Maike Hausberger - über Emmen nach Tokio

Maike Hausberger im Interview

Parasport

Maike Hausberger - über Emmen nach Tokio

Maike Hausberger hat als Para-Athletin schon große Erfolge gefeiert, etwa im Triathlon. Nun startet sie bei der Para-Rad-WM in den Niederlanden und könnte sich über eine gute Platzierung dort für die Paralympics 2020 in Tokio qualifizieren.

Alles begann im Spätsommer vor elf Jahren. Maike Hausberger war 13, und im Fernsehen zeigten sie Bilder von den Paralympics in Peking. Die Athleten, die Wettkämpfe, das Drumherum - all das, so hat es Hausberger im Interview mit der ARD gesagt, habe sie damals so beeindruckt, dass sie zu ihrer Mutter sagte: "Da will ich auch mal hin."

Es war der Traum eines jungen Mädchens, das mit einer halbseitigen Lähmung der linken Körperhälfte geboren wurde, aber den Sport liebte. Mittlerweile ist Hausberger 24, sie studiert, und ihren Traum, den hat sie sich längst erfüllt. Bei den Paralympics 2012 in London lief sie über 400 Meter auf Platz fünf, vier Jahre später in Rio wurde sie im Weitsprung Vierte. Die Liste ihrer weiteren Erfolge ist lang: Bei den Europameisterschaften 2012 wurde sie Zweite im Weitsprung und über 4 x 100 Meter.

Para-Rad-Athletin Maike Hausberger: "Die Sportart hat mich immer schon fasziniert" Sportschau 11.09.2019 15:28 Min. Verfügbar bis 11.09.2020 Das Erste

Dritte Disziplin, dritte Paralympics?

Nach einer langwierigen Verletzung am Sprunggelenk wechselte Hausberger die Diszplin und startete fortan im Para-Triathlon. Ein Arzt, so erzählt es Hausberger, habe ihr damals gesagt: "Wenn du alt werden willst ohne tägliche Schmerzen, dann hör mal besser auf mit dem Sprinten und Springen." Hausberger hörte auf den Rat des Mediziners - und sollte das nicht bereuen. Vor zwei Jahren wurde sie bei der Weltmeisterschaft Dritte und bei der Europameisterschaft Zweite.

Doch wenn in diesen Tagen in Emmen die Para-Rad-WM stattfindet, gehört Hausberger auch hier zum deutschen Kader - sie hat noch einmal die Disziplin gewechselt. Im vergangenen Jahr bekam sie mit, dass es in Tokio keine Startklasse im Para-Triathlon geben wird. Sie habe lange mit sich gerungen, ob sie noch einmal in einer anderen Sportart beginnen wolle, sagte Hausberger. Doch irgendwann stand fest: Sie würde weitermachen, als Radfahrerin.

Über Emmen nach Tokio

"Ich hätte letztes Jahr definitiv nicht gedacht, dass ich hier sitze und bei der WM starte", sagte Hausberger. Doch sie gehört bei der Endrunde in den Niederlanden nicht nur zum Starterfeld, sie gilt auch als eine der besten Fahrerinnen. Es wäre beinahe eine Überraschung, wenn sie sich über die Endrunde nicht für die Spiele 2020 in Tokio qualifizieren würde.

Im Einzelzeitfahren und im Straßenrennen wird Hausberger gegen acht anderen Athletinnen antreten. Das große Ziel sei natürlich "ein Platz auf dem Podium". Die ersten sieben Fahrerinnen der Weltrangliste treten an, Hausberger ist eine von ihnen. Dazu kommen zwei Athletinnen, die kürzlich erst neu klassifiziert wurden. Ein bisschen nervös sei sie schon, sagte Hausberger. "Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich das vor einem Wettkampf auch sein muss, sonst brauche ich gar nicht antreten."

red | Stand: 11.09.2019, 21:42

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