Nach WM-Aus steht für Kreiter die Gesundheit im Vordergrund

Georg Kreiter

Para-Alpin-WM | Deutsches Alpinteam

Nach WM-Aus steht für Kreiter die Gesundheit im Vordergrund

Von Felix Thiel

Georg Kreiter musste seine Teilnahme an der Para-Alpin-WM in Kranjska Gora und Sella Nevea kurzfristig absagen. Statt Training und Wettkämpfen steht nun eine längere Regenerationszeit im heimischen Thanning an. Der 33 Jahre alte Monoskifahrer hat seit einem Motorradunfall im Jahr 2002 Probleme mit der rechten Schulter.

Im Gespräch mit sportschau.de erklärt Kreiter, dass er am Mittwoch (16.01.2019) beim Abschlusstraining in Pfelders zum wiederholten Male auf die rechte Schulter gestürzt sei. Dabei seien Stürze normal und nicht zu vermeiden, wenn man auf Rennniveau trainieren wolle, betont Kreiter.

Überbelastung nach Schlüsselbeinbruch 2018

Nach einem Bruch des linken Schlüsselbeins bei den Paralympics in Pyeongchang sei die rechte Schulter extrem eingesetzt und damit überlastet worden. Diese Überbelastung habe Kreiter nicht in den Griff bekommen. Bei Slalomfahrten fehlten ihm wiederholt Kraft und Stabilität, sodass weitere Stürze zu weiteren Verletzungspausen führten. Obwohl sich ein WM-Aus angedeutet hatte, fiel die Entscheidung erst kurz vor Beginn der Titelkämpfe, so Kreiter.

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Kreiters Medaillentraum endet in Pfelders

Der Sturz in Südtirol sei das Sahnehäubchen und der Grund für die WM-Absage gewesen, sagt der 33-Jährige. Dabei war Kreiter, der den Riesenslalom als Lieblingsdisziplin nennt, in dieser Saison auch im Slalom besser zurechtgekommen. Einen Podestplatz bei der WM habe er sich gewünscht - nach dem aktuellen Leistungsstand wäre allerdings eine Top-Ten-Platzierung realistischer gewesen.

Stattdessen muss der Doppelweltmeister von 2015 bis Ende des Winters pausieren. "Ich bin enttäuscht, weil ich die Saison gern auch vom Kopf her genutzt hätte. Ich wollte gute Ergebnisse erzielen und Spaß am Skifahren haben", erklärt Kreiter. Das habe in der Vorbereitung jedoch nicht geklappt, weil er wiederholt kleine Rückschläge erlitten habe. Für Kreiter stehe nun die Regeneration im Vordergrund. Er brauche eine längere Pause, um körperlich wieder fit zu werden. Das sei das Wichtigste, auch wenn er gern bald wieder Rennen fahren wolle.

Georg Kreiter bei den Paralympics in Pyeongchang

Georg Kreiter bei den Paralympics in Pyeongchang

Kreiter: "Werde mit Team in Verbindung bleiben"

Kreiter wird die WM in Kranjska Gora und Sella Nevea wehmütig von zu Hause verfolgen. Im Livestream wolle er die Rennen anschauen und mit dem Team in Verbindung bleiben. "Sollte es etwas zu feiern geben, werde ich mich persönlich beim Team melden", sagt Kreiter. Und davon gehe er fest aus.

Kreiters Vorhersagen für das deutsche Team

Platzierungen Thomas Nolte: "Im Slalom belegt er den fünften Platz, im Riesenslalom kommt er auf Rang acht. Der Slalom ist seine stärkere Disziplin, da wird er sich auch selbst mehr ausrechnen. Auch wenn ich ihm einen Podestplatz wünsche, wird es wahrscheinlich nicht dafür reichen. Ich hätte aber auch nichts dagegen, wenn ich falsch liege. Platz fünf wäre ein gutes Ergebnis. Im Riesenslalom traue ich ihm den achten Platz zu, damit wäre er wohl auch zufrieden."

Thomas Nolte ist einer von acht Startern, die in der sitzenden Konkurrenz nicht ins Ziel kommen.

Thomas Nolte bei den Paralympics in Pyeongchang

Anna-Lena Forster vs. Anna Schaffelhuber: "Ich denke, dass sich Anna die Speed-Krone aufsetzen wird. In Abfahrt und Super-G wird sie wohl vor Anna-Lena liegen. Im Technikbereich wird es richtig spannend. Im Slalom hat Anna-Lena für mich die Nase vorn. Sie war in der Vorbereitung sehr dominant und hat keine Fehler gemacht. Mit Anna habe ich mehrfach gesprochen, sie kam in der Vorbereitung im Slalom nicht so gut zurecht. Im Riesenslalom wird es eine enge Geschichte, da tendiere ich zu Anna."

Abschneiden Andrea Rothfuss: "Wenn Andrea einen guten Tag erwischt, ist sie in den Speeddisziplinen in der Lage, ihre Konkurrentin Marie Bochet zu schlagen. Im technischen Bereich hat Marie Vorteile. Andrea müsste im Slalom einen Traumtag erwischen, um zu gewinnen."

Andrea Rothfuss

Andrea Rothfuss (Archiv)

Chancen Anna-Maria Rieder: "Für sie wird es schwieriger. Sie hat noch nicht so viele Erfahrungen bei Großveranstaltungen. 2017 hat Anna-Maria allerdings schon eine Bronze-Medaille im Slalom gewonnen. Ich wünsche ihr, dass sie eine WM-Medaille mitnimmt. Im Slalom hat sie bessere Chancen als im Riesenslalom."

Vielen Dank für das Gespräch.

Thema in MOMA in Das Erste am 23.01.19, 5.30 Uhr

Stand: 19.01.2019, 17:45

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