Mathias Nothegger – der König im Jedermann-Radsport

Mathias Nothegger

Tour Trans Alp vom 23. bis 29. Juni

Mathias Nothegger – der König im Jedermann-Radsport

Von Olaf Jansen

Vom 23. bis 29. Juni geht es bei der Tour Trans Alp für die besten Jedermann-Radsportler quer über die Alpen. Bei den Einzelfahrern gibt es nur einen Top-Favoriten: Mathias Nothegger.

Sein WhatsApp-Profilbild zeigt Mathias Nothegger im strömenden Regen. Mit einem Siegerkranz um den Hals. Es war sein größter Triumph: der Sieg beim Ötztaler Radmarathon 2018. Spätestens seit diesem Tag hat der 40-Jährige den Ruf als "König der Radsport-Jedermänner" weg.

Vor allem bei Veranstaltungen mit Bergetappen war der gebürtige Bregenzer im Jahr 2018 nahezu unschlagbar. Neben dem "Ötzi" holte er sich den obersten Podestplatz unter anderem bei der Tour de Kärnten, dem Glocknerkönig, dem Kaunertaler Gletscherkaiser und beim Highlander Radmarathon. Zu Beginn der Saison 2019 war er auch schon wieder bei der Tour de Kärnten vorn - viel mehr geht nicht.

Trans Alp - 800 Kilometer, 18.000 Höhenmeter

Jetzt steht die Tour Trans Alp an. Vom 23. bis 29. Juni geht es beim größten Etappenrennen für Jedermänner von Innsbruck aus über die Alpen. Auf sieben Teilabschnitten müssen rund 800 Kilometer und 18.000 Höhenmeter überwunden werden.

War das Rennen bisher stets nur für Zweierteams ausgeschrieben, dürfen 2019 erstmals auch 200 Einzelfahrer teilnehmen. Mit Mathias Nothegger als Topfavorit. "Ganz klar: Ich will gewinnen", sagt er auch selbstbewusst.

Nothegger in Aktion bei der Tour de Kärnten Sportschau 03.06.2019 00:47 Min. Verfügbar bis 19.06.2020 Das Erste

Es ist diese absolute Siegermentalität, die Nothegger mutmaßlich zum Dominator gemacht hat. Und der bei der Konkurrenz nicht uneingeschränkte Beliebtheit genießt. "Seine Leistungen sind nicht normal" wird stets im geschlagenen Konkurrenzfeld geraunt.

Nothegger sind noch nie unerlaubte Mittel nachgewiesen worden, er kontert die Gerüchte stets mit einem Hinweis auf seinen Fleiß: "Ich trainiere 20.000 Kilometer im Jahr, absolviere dabei 400.000 Höhenmeter. Dieser Umfang - kombiniert mit intelligentem Intervalltraining und ausgeklügelter Ernährung - sind die Erklärung für meine Leistungen."

"Wurde fallen gelassen"

Nothegger war nicht immer bei den Hobbyfahrern - in jungen Jahren versuchte er sich auch eine Zeit lang bei den Mountainbike-Profis. Allerdings ohne durchschlagenden Erfolg: "Ich habe mich nicht so rasch entwickelt wie von den Team-Verantwortlichen gewünscht. Also haben sie mich fallen gelassen."

Nothegger verließ die Profiszene enttäuscht und widmete sich fortan dem Hobbysport. Schnell erkannte er, dass er auch hier seinen Lebensunterhalt verdienen konnte. Seit 2009 lebt er auf Gran Canaria, von wo aus er als Trainer für eine ganze Reihe Sportler arbeitet.

Trainingspläne, Ernährungstipps, Betreuung vor Ort und übers Internet sind seine Leistungen. Sowohl ambitionierte Hobby- als auch einige Profifahrer sind seine Kunden.

58 Kilo Kampfgewicht

Parallel dazu hat er eine eigene Ernährungsmarke entwickelt, die speziell für Ausdauersportler gedacht ist. "Ich kann mittlerweile vom Radsport gut leben", sagt er. Selbst erfolgreich ist er, seit er vor zehn Jahren sein Gewicht auf einen Schlag um zehn Kilogramm senkte.

"Ich kam mal wieder von einem Rennen als Geschlagener zurück und habe mich deprimiert im Spiegel angesehen. Es war mir regelrecht peinlich, wie übergewichtig ich war." Innerhalb kürzester Zeit trainierte und ernährte er sich herunter auf ein Gewicht von nur noch 58 Kilogramm, das er seither diszipliniert hält.

Disziplin ist überhaupt der wichtigste Faktor im Leben Notheggers - davon ist er selbst überzeugt: "Ohne geht es nicht. Und ich habe größten Spaß daran."

Stand: 25.05.2019, 13:52

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