Acht positive Coronatests beim Giro d'Italia - Rundfahrt soll weitergehen

Steven Kruijswijk beim Giro D'Italia 2020

Italien-Rundfahrt

Acht positive Coronatests beim Giro d'Italia - Rundfahrt soll weitergehen

Corona-Chaos beim Giro d'Italia: Nach insgesamt acht positiven Tests bei fünf Teams steht die Italien-Rundfahrt vor einer ungewissen Fortsetzung. Am Sonntag (11.10.2020) und Montag wurden insgesamt 571 Tests durchgeführt. Corona-Infektionen gab es bei Sunweb, Jumbo-Visma, Mitchelton-Scott, AG2R-La Mondiale und Ineos Grenadiers.

Betroffen sind zwei Fahrer und sechs Teammitglieder. Beim Team Mitchelton-Scott, in dem zuletzt bereits der britische Mitfavorit Simon Yates positiv getestet worden war, gab es vier Infektionen bei Mitgliedern des Staffs. Als Konsequenz zog sich das Team vom Giro zurück.

"Aus sozialer Verantwortung gegenüber unseren Fahrern und Mitarbeitern, dem Fahrerfeld und der Rennorganisation haben wir die klare Entscheidung getroffen, uns vom Giro d'Italia zurückzuziehen", heißt es in einer Mitteilung.

Giro-Aus für Kruijswijk und Matthews

Auch der niederländische Radprofi Steven Kruijswijk hatte ein positives Testergebnis, das gab sein Team Jumbo-Visma bekannt. Kruijswijk lag im Gesamtklassement auf Rang elf und galt als einer der Anwärter auf den Gesamtsieg. Die niederländische Mannschaft kündigte kurze Zeit später zugleich den kompletten Rückzug vom Giro an.

"Dies ist die einzige und verantwortungsvollste Entscheidung", sagte Addy Engels, Sportlicher Leiter bei Jumbo-Visma: "Wir waren alle nah mit Steven zusammen. Man sieht ja, was bei Mitchelton-Scott passiert ist. Erst war es ein Fall, jetzt sind es vier weitere." 

Der zweite betroffene Fahrer ist Michael Matthews vom deutschen Team Sunweb. Der Australier habe aktuell keine Symptome und sei in Quarantäne, hieß es in einer Mitteilung des Teams.

Das Rennen soll bis Mailand weitergehen

Ziel bleibt, am 25. Oktober in Mailand anzukommen, betonte Renndirektor Mauro Vegni am Dienstag. "Natürlich ist für uns alle das Ziel, nach Mailand zu gelangen. Wir tun alles Erdenkliche, um diesen Giro planmäßig und mit Würde zu Ende zu führen", sagte Vegni dem TV-Sender RAI: "Wir sind stark bemüht, die Lage unter Kontrolle und die Blase geschlossen zu halten."

Am Montag stehen erneut Tests an

Was passiert, wenn weitere Fälle auftreten? Wird der Giro in diesem Fall abgebrochen? Und wie kann die Rennleitung sicher sein, dass das Virus "unter Kontrolle" ist? Am nächsten Ruhetag am kommenden Montag werden alle Fahrer erneut getestet. Die Teams, die bereits von positiven Fällen betroffen sind, sollen zusätzlich im Laufe der Woche mit Schnelltests überprüft werden. "Mehr kann man ehrlich gesagt nicht tun", meinte Vegni.

Doch die Entwicklungen in Italien werden sicher auch von den Machern der Vuelta registriert. Die Spanien-Rundfahrt soll am 20. Oktober beginnen und nach 2892 Kilometern am 8. November enden. Es bleibt die Hoffnung, dass alles glatt geht - wie bei der Tour de France, bei der es im Fahrerfeld keinen Fall gab. Einzig Tour-Direktor Christian Prudhomme infizierte sich und musste in Quarantäne.

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red/sid | Stand: 13.10.2020, 17:14

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