Gott zu vertrauen und zu hoffen, dass er gut aus der Situation herauskommt."

Angst vor noch unbekannten Spätfolgen

Über Folgeschäden für seinen Sohn ist Gaviria senior durchaus in Sorge. Er ist selbst Sportlehrer und trainierte in den Jugendjahren sowohl seinen Sohn als auch seine Tochter Juliana, die als Bahnsprinterin in Südamerika recht erfolgreich ist. Er betreut auch ein eigenes Nachwuchsteam im Radsport. "Das Virus ist neu, wir wissen nicht viel. Viel hängt davon ab, ob es Komplikationen gibt. Aber weil er jetzt asymptomatisch ist, hoffe ich, dass es keine Spätfolgen gibt", meinte Gaviria.

In welcher Situation sein Sohn sich angesteckt haben könnte, vermochte er nicht zu sagen. "Das ist sehr schwer festzustellen", meinte er. Wenig Verständnis hatte er aber dafür, dass der Giro trotz der mittlweile elf positiven Fälle - vier Rennfahrer und sieben Betreuer - weitergeht. "Sie wollen den Giro um jeden Preis beenden, trotz der positiven Fälle im Peloton , bei den Betreuern und auch bei der Polizeieskorte. Immer noch eine Etappe und noch eine Etappe", sagte er. "Um weitere Rückschläge zu vermeiden, wäre es besser, aufzuhören. Aber sie werden wohl sagen, dass das Rennen wichtiger als das Leben sei", beurteilte Gaviria senior sarkastisch die Situation.

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Giro-Ausrichter RCS ist weiter gewillt, das Rennen bis nach Mailand zu bringen. Gaviria senior hat in seiner Heimat bereits Konsequenzen aus der verschärften Corona-Lage gezogen. "Ich begleite meine Sportler beim Training nicht mehr selbst. Ich will sie und ihre Familien schützen. Aber auch in Kolumbien gibt es jetzt wieder Radrennen und nicht immer achtet man dabei auf die Sicherheit", teilte er mit. Eine Neujustierung zwischen Gesundheitsrisiken sowie wirtschaftlichen und kulturellen Aspekten scheint im Radsport der Corona-Saison nötig.

Stand: 20.10.2020, 13:45

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