Ristaus Knöchelbruch nur ein kleiner Rückschlag

Noemi Ristau

Parasport | Deutsches Alpinteam

Ristaus Knöchelbruch nur ein kleiner Rückschlag

Von Maria Köhler

Skifahrerin Noemi Ristau ist aktuell auf Krücken unterwegs. Nach ihrer Verletzung im Slalomtraining in Kühtai kämpft sie sich zu alter Stärke zurück. Ihr Knöchelbruch sei nur ein kleiner Rückschlag, so die Marburgerin.

Das neue Jahr hatte gerade erst begonnen, als die sehbeeinträchtigte Parasportlerin einfädelte und stürzte. Im Gespräch mit Sportschau.de erklärt sie: "Die Schneebedingungen waren recht schlecht. Das war ein normaler Sturz. Als ich aufgestanden bin, dachte ich, es ist alles gut. Auf einmal konnte ich nicht mehr auftreten."

Die Diagnose: Der äußere Knöchel des rechten Fußgelenks ist gebrochen. Der glatte Bruch lässt sie hoffen, dass sie Anfang März wieder Skischuhe anziehen kann. Ristau sagt: "Ich bin recht positiv gestimmt, habe keine Schmerzen. Das wird mich an meiner weiteren Karriere nicht weiter hindern." Lymphdrainage und passives Bewegen stehen nun fast täglich in der Physiotherapie auf dem Plan. Bei ihren Eltern in der Nähe von Aschaffenburg regeneriert sie. Sie gibt zu: "Das musste ich erst einmal verdauen. Da habe ich ein bisschen gebraucht. Nun kann ich damit umgehen und setze mir die nächsten Ziele."

Deutsches Team in Südtirol - Weltcup in Zagreb

Während das deutsche Para-Alpinteam in Pfelders in Südtirol trainiert, denkt Ristau an die Konkurrenz beim Weltcup in Zagreb. In ihrer Abwesenheit landet im Slalom die 15-jährige Österreicherin Veronika Aigner vor Melissa Perrine aus Australien und Menna Fitzpatrick aus Großbritannien. Ristaus Ziel: "Wenn ich noch ein paar Weltcups fahre, sehe ich wie weit vorn ich bin." Bis zu den alpinen Weltmeisterschaften wird sie nicht mehr fit, aber im März stehen in Espot (ESP), La Molina (ESP) und Morzine (FRA) noch Weltcups an.

Noemi Ristau (re.) mit Lucien Gerkau erhält vom Landessportbund Hessen den Preis "Sportlerin mit Behinderung"

Noemi Ristau (re.) mit Lucien Gerkau erhält vom Landessportbund Hessen den Preis "Sportlerin mit Behinderung".

Beim Slalom in St. Moritz Mitte Dezember war sie 0,02 Sekunden vor Fitzpatrick Erste geworden. Dabei fährt ab diesem Winter nicht mehr Guide Lucien Gerkau vorneweg. Er hätte inzwischen die Firma seines Vaters übernommen und sei zudem selbst Vater geworden, so Ristau. Stattdessen setzt die Skifahrerin in den nächsten drei bis vier Jahren auf Paula Brenzel, die das Multitasking aus Skifahren und Komandos laut Ristau gut beherrscht und eigenen Angaben zufolge bei DSV-Punkterennen gestartet war. Nach einem Facebook-Aufruf habe sie mehrere Kandidaten getestet, erklärt Ristau. Zudem hilft Co-Trainer Mauritz Trautner als Ersatzguide aus.

Sponsoren-Suche statt Slalom

Ihre Zwangspause nutzt Ristau nun für die Sponsoren-Suche. Sie schildert: "Dem Guide, der schon fast ehrenamtlich mitkommt, kann ich ja nicht sagen: 'Besorge dir die Skier selbst.' Da muss man immer am Ball bleiben und jedes Jahr neu gucken." Nur wenige Sponsoren unterstützten sie über Jahre, sagt die 27-Jährige.

Noemi Ristau beim Slalom in Pyeongchang

Noemi Ristau beim Slalom in Pyeongchang.

Langfristig arbeite sie auf eine erneute Paralympics-Teilnahme hin: "Ich werde die nächsten vier Jahre weiterfahren. Da kann ich noch einiges erreichen." In Pyeongchang verpasste Ristau in der Abfahrt und im Riesenslalom mit Platz vier das Podest. Das beschäftige sie aber nicht: "Mein größtes Ziel war es, dabei zu sein. Vor drei Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich überhaupt mitfahre."

Nach Platz eins im Slalom von St. Moritz möchte sich die Marburgerin nicht auf eine Lieblingsdisziplin festlegen: "Letztes Jahr sind mir die Speed-Disziplinen ans Herz gewachsen. Super-G macht mir auch viel Spaß." Damit muss sie noch etwas warten. Immerhin: Ende Januar bekommt Ristau eine kleine Schiene, damit sie ihren Fuß schon etwas belasten kann.

Thema in MOMA in Das Erste am 23.01.19, 5.30 Uhr

Stand: 17.01.2019, 12:31

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