Paris-Roubaix - Politt muss nur Gilbert ziehen lassen

Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix

Paris-Roubaix - Politt muss nur Gilbert ziehen lassen

Am Ende fehlten nur Zentimeter für den großen Triumph. Nils Politt hat beim Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix seinen ersten wichtigen Sieg nur knapp verpasst.

Der Kölner vom Team Katusha-Alpecin hatte über die schweren 257 Kilometer mit zahlreichen Kopfsteinpflaster-Passagen lange die richtige Taktik gewählt und sich in der Schlussphase knapp 15 Kilometer vor dem Ziel mit dem Belgier Philippe Gilbert aus einer Führungsgruppe abgesetzt.

Doch im Endspurt über zwei Bahnrunden im Velodrom von Roubaix musste Politt dem Routinier vom Team Deceuninck-Quick-Step doch nach 5:58,02 Stunden den Vortritt lassen und wurde bei der 117. Auflage des Klassikers Zweiter. Platz drei holte sich Yves Lampaert (Deceuninck-Quick-Step). "Hier Zweiter zu werden, ist einfach unglaublich", sagte ein emotionaler Politt am Sportschau-Mikrofon: "Ich bin einfach nur glücklich, dass ich mich was getraut habe."

Politt: "Ich bin einfach nur glücklich" Sportschau 14.04.2019 01:53 Min. Verfügbar bis 21.04.2020 ARD

Gilbert mit beeindruckender Sammlung

"Nils hat ein tolles Rennen gefahren. Es war am Ende hart", sagte Gilbert im Ziel. Der 36-Jährige hat damit nach Lüttich-Bastogne-Lüttich, der Lombardei-Rundfahrt und der Flandern-Rundfahrt das vierte von fünf Monumenten gewonnen. Damit fehlt Gilbert nur der Triumph bei Mailand-Sanremo.

Gut 60 Kilometer vor dem Ziel entwickelte sich die entscheidende Rennsituation. Politt, zuletzt schon starker Fünfter bei der Flandern-Rundfahrt, verschärfte in einer Verpflegungszone das Tempo und forderte die Top-Favoriten um den dreimaligen Weltmeister und Vorjahressieger Peter Sagan heraus. Der Slowake aus der deutschen Mannschaft Bora-hansgrohe reagierte und fuhr mit den Belgiern Wout van Aert (Jumbo-Visma), Lampaert (Deceuninck-Quick Step) sowie Sep Vanmarcke (EF Education First) zur Spitze, wo sich neben Politt auch Ex-Weltmeister Gilbert befand.

Degenkolb abgehängt

John Degenkolb konnte indes seinen Sieg von 2015 beim wohl härtesten Eintagesrennen der Welt nicht wiederholen. Der 30-Jährige vom Team Trek-Segafredo wurde in der sogenannten "Hölle des Nordens" mit 29 Sektoren (54,5 Kilometer) auf dem holprigen Kopfsteinpflaster bereits frühzeitig abgehängt.

Am Ende lag Degenkolb im Ziel als 28. drei Minuten hinter dem Tagessieger. Marcus Burghardt (+2:14 Minuten) von Bora-hansgrohe wurde als 24. zweitbester Deutscher.

Eine Woche nach Paris-Roubaix steht 21. April mit dem Amstel Gold Race der nächste Klassiker auf dem Programm. Das Rennen bei Maastricht mit dem berühmten Cauberg ist der Auftakt der hügeligen Ardennen-Woche. Anschließend folgen der Flèche Wallonne und Lüttich-Bastogne-Lüttich.

Thema in: Sportschau, Das Erste, Sonntag, 14.04.2019, 18 Uhr.

sid/dpa | Stand: 14.04.2019, 18:37

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