Erst Fehlstart - dann Sprint-Bronze für Klug

Para-Ski-Nordisch-WM

Erst Fehlstart - dann Sprint-Bronze für Klug

Clara Klug hat in einem aufregenden Sprint-Finale im kanadischen Prince George Bronze gewonnen. Für das Finale war am Montag (18.02.2019) ein zweiter Anlauf notwendig. Zur Startzeit war die Jury noch nicht bereit. Klug und die Österreicherin Carina Edlinger mussten somit zurück zum Start.

Nach wenigen Minuten Erholung gelang der zweite Start, wobei sich Edlinger den Titel schnappte. Die Österreicherin konnte sich das Missverständnis auch im Ziel noch nicht erklären: "Wir sollten plötzlich starten. Ich bin in meinen Guide hineingefahren." Silber ging an Oksana Schischkowa aus der Ukraine, die am Anstieg an Klug vorbeigezogen war. Die Ukrainerin Andriana Kapustei ging als Vierte leer aus.

Bundestrainer Ralf Rombach sagte über die Verwirrung beim ersten Start: "Das war ein bisschen schade. Das hat den Stecker gezogen. Aber es wäre vermutlich ähnlich ausgegangen." Er analysierte: "Clara war zwar schon etwas müde, bedingt durch die letzten Rennen und dem kalten Wetter, sowie dem Fehlstart, der ihr am Sprinttag doch ziemlich viel Energie geraubt hat."

Johanna Recktenwald war mit 5:33,46 Minuten für 1.527 Meter im Prolog ausgeschieden. Sie schilderte: "Ich habe versucht, komplett durchzupowern. Ich habe gegeben, was geht. Aber wenn ich alles gegeben habe, bin ich zufrieden mit mir. Die Erfahrung nehme ich auf jeden Fall mit."

Messinger nimmt das Tempo raus

Bei den Männern verpasste Nico Messinger vom Ring der Körperbehinderten Freiburg einen Medaillenrang. Er war abgeschlagen Vierter, nahm auf der Zielgeraden das Tempo heraus. Dennoch konnte man ihm gratulieren: "Ja ich glaube schon. Wenn mir heute morgen jemand gesagt hätte, dass ich Vierter werde, hätte ich das sofort genommen." Er gab aber auch zu: "Wenn man dann natürlich im Finale zu viert um drei Medaillen kämpft, hat man natürlich immer etwa Hoffnung, aber mehr war einfach nicht drin. Die anderen waren im Finale sehr stark."

Nico Messinger und sein Guide Lutz Klausmann

Nico Messinger und sein Guide Lutz Klausmann (Archiv)

Den Sprint-Titel im Langlauf sicherte sich der Schwede Zebastian Modin. Nach Rang fünf am Vortag sagte er erleichtert: "Gestern war es schrecklich. Ich wollte hier nicht ohne eine Medaille abreisen." Die Silbermedaille darf sich Jury Holub aus Weißrussland umhängen. Dmytro Suiarko gewann Bronze.

Ehler schafft es ins Finale

In der stehenden Konkurrenz ist Alexander Ehler im Finale um die Medaillen leer ausgegangen. Über die eine Runde von gut 1,5 Kilometern wurde der Athlet des SV Kirchzarten Sechster. Der 49-Jährige hatte mit einem Anstieg ziemlich zu kämpfen. Favorit Benjamin Daviet aus Frankreich sicherte sich den WM-Titel. Er freute sich: "Ich bin noch immer in einer guten Form." Silber ging an Grygorj Wowtschynskyi aus der Ukraine. Die Bronzemedaille errang der Japaner Taiki Kawayoke nach einem packenden Schlussspurt mit dem Norweger Hakon Olsrud.

Marco Maier verpasste den Finaleinzug knapp. Der 19-Jährige vom SV Kirchzarten wurde im Halbfinale Vierter. Er sagte: "Ich bin im Großen und Ganzen schon sehr zufrieden. Aber ich ärgere mich auch extrem über mich selbst." Er erklärte: "Ich hätte Alex (Alexander Ehler, Amn. d. Red.) noch schlagen können, weil ich noch mehr Schwung aus der Abfahrt hatte." Steffen Lehmker vom WSV Clausthal-Zellerfeld belegte im Halbfinale den fünften Rang. Mit dem Prolog sei er noch zufrieden gewesen, dann hätten die Beine zugemacht, so Lehmker. Der 30-Jährige schilderte: "Am Berg war relativ schnell Feierabend, dass ich keine Chance mehr hatte. Ich hoffe, dass ich übermorgen wieder fit bin. Insgesamt war das heute ein vernünftiges Rennen."

Steffen Lehmker und Alexander Ehler, Mixed-Staffel im Paralanglauf

Steffen Lehmker (li.) und Alexander Ehler (Archiv)

Norwegerin Nilsen vor Liaschenko und Konaschuk

Bei den Frauen setzte sich Vilde Nilsen aus Norwegen vor den Ukrainerinnen Ludmilla Liaschenko und Bohdana Konaschuk durch. Die nun zweimalige Langlauf-Weltmeisterin Nilsen sagte: "Ich bin fast noch mehr geschockt als gestern. Ich hatte tolle Skier heute. Ich habe sehr viel Motivation. Es war ein unglaubliches Rennen."

Am Dienstag stehen Erholung und Training an. Am Mitwoch geht es bei der WM im Biathlon-Sprint um Medaillen.

Thema in MOMA in Das Erste am 21.02.19, 5.30 Uhr

mkö | Stand: 18.02.2019, 23:40

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