Radsport-Legende Gustav Adolf "Täve" Schur begeht 90. Geburtstag

Radsport: Gustav Adolf "Täve" Schur radelt dem Alter davon 02:26 Min. Verfügbar bis 23.02.2022

Radsport | Jubiläum

Radsport-Legende Gustav Adolf "Täve" Schur begeht 90. Geburtstag

Im Osten wird er geliebt wie kaum ein anderer Sportler. Gustav Adolf Schur gehört zu den erfolgreichsten Radsportlern Deutschlands. Und auch international ist sein Name fest mit der Friedensfahrt verbunden. Am Dienstag (23.02.2021) wird Radsport-Legende "Täve" Schur 90 Jahre alt.

Der runde Geburtstag daheim in Heyrothsberge bei Magdeburg fällt klein aus. Um Schur, den wohl die ganze Radwelt als "Täve" kennt, ist es seit dem Tod seiner Frau Renate im Mai 2020 ruhiger geworden. Der Radsport ist weiter fester Bestandteil seines Lebens, bis heute fährt er regelmäßig. Nach eigenen Angaben möchte er 100 Jahre alt werden und seine Geschichten erzählen. Denn die gehören im Osten Deutschlands längst zum Kulturgut.

Schur prägt goldene Jahre des DDR-Sports

Täve Schur

Die Liste der Erfolge ist lang: Zweimal Straßenweltmeister der Amateure, zweimal Sieger der Friedensfahrt, neunmal in Folge DDR-Sportler des Jahres. Und 1990 wurde Schur schließlich zum größten Athleten der DDR-Geschichte gewählt. "Ich bin für die Menschen am Straßenrand gefahren, nicht für Werbeverträge und Kohle", wurde Schur jüngst in der Märkischen Oderzeitung zitiert.

Legende "Täve" Schur im Westen umstritten

Täve Schur

Ins Gesamtdeutsche übertrug sich sein Ruhm aber nicht. Während etwa Heike Drechsler, Katharina Witt und Jens Weißflog nach dem Mauerfall auch deutschlandweit verehrt wurden, polarisierte Schur in der Nachwendezeit. Im Westen hielt man ihn für einen ewig Gestrigen, warf ihm Verklärung des DDR-Unrechts vor, stieß sich an seinen Ansichten zum Doping in der DDR, zu Mauerbau und Schießbefehl. So wurde Schur zweimal die Aufnahme in die gesamtdeutsche Sport-Ruhmeshalle verwehrt.

Schur ließ sich jedoch nicht verbiegen und blieb ein politischer Mensch. Einer, der sowohl Mitglied der DDR-Volkskammer (1958 bis 1990) als auch des deutschen Bundestags (1998 bis 2002 für die PDS) war. Bis heute beantwortet er Briefe und Autogrammwünsche: "Es ist für mich eine moralische Verpflichtung. Ich nehme jede Zuschrift ernst. Zusammenhalt ist eine Eigenart von uns Ex-DDR'lern. Heimat schweißt zusammen."

Auch deshalb erzählen sich die Menschen die Geschichten aus Schurs goldenen Jahren. Wie jene von "Täves" Vizeweltmeisterschaft 1960: Vor 200.000 Zuschauern auf dem Sachsenring fuhr Schur als Favorit in einer Spitzengruppe mit seinem Freund Bernhard Eckstein und dem belgischen Sprinter Willy Vandenberghen. Als Eckstein antrat, hielt sich Schur zurück und überließ ihm den Titel.

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red

MDR | Stand: 23.02.2021, 08:26

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