Degenkolb - Vuelta-Qual für die WM

John Degenkolb

Spanien-Rundfahrt

Degenkolb - Vuelta-Qual für die WM

Von Tom Mustroph

Nach seiner ungewöhnlichen Rennpause im Juli bringt sich John Degenkolb bei der sehr schweren Vuelta in Schwung für die WM. Die Belastungen helfen, die Resultate allerdings lassen noch auf sich warten. Dennoch blickt der designierte deutsche Co-Kapitän optimistisch auf das WM-Rennen in Yorkshire.

John Degenkolb hat bei dieser Vuelta a Espana noch nicht den Weg zum Sieg gefunden. "Wie auch, es gab ja bisher nur zwei Massensprints überhaupt", sagte der Frankfurter zur Sportschau. Gut, es waren drei. Beim von einem Massensturz erschwerten Finish in Oviedo kam Degenkolb immerhin auf Platz acht. Bei den anderen beiden Sprints auf der dritten und vierten Etappe stehen die Plätze 109 und 92 zu Buche. Top-Ergebnisse sehen anders aus.

Aber es gibt tatsächlich ungewöhnlich wenige Gelegenheiten für schnelle Männer bei dieser Spanien-Rundfahrt, jedenfalls in diesem Jahr. "Diese Vuelta insgesamt ist megaschwer", bilanzierte Degenkolb.

Harte Tour - und keine für Sprinter

Auf der historischen 17. Etappe, als sich zwei Pelotons über 220 Kilometer das wohl längste Mannschaftsverfolgungsrennen in der Geschichte des  Profiradsports lieferten, habe er sogar gedacht: "Das hier ist die härteste Grand Tour, die ich in meiner Karriere je gefahren bin." Die Strecke sei äußerst anspruchsvoll, die Fahrweise außergewöhnlich hart. Bisher sei nur eine Etappe angenehm zu fahren gewesen, bei der man sich etwas im Feld verstecken konnte.

Was jetzt die Körner aus den Beinen zieht, ist im Hinblick auf den nächsten Saisonhöhepunkt für Degenkolb aber durchaus vorteilhaft. "Ich glaube, dass es schlechtere Vorbereitungen gibt", meinte er. "Wenn man bedenkt, dass jetzt noch zwei Wochen bis zur WM sind und man auch die Ruhe und die Erholung bekommt, die der Körper dann auch braucht, glaube ich, dass man dort auf jeden Fall in Topform dastehen kann."

Deutschland mit starkem Team zur WM

Degenkolb fühlt sich gerüstet. "Der Kurs in Yorkshire wird uns als deutscher Mannschaft liegen", prognostiziert er. Die Kapitänsrolle wird er sich wahrscheinlich mit Pascal Ackermann teilen, dem neuen Sprinterstern, und wohl auch mit dem zweiten Klassikerspezialisten Nils Politt. "Wir werden jetzt nicht mit einem klassischen Kapitän ins Rennen gehen, sondern mit einer starken Mannschaft", meint Degenkolb.

Respekt hat er vor dem kühlen Wetter und dem Regen in England. "Man muss mit diesen Bedingungen über die Länge des Rennens erst einmal klarkommen", sagt er. 285 Kilometer über einen welligen Parcours können bei Kälte und Nässe zu einem echten Hammerrennen werden.

Vuelta statt Wetter-Gewöhnung

Statt der Wettereingewöhnung bei der Tour of Britain, die zahlreiche andere WM-Favoriten bestreiten, darunter Top-Star Mathieu van der Poel, hält Degenkolb für sich aber die Vuelta für geeigneter. Eben weil die Rennbelastung über drei Wochen geht.

Ein Aspekt fehlt aber noch. "Für das Selbstvertrauen wäre es schön, wenn ich hier noch ein gutes Ergebnis fahren könnte und eine Etappe abschießen", sagte er. Zwei Gelegenheiten hat er dazu in den letzten drei Vuelta-Tagen: am Freitag (13.09.2019) und zum Abschluss am Sonntag.

Stand: 13.09.2019, 10:14

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