Giro: Cerny gewinnt verkürzte 19. Etappe

Josef Cerny bejubelt seinen Ettappensieg bei der Giro d'Italia

Giro d'Italia

Giro: Cerny gewinnt verkürzte 19. Etappe

Kurioser Auftakt der 19. Etappe beim Giro d'Italia: Nach acht Kilometern wurde die Etappe neutralisiert. Das Peloton fuhr darufhin weiter mit dem Bus zu einem neuen Startort. Zuvor hatte es Proteste der Radprofis gegeben.

Der Tscheche Josef Cerny (CCC Team) gewann mit 18 Sekunden Vorsprung vor Victor Campenaerts (Belgien/NTT Pro Cycling). Wilco Kelderman (Sunweb) behält auch nach der 19. Etappe das Rosa Trikot des Gesamtführenden. Den Niederländer trennen zwölf Sekunden von seinem Verfolger und Teamkollegen Jai Hindley (Australien).

Längste Etappe wetterbedingt unterbrochen

Nach einer Mitteilung der Giro-Organisatoren wurde die längste Etappe der Rundfahrt wegen der schlechten Wetterbedingungen unterbrochen. Später hieß es, dass im Ort Abbiategrasso neu gestartet wird - Zielort bleibt wie geplant Asti. Für die Profis standen damit nur noch rund 124 Kilometer auf dem Programm. Um 14.30 Uhr erfolgte der Neustart.

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Renndirektor Vegni ohne Verständnis

Die Etappe war nach acht Kilometern zunächst neutralisiert worden. Die Fahrer kehrten in die Teambusse zurück und wurden nach Abbiategrasso gefahren. Erst am Vortag hatten die Radprofis die extrem fordernde Königsetappe über das verschneite Stilfser Joch bewältigt.

Renndirektor Mauro Vegni zeigte allerdings wenig Verständnis für die rebellische Haltung - und kündigte sogar juristische Schritte an. "Ich denke, wir werden uns mit den Anwälten unterhalten. Wir glauben, dass es Konsequenzen geben wird", sagte Vegni, der mangelnden Respekt vor dem Rennen und den Zuschauern beklagte, dem TV-Sender Rai: "Das ist noch nicht vorbei. Lasst uns das Rennen beenden und Mailand erreichen, dann wird jemand dafür bezahlen."

Widersprüchliche Aussagen gibt es über den Zeitpunkt, wann Veranstalter RCS Sport vom Vorhaben der Fahrer in Kenntnis gesetzt wurde. Berichten zufolge hatte sich im Peloton bereits am Donnerstagabend Unmut über die Notwendigkeit einer derart langen Etappe bei schlechtem Wetter in der Schlusswoche breitgemacht. RCS Sport sei informiert worden. Vegni erklärte, davon keine Kenntnis zu haben.

Immer wieder Kritik der Profis

Seit dem Giro-Start war es immer wieder zu Verstimmungen gekommen. Auch die teils langen Transfers irritierten. "1:30 Stunden im Bus am Morgen, 6:30 Stunden im Sattel, gefolgt von weiteren 2:30 Stunden im Bus. Damit ihr eine Vorstellung habt, warum wir nicht von Kilometer Null Vollgas fahren", twitterte etwa der Italiener Jacopo Guarnieri (Groupama-FDJ).

Auch das Anti-Corona-Konzept war im Verlauf des Rennens von Radprofis deutlich kritisiert worden. Das Team EF Pro Cycling hatte einen Abbruch am zweiten Giro-Ruhetag gefordert, der Belgier Thomas De Gendt (Lotto-Soudal) fühlte sich "nicht sicher".

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rsch | Stand: 23.10.2020, 17:00

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