Nolte will nach Para-Alpin-WM erneut angreifen

Thomas Nolte im Slalom bei der Para-Alpin-WM in Kranjska Gora

Para-Alpin-WM

Nolte will nach Para-Alpin-WM erneut angreifen

Von Felix Thiel

Die Para-Alpin-WM im slowenischen Kranjska Gora ist für Monoskifahrer Thomas Nolte enttäuschend verlaufen. Der einzige männliche Starter im deutschen Team blieb in den technischen Disziplinen hinter seinen Erwartungen zurück. Bei den Paralympics 2022 möchte Nolte seine letzte Chance auf eine Medaille nutzen.

Platz 16 im Riesenslalom - Rang neun im Slalom

Thomas Nolte, der seit einem Unfall im Jahr 1993 querschnittsgelähmt ist, erklärte nach dem Slalom am Mittwoch (23.01.2019): "Das Rennen war besser als der Riesenslalom. Platz acht war mein Ziel, das habe ich verfehlt. Ich denke, dass es bei mir momentan eine mentale Geschichte ist." Vom Fahrerischen könne er sein Vorhaben umsetzen, der Kopf sei das Problem, betonte der 34-Jährige vom MTV Braunschweig. Nolte werde sich in den kommenden beiden Wochen mit seinem Mentaltrainer zusammensetzen und die Situation analysieren.

Die Speed-Disziplinen im italienischen Sella Nevea wird der Monoskifahrer nicht absolvieren. Seinen Teamkolleginnen traut Nolte im weiteren Verlauf hingegen einiges zu: "Die Mädels sind gut drauf. Ich bin zuversichtlich, dass wir noch einige Medaillen sehen werden."

Thomas Nolte bei den Paralympics in Pyeongchang

Thomas Nolte (Archiv)

Nolte ist und bleibt ein Kämpfertyp

Nolte, der seinen Sport seit 2004 ausübt, ist ein Kämpfertyp. Obwohl Operationen ihn in den vergangenen Jahren wiederholt zurückgeworfen hatten, denkt der WM-Dritte von 2015 auch nach diesen Titelkämpfen nicht ans Aufhören. "Ich habe die Motivation und den Willen, mich wieder heranzukämpfen. Dafür muss ich hart arbeiten", wird Nolte in einer Pressemitteilung des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) zitiert. Er müsse in Sachen Kondition und Kraft zulegen, brauche viele Kilometer auf dem Ski, um wieder mehr Sicherheit und Gefühl zu bekommen. Auch daran werde Nolte mit seinem Mentaltrainer arbeiten.

Paralympics-Medaille fehlt Nolte noch

Nach der WM 2019 ist für Nolte bereits vor den Paralympics 2022. Dann soll es auch endlich mit einer Medaille klappen: "Das bleibt auch weiter mein Ziel. Wenn ich das nicht hätte, bräuchte ich den Aufwand doch nicht mehr betreiben und könnte aufhören. Ich werde in den kommenden drei Jahren alles darauf ausrichten, um dieses Ziel zu erreichen", so Nolte. Die Paralympics in Peking sind für den 34-Jährigen wohl die letzte Chance auf Edelmetall.

Thomas Nolte

Thomas Nolte bei den Paralympics in Pyeongchang

Fakten zur Para-Alpin-WM 2019

Die Para-Alpin-WM findet in Kranjska Gora und Sella Nevea statt. Etwa 100 Athletinnen und Athleten aus 30 Nationen kämpfen vom 21. Januar bis 1. Februar um Medaillen. Für das Team von Bundestrainer Justus Wolf gehen Anna Schaffelhuber, Anna-Lena Forster, Andrea Rothfuss, Anna-Maria Rieder und Thomas Nolte an den Start. Georg Kreiter und Noemi Ristau mussten ihre Teilnahme verletzungsbedingt absagen.

Thema in MOMA in Das Erste am 23.01.19, 5.30 Uhr

Stand: 23.01.2019, 18:00

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