Die Rückkehr des Sports - Galopper machen den Anfang

Galopprennen

Rennen in Hannover

Die Rückkehr des Sports - Galopper machen den Anfang

Es geht wieder los. Auf der Galopprennbahn Neue Bult in Hannover-Langenhagen steigt heute das erste offizielle Sport-Event seit Beginn der Corona-Krise. Rennen in Köln und Berlin folgen.

Alles wird anders sein, aber wenigstens tut sich etwas. Ohne Zuschauer und unter strengen Hygienemaßnahmen nimmt der Galopp-Rennsport am Donnerstag (07.05.2020) in Hannover seinen Betrieb wieder auf. Ab 14 Uhr starten auf der Neuen Bult die ersten Rennen.

"Wir sind erleichtert und Behörden wie Rennverein dankbar, dass die Menschen in den Rennsport-Betrieben nun wieder ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen können", sagte Michael Vesper, Präsident des Dachverbandes Deutscher Galopp.

"Kein Infektionsrisiko"

Von Normalität kann aber keine Rede sein. Mundschutz ist Pflicht - auch für die Jockeys. Dabei sein dürfen nur Personen, die für die Durchführung der Rennen notwendig sind. Die Besitzer der Pferde gehören etwa nicht zu dieser Gruppe. Abstand halten gilt auch in den Umkleidekabinen, Duschen und die Sauna sind geschlossen.

Das Hygiene- und Abstandskonzept des Verbandes wurde von den Behörden als "sachgerecht" eingestuft. "Durch Geisterrennen auf den weitläufigen Rennbahnen besteht kein Infektionsrisiko, dass haben uns auch kommunale Gesundheitsämter bestätigt", sagte Vesper.

Saison finanziell retten

Mit den Geisterrennen will der Sport die Saison finanziell retten. Die Eintrittsgelder fallen weg, die Sponsorensuche ist in der Coronakrise schwierig. Die Rennpreise wurden als Konsequenz halbiert. Bleiben die Einnahmen aus dem Sportwettenmarkt.

Wenigstens bei Buchmachern können Wetten abgeschlossen werden. Die Wettanbieter verzichten sogar vorerst auf ihre Provision. Der zweite Renntag findet bereits am Freitag in Köln statt, am Sonntag steht der Berliner Hoppegarten im Kalender.

Hoppegarten-Chef: "Existenziell wichtig"

Für Gerhard Schönigh, den Besitzer der dortigen Galopprennbahn, sind Geisterrennen eine absolute Notlösung: "Uns fallen dabei fast alle Einnahmen weg. Für die Branche ist es aber existenziell wichtig, dass Rennen stattfinden." Der aktive Rennsport habe in Deutschland etwa 3.000 Mitarbeiter. "Ohne Rennen besteht die Gefahr, dass Pferdebesitzer ihre Tiere aus dem Training nehmen, weil es sich wirtschaftlich nicht mehr lohnt", erklärte Schönigh. Dann würden auch Trainer und Reiter ihre Jobs verlieren.

Auch in Dresden wird der Vorschlag des Dachverbands unterstützt. "Renntage ohne Zuschauer lohnen sich für den Verein im Prinzip nicht", sagte der Pressesprecher des Dresdner Rennvereins, Thomas Schmidt. Eine Saison ohne Zuschauer sei aber machbar und für Pferde, Trainer und Besitzer wichtig. Mit den Einnahmen aus den Buchmacherwetten könne man gerade so die Kosten für Geisterrennen tragen.

Hoffnung auf Lockerungen

Hoppegarten-Chef Schönigh macht sich und der Branche Hoffnung: "Es wird irgendwann Lockerungen geben, und dann hoffe ich, dass im Herbst auch wieder Rennen vor Zuschauern stattfinden können." Seine Rennbahn habe in den vergangenen 150 Jahren verschiedene politische Systeme und schwierige Zeiten überlebt: "Da sollten wir auch mit dem Corona-Virus fertig werden."

sid/dpa | Stand: 07.05.2020, 10:16

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