Hondo: Gemeinsames Doping mit Petacchi

Danilo Hondo

Zeugenaussage im Dopingprozess

Hondo: Gemeinsames Doping mit Petacchi

Der frühere Radprofi Danilo Hondo ist nach eigener Aussage gemeinsam mit dem ehemaligen Sprint-Star Alessandro Petacchi vom Mediziner Mark Schmidt gedopt worden. Das gab Hondo bei seiner Zeugenaussage im Blutdoping-Prozess in München an.

Als Teamkollegen beim Rennstall Lampre seien die zwei Sportler teils sogar nebeneinander im Hotelzimmer von dem Erfurter Arzt behandelt worden. "Wenn man so ein enges Verhältnis hat, das fast brüderlich war, dann hat man kein Problem damit, dass man zusammen in einem Raum gedopt wird", berichtete der heute 46-jährige Hondo vor dem Landgericht München.

Petacchi bestreitet die Vorwürfe

Hondo war damals Petacchis wichtigster Helfer für die Sprints. Anders als der gebürtige Cottbuser streitet Petacchi aber nach wie vor ab, von Mark Schmidt gedopt worden zu sein. Dennoch wurde der Italiener, der Anfang der Nullerjahre einer der beste Sprinter der Welt und Sieger von Dutzenden Etappen bei den drei großen Rundfahrten war, im Nachhinein noch gesperrt.

Ex-Radprofi Danilo Hondo widerspricht Aussagen von Mediziner Mark Schmidt

Sportschau 10.11.2020 00:56 Min. Verfügbar bis 10.11.2021 ARD Von Sebastian Krause

Hondo erzählte, dass er im Herbst 2011 von Schmidt zum Blutdoping überredet worden war. Im Winter wurde dann Blut abgenommen, das er aufbereitet zu den wichtigen Rennen 2012 wie Mailand-Sanremo oder der Tour de France wieder zurückgeführt bekam.

25.000 Euro investiert

Erfolge feierte Hondo aber nicht mehr. "Mir schien es mehr geschadet zu haben", sagte er. Nach der Saison 2012 habe er das Blutdoping bei Schmidt beendet. Gekostet habe ihn die Zusammenarbeit rund 25.000 Euro.

Als die Blutdoping-Affäre 2019 im Rahmen der "Operation Aderlass" aufflog, wurde auch Hondos Name genannt, der dann in einem Interview gestand und seinen Job als Nationaltrainer in der Schweiz verlor.

dpa | Stand: 10.11.2020, 19:50

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