Mailand-Sanremo - John Degenkolb will angreifen

John Degenkolb

Frühjahrs-Klassiker

Mailand-Sanremo - John Degenkolb will angreifen

Für John Degenkolb startet beim Frühjahrs-Klassiker Mailand-Sanremo die wichtigste Saisonphase. Nach langer Leidenszeit fühlt er sich gerüstet, seinen Sieg von 2015 wiederholen zu können.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass ich 2015 wiederholen kann", sagt John Degenkolb selbstbewusst. Damals gewann der 30-jährige Radprofi den Frühjahrs-Klassiker Mailand-Sanremo. Anschließend fuhr er - noch spektakulärer - den Sieg bei Paris-Roubaix ein, der Königin der klassischen Eintagesrennen. Ganz klar: 2015, das war Degenkolbs Jahr.

Doch dann ging es bergab. 2016 wurde er bei einem Unfall schwer am Finger verletzt, es folgten weitere Rückschläge und Erkrankungen. Es war oft schwierig für den gebürtigen Thüringer. Doch jetzt sagt er: "Ich glaube, die harte Zeit hat bei mir ein Ende." Auch wegen des Etappensieges bei der Tour de France im vergangenen Jahr in Roubaix hat er neues Vertrauen gefasst.

"Enorm wichtig für mich"

"Die Klassikersaison ist für mich enorm wichtig, ich zehre von jedem Ergebnis, dessen bin ich mir bewusst", sagt er. Am Samstag (23.03.2019) beginnen nun diese ganz speziellen Wochen traditionell mit der "Classicissima", der längsten Tortur im Kalender mit fast 300 Kilometern von Mailand bis auf die berühmte Via Roma in Sanremo. Und Degenkolb, der 2018 erkrankt passen musste, ist "guter Dinge": "Im Vergleich zum vergangenen Jahr, wo es mir zu dem Zeitpunkt richtig dreckig ging, ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht."

Nötige Rennhärte

Der Klassikerspezialist verspürt die nötige Rennhärte, er hatte, wie er berichtet, einen "gesunden Winter" und holte sich ausreichend "Stabilität". In zahlreichen Siegen hat sich die offenbar starke Verfassung nicht ausgedrückt, ein Saisonerfolg steht bisher zu Buche. "Alles vorher", sagt der Profi aus dem Team Trek-Segafredo gleichwohl, "war nur dazu da, um jetzt gut genug zu sein. Jetzt geht es wirklich los, jetzt zählt es. An diesen Rennen werde ich gemessen."

Große Konkurrenz

Doch die Konkurrenz ist groß. Da wäre das überragende Team Deceuninck-Quick Step mit den Top-Favoriten Julian Alaphilippe (Frankreich) und Elia Viviani (Italien), da ist die deutsche Equipe Bora-hansgrohe mit Superstar Peter Sagan (Slowakei) und dem aufstrebenden Sam Bennett (Irland). Die Aufzählung ließe sich fortsetzen. "Ich zähle mich zum erweiterten Favoritenkreis. An einem guten Tag ist alles möglich", sagt Degenkolb.

Und an diesem möglichst guten Tag muss der Wahl-Hesse vor allem die Schlüsselstellen Cipressa und Poggio an der Spitze überstehen, um in dem besonderen Sprint nach über sieben Fahrstunden seine Fähigkeiten auszuspielen. Auch bei der Primavera hänge eben alles an den körperlichen Voraussetzungen, sagt er: "Wenn ich die Beine dazu habe, dann kann ich Rennen nach vorne raus entscheiden."

red/sid | Stand: 22.03.2019, 06:00

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